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Hintergrund

Study Abroad: Joleen war im Auslandssemester in Sydney (Australien)

01.07.2026

Joleen Niedermeier

Joleen in Sydney im Study Abroad Auslandssemester

Joleen studiert Tourismus-, Hotel- und Eventmanagement (B.A.) an der Hochschule Fresenius in Wiesbaden. Von Januar bis Mai 2026 war Joleen im Study-Abroad-Auslandssemester an unserer Partnerhochschule University of Technology Sydney (UTS). Hier berichtet sie von ihren Eindrücken.

Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt

Die Vorbereitung auf mein Auslandssemester in Sydney verlief insgesamt unkompliziert. Da ich alle notwendigen Voraussetzungen wie die erforderlichen ECTS-Punkte und den geforderten Notendurchschnitt erfüllt habe, wurde meine Bewerbung ohne Probleme angenommen. Außerdem wurde vieles bereits durch die Hochschule organisiert, sodass ich nicht komplett allein durch den Prozess musste.

Einige Freunde von mir hatten zunächst nicht genügend ECTS-Punkte. Sie konnten jedoch zusätzliche Nachweise einreichen oder fehlende Prüfungen nachholen. Dadurch mussten sie zwar etwas länger auf ihre Zusage warten, letztlich hat es aber auch bei ihnen geklappt.

Die Beantragung des Visums war deutlich einfacher als erwartet. Zwar ist das Visum nicht gerade günstig und der Antrag umfasst einige Angaben, die Genehmigung erfolgte bei mir jedoch bereits innerhalb weniger Stunden.

Etwas schwieriger war dagegen die Wohnungssuche. Da wir zu dritt wohnen wollten, haben wir lange nach einer gemeinsamen Unterkunft gesucht und schließlich über Airbnb eine passende Wohnung gefunden. Viele andere Studierende wohnten in Studentenwohnheimen und berichteten sehr positiv davon. Besonders für internationale Studierende sind diese eine gute Möglichkeit, schnell neue Kontakte zu knüpfen. Wer sich für ein Wohnheim interessiert, sollte die Bewerbungsfristen allerdings nicht verpassen, da die Plätze sehr begehrt sind.

Ankunft in Sydney

Schon bei meiner Ankunft war ich von Sydney begeistert. Da wir gegen Ende des australischen Sommers angekommen sind, konnten wir die ersten Wochen noch mit viel Sonne und warmen Temperaturen genießen.

Kulturell hat sich Sydney für mich gar nicht so anders angefühlt als Deutschland. Die Stadt ist sehr international geprägt und besonders die asiatischen Einflüsse fallen auf. Das merkt man vor allem beim Essen – wer in Sydney ist, sollte unbedingt die zahlreichen asiatischen Restaurants ausprobieren. Besonders Banh Mi wurde schnell zu einem meiner Lieblingssnacks.

Da ich während meines Aufenthalts arbeiten wollte, habe ich direkt nach meiner Ankunft einige organisatorische Dinge erledigt. Die Kontoeröffnung bei der Commonwealth Bank verlief unkompliziert. Wichtig ist außerdem, frühzeitig eine Tax File Number (TFN) zu beantragen, falls man arbeiten möchte. Für eine australische Telefonnummer haben wir uns für Aldi Mobile entschieden. Zusätzlich habe ich eine eSIM für mobiles Internet genutzt.

Unterbringung

Während meines Aufenthalts habe ich mit zwei Freunden in einem Airbnb in Dulwich Hill gewohnt. Der Stadtteil liegt im Inner West von Sydney und ist je nach Verbindung etwa 35 bis 55 Minuten vom Stadtzentrum entfernt.

Dulwich Hill hat mir sehr gut gefallen. Es ist deutlich ruhiger als die Innenstadt und eher familienfreundlich, bietet aber viele schöne Cafés und eine entspannte Atmosphäre. Generell sollte man sich darauf einstellen, dass Sydney sehr teuer ist. Besonders die Mietpreise liegen deutlich über dem deutschen Niveau.

Studium und Unialltag an der UTS

Ich habe mein Auslandssemester an der University of Technology Sydney (UTS) absolviert. Der Studienalltag unterschied sich teilweise deutlich von meinem Studium an der Hochschule Fresenius.

Besonders überrascht hat mich die vergleichsweise geringe Anzahl an Vorlesungen. Ich hatte nur an drei Tagen pro Woche Unterricht und die Veranstaltungen dauerten meist lediglich 1,5 Stunden. Gleichzeitig waren die Kurse deutlich interaktiver gestaltet. Oft saßen wir an Gruppentischen und arbeiteten gemeinsam an Aufgaben oder diskutierten verschiedene Themen.

Auch die Prüfungsleistungen waren anders aufgebaut als in Deutschland. Statt einer großen Prüfungsphase am Ende des Semesters bestanden die meisten Kurse aus mehreren Leistungen wie Gruppenarbeiten, Präsentationen, Debatten oder Hausarbeiten. Anfangs wirkte das etwas überwältigend, da ständig neue Abgaben anstanden. Mit einem guten Kalender und etwas Organisation lässt sich das jedoch problemlos bewältigen.

Die Dozenten waren durchweg sehr freundlich und hilfsbereit. Inhaltlich empfand ich viele Aufgaben im Vergleich zu Deutschland als etwas einfacher, allerdings wurde insgesamt recht streng bewertet.

Alltag und Freizeit in Sydney

Sydney bietet unzählige Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten. Besonders die Strände haben für mich einen großen Teil des Alltags ausgemacht.

Einer meiner absoluten Lieblingstipps ist die Fährfahrt nach Manly. Allein die Aussicht auf den Hafen, die Oper und die Skyline lohnt sich. In Manly angekommen kann man entweder direkt am Hauptstrand bleiben oder zum ruhigeren Shelly Beach laufen. Außerdem sollte man unbedingt bei Norma’s Deli vorbeischauen, wo es täglich zur Happy Hour vergünstigte Sandwiches gibt.

Natürlich gehört auch der Bondi-to-Coogee-Walk zu den Highlights eines Sydney-Aufenthalts. Die Strecke führt entlang der Küste vorbei an mehreren Stränden und bietet wunderschöne Ausblicke.

Weitere Highlights waren Ausflüge in die Blue Mountains sowie Wochenendtrips nach Melbourne, Byron Bay und an die Gold Coast.

Auch das Nachtleben in Sydney hat einiges zu bieten. Besonders gefallen haben mir die Viertel Newtown und Surry Hills. Rund um die King Street gibt es zahlreiche Bars und Restaurants. Sehr empfehlen kann ich das Websters mit seiner Rooftop-Terrasse sowie das Bungalow 8 am Darling Harbour. Wer Cocktails und eine besondere Atmosphäre mag, sollte die Caterpillar Bar besuchen.

Interessant fand ich auch die Dynamik unter den internationalen Studierenden. Wenn man mit einer Gruppe aus Deutschland anreist, bleibt man oft automatisch in seiner deutschen Bubble. Im Nachhinein glaube ich, dass man allein noch leichter internationale Kontakte knüpfen kann.

Ein persönliches Highlight meines Aufenthalts war außerdem mein Job im Sydney Opera House. Dort zu arbeiten war eine einmalige Erfahrung und eine tolle Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen.

Tipps für zukünftige Studierende

Mein wichtigster Tipp ist, nicht nur die bekannten Orte im Zentrum wie CBD oder Surry Hills zu erkunden. Gerade Stadtteile wie Paddington, Marrickville oder Dulwich Hill haben ihren ganz eigenen Charme und viele tolle Cafés.

Außerdem lohnt es sich, die Angebote der UTS zu nutzen. Die Universität bietet zahlreiche Club- und Sportprogramme an. Ich bin beispielsweise einem Tanzclub beigetreten. Für einen geringen Mitgliedsbeitrag konnte man an vielen offenen Tanzkursen teilnehmen und gleichzeitig neue Leute kennenlernen.

Fazit

Mein Auslandssemester in Sydney war eine der besten Erfahrungen meines Studiums und ich würde es jederzeit weiterempfehlen.

Neben den akademischen Erfahrungen habe ich mich vor allem persönlich weiterentwickelt. Das Leben auf der anderen Seite der Welt hat mich selbstständiger und selbstbewusster gemacht. Gleichzeitig habe ich Freundschaften mit Menschen aus verschiedenen Ländern geschlossen und unvergessliche Erinnerungen gesammelt.

Rückblickend würde ich mich jederzeit wieder für ein Auslandssemester in Sydney entscheiden.

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