5 Tipps gegen Prokrastination

Du kennst das bestimmt: Eigentlich müsstest du lernen, aber stattdessen räumst du auf, putzt die Fenster oder erledigst sonst etwas, was dir gerade wichtig erscheint. Was du im Grunde getan hast: das Lernen aufschieben. Damit bist du nicht allein, denn viele Menschen prokrastinieren – und das nicht nur im Studium. In den USA gibt es deshalb schon seit einigen Jahren den Anti-Procrastination-Day. Woher er genau stammt, ist nicht so richtig nachzuverfolgen. Der 6. September soll jedoch dazu dienen, Aufgeschobenes endlich mal anzupacken. Ob dafür ein Tag im Jahr ausreicht? Alumna Rica Bredthauer hat nach ihrem Studium der Wirtschaftspsychologie (B.Sc.) das mentale Fitnessstudio „recreact“ gegründet und weiß, worum es bei Anti-Prokrastination geht.

Portrait von Rica Bredthauer
Alumna Rica Bredthauer

Was ist Prokrastination eigentlich genau?

Prokrastination ist, wenn wichtige zu erledigende Dinge aufgeschoben werden, indem man andere Aktivitäten vorzieht. Im alltäglichen Sprachgebrauch hört man daher umgangssprachlich auch oft das Wort „Aufschieberitis“. Das klingt ein bisschen wie eine Krankheit, ist aber nichts anderes als unzureichendes Selbstmanagement, findet Alumna Rica. Und wieso man seine Zeit ungünstig einteilt, hat ganz unterschiedliche Gründe – einige davon basieren beispielsweise auf der Angst, etwas nicht zu schaffen. Prokrastination ist also oft psychisch bedingt.
„In Deutschland ist es typisch, dass die Leute erst dann etwas für ihre psychische Gesundheit tun, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“, berichtet die junge Unternehmerin aus ihrem Arbeitsalltag. Das gilt ihrer Meinung nach auch für die Prokrastination. „Wenn du krank bist, wartest du ja auch nicht, bis du in die Notaufnahme musst, sondern legst dich hin und ruhst dich aus oder gehst rechtzeitig zum Arzt. Auch beim Prokrastinieren handeln viele erst, wenn die Prüfung oder Abgabe direkt vor der Tür steht“, erklärt Rica. Und dann ist es oft einfach zu spät. Dabei kann man ganz einfach gegen das Aufschieben angehen! Prokrastination zu besiegen, braucht allerdings Zeit. Ein einziger Tag wird dazu nicht ausreichen, denn du musst dafür auch ergründen, warum du Dinge aufschiebst.

Prokrastination – warum und wann man Dinge aufschiebt

Die Gründe für Prokrastination sind meist psychologischer Natur und keinesfalls Faulheit: „Oft prokrastiniert man im Studium, weil der Berg an Lernmaterial unüberwindbar erscheint. Das hat viel mit Angst zu tun, beispielsweise eine allgemeine Prüfungsangst oder die Panik davor, die Klausur nicht zu schaffen und eine schlechte Note zu bekommen.“ Menschen neigen eher zu Prokrastination, wenn sie Angst haben, zu scheitern. Dabei bewirkt Aufschieben eigentlich genau das: Du schiebst etwas auf, hast weniger Zeit für die Aufgabe und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass du tatsächlich nicht fertig wirst. Mit positiveren Gedanken und Selbstwirksamkeit kannst du dem entgegenwirken.
Ein weiterer Grund für Prokrastination liegt für Rica darin, dass die Motivation für eine Aufgabe fehlt. „Das passiert vor allem dann, wenn dir ein Unterrichtsfach oder ein Thema nicht so gut liegt, du es aber machen musst“, erklärt sie.

Was du gegen Prokrastination tun kannst

Gegen das Aufschieben von wichtigen Dingen helfen verschiedene Methoden und Ansätze – je nachdem, aus welchem Grund du prokrastinierst. Rica gibt fünf Tipps, die dir gegen Prokrastination helfen können.

Neben all diesen Tipps gibt es natürlich auch noch zahlreiche weitere Hilfestellungen, die gegen Prokrastination helfen. Ein:e Lernpartner:in beispielsweise kann dazu führen, dass du dich besser an feste Zeiten und eingeplante To-Dos hältst. Achte nur darauf, dass ihr die Zeit auch wirklich zum Lernen nutzt und nicht nur über andere Dinge redet.