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Was tun, wenn das Studium dich überfordert?

15.10.2025

Julia Wagner

Drei Studentinnen sind auf der Wiese und lernen gemeinsam.

Deine Kommiliton:innen scheinen mit Leichtigkeit voranzukommen und du fühlst dich an der Hochschule einfach nur überfordert? Du findest keine passende Lernstrategie, flüchtest dich in Prokrastination und weißt nicht, ob das alles noch Sinn ergibt? Du bist nicht allein! Es gibt jedes Semester zahlreiche Studierende, die sich plötzlich überfordert fühlen. Es kann dich im ersten Semester treffen oder erst viel später. Wir sagen dir, was du gegen das Gefühl unternehmen kannst.

Die wichtigste Grundregel: Du darfst überfordert sein!

Wer sich überfordert fühlt, hat oft automatisch das Gefühl des Versagens. Streiche diese Gedanken, denn Überforderung macht dich nicht zum Versager:in. Es bringt leider auch nichts, das Gefühl zu verdrängen und einfach „weiterzumachen“, damit verdirbst du dir den Spaß und die Motivation am Studium nur noch mehr.

Der erste Schritt aus der Krise besteht darin, die Überforderung zu akzeptieren. Sie ist da, sie ist okay, und du bist nicht die einzige Student:in, die an diesen Punkt gelangt.

Wichtig ist, dass du deine eigenen Grenzen erkennst und nicht aus Angst oder Scham vor deinem Problem davonläufst. Damit machst du deine Situation nicht besser, sondern riskierst weitere Anzeichen von Überforderung. Erschöpfung, Ängste, Konzentrationsprobleme bis hin zur Depression sind typische Probleme, die auf dich zukommen könnten.

Die häufigsten Gründe für Überforderung im Studium

Bevor du etwas gegen das Gefühl der Überforderung unternehmen kannst, musst du die Gründe herausfinden. Erstaunlicherweise hat es meistens nichts damit zu tun, dass du den geistigen Ansprüchen des Studiums nicht gewachsen bist. Die Hauptgründe für Überforderung im Studium sind hausgemacht. Unbewusst sorgen oft schon Erstis dafür, dass sie sich unter Druck setzen und dann nicht mehr weiterwissen.

Das sind die klassischen Fehler, die zu Überforderung im Studium führen

  • Studierende stopfen ihre Stundenpläne zu voll und wollen alles am liebsten im ersten Semester lernen. Dazu kommen dann noch Freizeitangebote, Zusatzkurse und Masterclasses, die den Weg in die Überforderung ebnen.
  • Wer sich das Lehrpensum zu hoch steckt, neigt auch zur Überforderung. Manchmal ist es besser, wenn du dich mit deiner besten Freundin oder deinem Freund noch auf einen Kaffee triffst, anstatt noch eine weitere Lernveranstaltung zu besuchen.
  • Wenn du im Studium dein Privatleben vernachlässigst, kann das schnell zu negativen Emotionen führen. Du fühlst dich nicht ausgelastet, deine Work-Life-Balance leidet und die fehlenden sozialen Kontakte machen dich unglücklich.
  • Ein Klassiker ist die Übermotivation zu Studienbeginn. Du hast deine neuen Unterlagen und willst am liebsten ohne Unterbrechung lernen. Was nach einem Power-Studienbeginn klingt, führt schnell zur Überlastung. Stell dir das wie bei einem Marathonlauf vor. Um die gesamte Strecke zu packen, benötigst du ein gleichmäßiges Tempo. Rennst du schon am Start hastig los, bist du spätestens nach einem Drittel der Strecke kaputt.
  • Ein weiterer Fehler ist das Alleinbleiben beim Lernen. Auch wenn du introvertiert bist und keine Lust auf riesige Veranstaltungen hast, ist eine kleine und gemütliche Lerngruppe hilfreich. Dich mit Kommiliton:innen auszutauschen und auch über Themen wie Angst und Druck zu sprechen, nimmt genau diese Gefühle oft aus dem Studium.
Eine Studentin schreibt etwas auf ihrem Notizblock.

So findest du lösungsorientiert aus der Überforderung 

Wenn die Überforderung da ist, kannst du sie nicht ignorieren, sondern musst sie anerkennen. Die gute Nachricht ist, dass du etwas dagegen tun kannst. Du solltest dir aber die Frage stellen, ob es am Studium selbst liegt oder an allem, was dazugehört. Manchmal stellen Studierende nach einer Weile fest, dass sie das falsche Fach gewählt haben. Auch das kann zu Überforderung führen, hier braucht es aber einen anderen Lösungsansatz.

Bist du mit deinem Studienfach absolut unglücklich, kann ein Wechsel hilfreich sein. Er ist oft sogar die einzige Lösung, denn ein Studium ohne Lust auf die Inhalte ist fast immer sinnlos. Such dir bei solchen Fragen Unterstützung durch deine Studienberatung oder auch bei Dozent:innen, denen du vertraust.

Liegt es nicht am Studienfach, sondern am Lernen selbst, gibt es viele Ansatzmöglichkeiten, um aus diesem Dilemma herauszukommen. Die folgenden sieben Tricks helfen dir dabei, die Überforderung im Studium in den Griff zu bekommen.

1. Verbessere dein Zeitmanagement

Gut geplant lässt sich dein Studium besser bewältigen. Dabei solltest du nicht pro Semester, sondern erst mal nur pro Woche denken. Bau dir deine Aufgaben in überschaubaren Etappen auf und setze Prioritäten. Wichtig ist, dass du deine Pausen nicht vergisst, denn auch im Studium ist eine ausgewogene Work-Life-Balance wichtig. Wenn du ständig zu lange lernst und übermüdet bist, verlierst du automatisch die Lust.

2. Suche dir Unterstützung

Du musst Überforderung nicht alleine tragen. An den meisten Hochschulen findest du Beratungsangebote, die dir zur Seite stehen. Manchmal ist es aber auch hilfreich, mit Kommiliton:innen zu sprechen und dich auszutauschen. Zusammen könnt ihr die Last besser tragen und einander motivieren. An der Hochschule Fresenius steht dir auch die Psychosoziale Beratung zur Seite.

3. Optimiere deine Lerntechniken

Hartes Lernen ist nicht immer zielführend, die Lerntechnik muss zu dir passen. Beliebt ist die Pomodoro-Technik, bei der du in Intervallen arbeitest. Online kannst du dir außerdem persönliche Mindmaps erstellen, die dir deine Lerninhalte aufbereiten und übersichtlich darstellen. Wenn du an manchen Tagen nicht mehr kannst, darfst du dir Pausen erlauben. Es ist besser, nach einem Spaziergang entspannt weiterzulernen, als stundenlang über den Büchern zu sitzen und nichts mehr zu schaffen.

4. Integriere Stressbewältigungsmethoden in deinen Alltag

Entspannung ist ein Muss, wenn du mental fit bleiben willst. Hier musst du selbst herausfinden, was dir liegt. Für manche Studierende sind Meditation, Atemübungen oder progressive Muskelentspannung hilfreich und wirkungsvoll, andere powern sich lieber beim Sport aus. Achte darauf, dass du ausreichend schläfst und dein Privatleben nicht vernachlässigst.

5. Pflege deine sozialen Kontakte

Soziale Kontakte sind nicht nur „nice to have“, sondern gesund. Dich mit Freund:innen auszutauschen, deine Familie zu treffen oder mit Mitbewohner:innen zu feiern, kann praktische Hilfe bieten. Du fühlst dich nicht ganz so alleine und hast mehr Power, um schwierige Situationen zu meistern.

6. Studienmodell prüfen

Ist die Belastung zu groß für dich, kann ein alternatives Studienmodell sinnvoll sein. Manchmal reicht schon ein Urlaubssemester, manchmal ergibt es Sinn, in ein Teilzeit-Modell zu wechseln. Es gibt viele Studiengänge, die du wahlweise in Voll- und Teilzeit studieren kannst. Hier ist professionelle Beratung hilfreich, denn da erfährst du genau, was möglich ist.

7. Stärke dein Mindset

Wenn du deine eigene Resilienz (psychische Widerstandskraft) förderst, machst du dir deine kleinen Erfolge bewusster und kannst davon profitieren. Nicht nur große Meilensteine wie die erfolgreiche Hausarbeit oder Zwischenprüfungen sind wichtig, sondern auch kleine Lernetappen, die du gemeistert hast. Belohne dich für Erfolge mit einem Wohlfühltag oder anderen Dingen, die dir Freude machen.

Fazit: Überforderung ist erlaubt – du schaffst dein Studium trotzdem!

Während einer akuten Überlastungsphase wirkt es oft so, als ob nichts mehr geht. Du glaubst, dass dein Studium eine Fehlentscheidung war, und denkst darüber nach, alles hinzuwerfen. Dieser Weg steht dir immer offen, in den meisten Fällen gelingt es Studierenden aber, die Überlastung zu überwinden und dann nach einer Phase der Regeneration wieder voller Kraft durchzustarten.

An Hochschulen wie der Hochschule Fresenius kannst du auch über einen Perspektivwechsel nachdenken. Du könntest für ein Semester an einen anderen Campus wechseln oder ein Auslandssemester in dein Studium integrieren.

Du hast Fragen?

Wir nehmen uns gerne Zeit für dich und beantworten deine persönlichen Fragen rund um ein Studium bei der Hochschule Fresenius.

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