06.04.2020

Studienratgeber für Eltern – Antworten auf 7 wichtige Fragen

Tipps für Eltern von Janina Raeder

Ihr Kind möchte nach dem Abitur studieren? Den meisten Eltern stellen sich nach der Äußerung dieses Wunsches viele weitere Fragen: Welcher Studiengang passt zu meinem Kind? Wo kann es studieren und wie teuer wird das Studium? Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es? Je nachdem, wo und was Ihr Kind studieren möchte, fallen die Kosten für ein Studium unterschiedlich hoch aus. Zudem ist das Studienangebot in ganz Deutschland sehr umfassend und befindet sich stetig im Wandel. Wie also das optimale Studium finden? In diesem Studienratgeber für Eltern beantworten wir Ihnen 7 Fragen, die Sie bei der Studiengangswahl Ihres Kindes und der gesamten Studienorganisation unterstützen.

1. Studium, Ausbildung oder beides?

Wenn Ihr Kind auf den Schulabschluss zusteuert, stellt sich unvermeidlich bei Eltern und Kindern die Frage: Was kommt nach dem Abitur? Der klassische Weg ist noch immer das Studium direkt nach dem Abschluss, doch auch der Studienbeginn nach einer abgeschlossenen Ausbildung wird immer beliebter. Alternativ dazu kann auch ein duales Studium, das Ausbildung und Studium kombiniert, durchgeführt werden.

Es gibt keinen vordefinierten Weg, wie Ihr Kind einen Studienabschluss erreichen kann. Bei der Frage, was nach dem Abitur kommt, sollten Sie mit Ihrem Kind gemeinsam herausfinden, wo seine Stärken und Interessen liegen und welche Zukunftsvorstellungen Ihr Kind hat. Im Anschluss kann die Suche nach dem geeigneten Studienfach oder Ausbildungsplatz beginnen.
Tipp: Bei manchen Studiengängen ist auch der Notendurchschnitt Ihres Kindes nicht unerheblich und kann im Zweifel eine Rolle bei der Studienwahl spielen.

2. Welche Karrierechancen bietet ein Studium?

Ob eine Ausbildung, ein Studium oder ein duales Studium die besten Karrierechancen für Ihre Tochter oder Ihren Sohn bietet, hängt immer von der Fachrichtung ab, für die sich Ihr Kind interessiert. Auch persönliche Zukunftsvisionen spielen bei der Studienwahl und der späteren Karriere eine wichtige Rolle. Je nach Branche ist ein fachspezifischer Studienabschluss vorteilhaft, in gewissen Bereichen, beispielsweise bei handwerklichen Tätigkeiten, ist eine Ausbildung sinnvoller. Zudem gibt es Studiengänge, die die Berufswahl am Ende des Studiums vollkommen offen lassen. Dies ist beispielsweise bei vielen Geistes- oder Naturwissenschaften der Fall. Vor der Wahl eines Studiengangs ist es daher hilfreich, sich über potenzielle Karrierewege zu informieren und Karrierewünsche zu definieren. Einige Studierende treffen die Wahl ihres späteren Berufes erst während ihres Studiums, beispielsweise durch Praktika oder Praxissemester. Die Karrierechancen mit einem Studium sind vielfältig.

3. Welche Studienfächer gibt es?

Beliebte und klassische Studiengänge aus dem natur- und geisteswissenschaftlichen Bereich werden an vielen Universitäten und Hochschulen standardmäßig angeboten. In Fächern wie Mathematik, Physik, Deutsch oder Geschichte ist neben dem wissenschaftlichen Studium auch ein Lehramtsstudium möglich. Darüber hinaus ist das Studienangebot in den vergangenen Jahren im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung immer weiter gewachsen. Hochschulen entwickeln ihre Studiengänge anhand von neuen und veränderten Wirtschaftszweigen weiter. Neben klassischen Studienfächern steht Ihrem Kind daher eine breite Palette moderner Studiengänge zur Verfügung. Hierzu gehören beispielsweise Fächer aus dem Bereich des digitalen Marketings oder auch aus den Gebieten Gaming oder Design.

Den geeigneten Studiengang finden

Um den optimalen Studiengang für Ihr Kind zu finden, sollten Sie zunächst einmal ausschließen, welche Gebiete Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn gar nicht liegen. Im Anschluss können Sie anhand von Interessen und Stärken die potenziellen Studienfächer weiter eingrenzen. Um herauszufinden, welche Studienfächer es gibt, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Weitere Informationen erhalten Sie:

  • In Studienführern
  • Auf Studienwahlportalen
  • Auf Studienwahlmessen (Bsp.: Bachelormessen)
  • Hochschulwebseiten
  • Tag der offenen Tür an Hochschulen
  • Studienberatung

Online wird auf Studienportalen auch immer häufiger ein Persönlichkeitstest angeboten, mit dessen Ergebnissen Ihr Kind mögliche Studiengänge eingrenzen kann.

4. Wo werden die Studiengänge angeboten?

In allen deutschen Bundesländern kann Ihr Kind mit einer allgemeinen Hochschulreife an

Vater mit Tochter und Sohn auf Couch mit Laptop auf dem Schoß.

Universitäten oder Fachhochschulen studieren. Weitere Hochschulzulassungsberechtigungen wie die Fachhochschulreife können die Standort- und Hochschulwahl einschränken. Vor der Wahl des Studienortes sollte Ihr Kind festlegen, was es studieren möchte. Dann können Sie recherchieren, wo und in welcher Form der Studiengang angeboten wird, denn dies variiert von Hochschule zu Hochschule. Hat Ihr Kind sich für eine Fachrichtung entschieden, können Sie die Recherche vertiefen und den richtigen Studienort für Ihr Kind aussuchen. Online können Sie auf verschiedenen Portalen sogenannte Hochschulrankings einsehen, um so die ideale Universität zu finden.

Der Unterschied zwischen Universitäten und Fachhochschulen

Früher galt eine Universität als sehr theorie- und forschungsorientiert, während Fachhochschulen praxisorientierter waren. Mittlerweile findet man in beiden Hochschularten sowohl theorie- als auch praxisorientierte Studiengänge. Prinzipiell liegt bei Universitäten der Fokus allerdings noch immer auf der Forschung. Durch diese theoretische und wissenschaftliche Basis ist es in der Regel nur an Universitäten möglich, zu promovieren. Der Vorteil einer Fachhochschule liegt in einem praxisnahen Studium in kleineren Studiengruppen. Häufig werden an Fachhochschulen zudem spezifischere Studiengänge angeboten, die einen direkten Berufseinstieg ermöglichen. Ein weiterer Unterschied zwischen Universitäten und Fachhochschulen liegt in der jeweiligen Trägerschaft. Private Fachhochschulen können staatlich anerkannt sein, werden aber nicht refinanziert, weshalb in der Regel eine Studiengebühr erhoben wird. In staatlichen Einrichtungen ist im Normalfall lediglich ein Semesterbeitrag zu zahlen.

5. Wie finden wir eine Wohnung?

Hat sich ihr Kind für einen Studiengang an einer Universität oder Fachhochschule an einem bestimmten Ort entschieden, steht häufig auch die Frage nach einer Wohnung im Raum. Möchte sich Ihr Kind an mehreren Studienorten einschreiben oder bewerben, hängt die Wohnungssuche schlussendlich auch von den Zu- oder Absagen der Hochschulen ab. Auch wie Ihr Kind wohnen möchte, sollte bei der Wohnungssuche beachtet werden. Soll es eine WG sein? Muss die Wohnung im Zentrum des Studienortes liegen oder wohnt Ihr Kind lieber außerhalb? Von kleinen Wohnungen über WG-Zimmer bis hin zu Studentenwohnheimen steht Ihnen jede Möglichkeit offen. Eine Recherche im Internet auf Immobilienseiten oder Portalen ist ein guter Beginn der Wohnungssuche. In Hochschulgruppen in sozialen Netzwerken findet regelmäßiger Austausch zwischen Studierenden statt. Hier werden beispielsweise auch WG-Zimmer oder Wohnungen zur Zwischenmiete angeboten. Durch solche Angebote verschaffen Sie sich und Ihrem Kind mehr Zeit für die Suche einer eigenen Wohnung.

Achtung! Zimmer oder Wohnungen im Studentenwohnheim sind sehr beliebt, aber nicht jeder Studierende kann sich dort für eine Wohnung bewerben. Die Studentenwohnheime werden in der Regel vom Deutschen Studentenwerk Studierenden bestimmter Hochschulen zur Verfügung gestellt. Informieren Sie sich daher vorher, ob Ihre bevorzugte Universität oder Fachhochschule vom städtischen Studentenwerk betreut wird.

6. Wie wird das Studium finanziert?

Die Höhe der Kosten für ein Studium hängt von der Hochschulart, dem Studiengang und dem Wohnort Ihres Kindes ab. Zu den Lebenshaltungskosten Ihres Kindes kommen Studiengebühren, Kosten für Lernmaterial und mehr. Um das Studium Ihres Kindes zu finanzieren, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Studierenden können sich für Stipendien bewerben, einen Studienkredit oder BAföG beantragen oder einen Studentenjob nebenher ausführen. Diese Finanzierungsmöglichkeiten sind teilweise an bestimmte Bedingungen geknüpft – so orientiert sich BAföG beispielsweise an dem Gehalt der Eltern der Studierenden. Ein Studentenjob hingegen ist für viele Studentinnen und Studenten ein wichtiger Zusatzverdienst. Vom klassischen Kellnern bis hin zu einer Werkstudententätigkeit in einem Unternehmen ist vieles denkbar. Zudem sind Sie als Eltern verpflichtet, Ihrem Kind während der Erstausbildung Unterhalt zu zahlen, solange es noch keine 25 Jahre alt ist und kein eigenes Einkommen hat. Die Höhe der finanziellen Unterstützung hängt von Ihrem Einkommen ab und ob Ihr Kind einen Nebenverdienst aus einem Job oder einer Förderung bezieht. Unterhalt kann auch in Form von Kost und Logis gezahlt werden.

7. Wie ist mein Kind während des Studiums versichert?

Ist Ihr Kind unter 25 Jahre alt? Dann kann es auch während des Studiums über Ihre Krankenkasse familienversichert sein. Alternativ können Studierende über ihren Ehe- oder Lebenspartner krankenversichert sein – auch ohne Altersgrenze. Entscheidend für eine Familienversicherung bei einer Krankenkasse ist auch das monatliche Einkommen Ihres Kindes. Wie hoch diese Grenze ausfällt, erfragen Sie am besten individuell bei Ihrer Krankenkasse. Kann Ihr Kind nicht mehr in Ihrer Familienversicherung krankenversichert sein, bieten die Krankenkassen eine studentische Krankenversicherung an, mit der sich Ihr Kind selbst versichern muss. Hierin ist auch der Beitrag zur Pflegeversicherung enthalten.
In der Regel sind Studierende während ihres Studiums in Ihrer Haftpflichtversicherung versichert. Dies gilt, sofern Sie eine Familienversicherung abgeschlossen haben und sich Ihr Kind in der Erstausbildung befindet. Ihre Haftpflichtversicherung greift auch dann, wenn Ihre Tochter oder Ihr Sohn für das Studium in eine andere Stadt zieht. Der Versicherungsschutz endet in der Regel dann, wenn das erste Studium abgeschlossen ist. Wird ein Masterstudium direkt an das Bachelorstudium angeschlossen, zählt dies auch noch zur Erstausbildung und Ihr Kind kann weiterhin über Sie familienversichert sein. Ob jedoch eine Altersgrenze die Haftpflichtversicherung für Ihr Kind einschränkt, entnehmen Sie individuell Ihren Versicherungsunterlagen.

Fazit

Den richtigen Studiengang für Ihr Kind zu finden, erscheint im ersten Moment vielleicht nicht ganz einfach. Im Internet finden Sie gute und informative Anlaufstellen, um aktuelle Studiengänge, -formen und -orte kennenzulernen. Wichtig ist, dass Ihr Kind herausfindet, in welchem Studienfach es seine Interessen wiederfindet und seine Stärken nutzen und ausweiten kann. Das persönliche Karriereziel Ihres Kindes kann bei der Studienwahl ebenfalls eine Rolle spielen – dies kann sich aber auch während des Studiums noch einmal ändern. Die Übersicht der Studiengänge der Hochschule Fresenius bietet Ihnen einen guten Einblick in die Möglichkeiten für Ihr Kind.

Auch für die Finanzierung des Studiums Ihres Kindes gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie sind nicht verpflichtet, allein aus eigenen Mitteln die universitäre Ausbildung des Nachwuchses zu finanzieren. Es gibt Unterstützung in unterschiedlicher Ausführung. Sowohl zur Finanzierung als auch zur Studienwahl erhalten Sie und Ihr Kind gute Beratungsangebote online oder an Hochschulen und zuständigen Ämtern.

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