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Wie schreibt man ein Motivationsschreiben für ein Stipendium?

29.04.2026

Finn Richter

Eine Person schreibt etwas in einen Notizblock

Wenn du dich für ein Stipendium einer Stiftung bewirbst, musst du dich optimal „verkaufen“. Das Ziel deines Motivationsschreibens soll sein, deine Stärken, deine beruflichen Ziele und natürlich deine Motivation in den Mittelpunkt zu rücken. Du findest im Internet zahlreiche Vorlagen, die du als Inspiration nutzen kannst. Bedenke aber immer, dass du nicht die einzige Person bist, die solche Vorlagen verwendet. Wenn du dein Motivationsschreiben selbst erstellst, kommt es besser an. Dabei können dir Vorlagen als Inspiration helfen, aber auch unterstützende KI-Tools und Chat-Programme.

Warum überhaupt ein Motivationsschreiben?

Mit dem Motivationsschreiben machst du klar, warum gerade du einen Stipendienplatz verdient hast. Bei fast jeder Stiftung gibt es mehr potenzielle Stipendiat:innen als zu vergebende Stipendien. Nur wenn du überzeugst und zu den größten Hoffnungsträger:innen gehörst, hast du Chancen auf die Aufnahme in das Stipendienprogramm.

Im Rahmen deiner Bewerbung ist das Motivationsschreiben der wichtigste Part, denn hier geht es um dich als Person. Im Anschreiben stellst du dich zwar auch vor und legst deine Vita dar, du gehst aber nicht auf deine persönlichen Ziele, Träume und Gründe für die Wahl deines Studiums ein. Genau dafür ist das Motivationsschreiben gedacht.

Ist das Motivationsschreiben für ein Stipendium Pflicht?

Je nach Stipendium und vergebender Stelle (Firma, Organisation, Stiftung) ist ein Motivationsschreiben gefordert oder zumindest gern gesehen. Du solltest es auch dann einreichen, wenn es nicht explizit verlangt wird. Damit zeigst du der Stiftung, dass dir viel an dem Stipendium liegt und du bereit bist, dir besonders viel Mühe zu geben.

Die größte Herausforderung für Studierende ist die freie Erstellung des Schreibens. Zwischen einer und zwei Seiten sollte es lang sein, manche Organisationen und Stiftungen haben hier individuelle Vorgaben. Damit solltest du dich auseinandersetzen, denn so zeigst du, dass du deine Förder:innen kennst.

Die wichtigsten Punkte für dein Motivationsschreiben

Grundsätzlich kannst du frei entscheiden, was dein Motivationsschreiben enthalten soll. Es gibt keinen klassischen Aufbau, den jede:r Studierende befolgt oder befolgen muss. Wichtig ist aber, dass du die zentralen Fragen beantwortest und klar darlegst, warum du die oder der perfekte Kandidat:in für das Stipendium bist.

Punkt 1: Die Motivation für dein Studium

Zunächst legst du dar, was du studierst und warum du dich für diesen Studiengang entschieden hast. Hast du bereits bestimmte Schwerpunkte gewählt, erläutere sie und deine dahintersteckende Motivation. Erkläre der Kommission, warum du Freude an deinem Studium hast und was deine Ziele für die Zukunft sind. Wo siehst du dich in 10 oder 15 Jahren? Erläutere auch persönliche Gründe, z. B. wenn du die erste Person in deiner Familie bist, die überhaupt studiert.

Punkt 2: Deine individuelle Persönlichkeit

Was, außer deinem Studium, fasziniert und begeistert dich? Treibst du Sport? Hast du eine Sammelleidenschaft oder engagierst du dich sozial? Ein Ehrenamt oder eine soziale Tätigkeit schaffen einen positiven Eindruck, aber nur, wenn du es auch wirklich ausübst. Versuche nicht, jemand zu sein, der du nicht bist, aber halte auch nicht vor dem Berg, wenn du tolle Dinge in deiner Freizeit tust, die dich als Mensch ausmachen.

Punkt 3: Was sind deine Engagements?

Hochschulen und Fördervereine vergeben Stipendien vor allem an Studierende, die sich auch außerhalb des Studiums für den Campus und die Menschen allgemein engagieren. Wenn du beispielsweise kostenlos Nachhilfe erteilst oder als Trainer:in eines Sportvereins aktiv bist, gehören diese Engagements auf jeden Fall in dein Motivationsschreiben.

Vielleicht planst du auch ein neues Engagement und möchtest davon berichten? Erfinde hier nichts, was du am Ende ohnehin nicht machst. Erzähle nur dann davon, wenn du tatsächlich ein Ehrenamt planst oder bald die Fußballmannschaft auf dem Campus trainierst.

Punkt 4: Wofür wirst du dein Stipendium nutzen?

Stipendien werden unter anderem vergeben, damit du dein Studium finanzieren kannst und nicht nebenbei arbeiten musst. Erkläre, warum du das Geld gern hättest und wie du es nutzen möchtest. Würdest du dich mehr auf dein Studium fokussieren, weil du deinen Nebenjob nicht mehr benötigst? Planst du vielleicht ein unbezahltes Praktikum und würdest es über das Stipendium finanzieren? Je klarer du deine Motivation erklärst, desto besser sind deine Chancen.

Struktur für dein Motivationsschreiben

Die obigen Punkte wirst du natürlich nicht „Punkt für Punkt“ abarbeiten, sondern ihre Antworten einfließen lassen. Der strukturelle Aufbau deines Motivationsschreibens ist dir selbst überlassen, eine gute Struktur erleichtert den Empfänger:innen jedoch die Lesbarkeit.

So könntest du anfangen:

  • Beginne mit der formellen Anrede und erwähne eine direkte Ansprechperson.
  • Stelle dich vor und erkläre, was deine Motivation ist (Bewerbung für ein Stipendium).

So gehst du im Hauptteil weiter:

  • Erkläre, wie du zum Leitbild der Stiftung/Organisation stehst und ob/wie du dich mit ihren Werten identifizierst.
  • Verweise auf deine Qualifikationen und Eigenschaften, die dich zum geeigneten Empfänger oder zur Empfängerin eines Stipendiums dieser Stiftung machen.
  • Erläutere deine Ziele und gehe darauf ein, wie du das Stipendium nutzt.
  • Hebe deine persönlichen (sozialen) Werte hervor.
  • Mache klar, wie die Gesellschaft von dir und deinem Studium profitieren könnte, was du an Mehrwert bringen kannst.
  • Wie unterstützt du die möglichen Ziele der Stiftung/Organisation und was bringst du für die internen Werte?

So beendest du dein Motivationsschreiben:

Der Schluss macht das ganze Schreiben „rund“. Obwohl du noch nicht genau weißt, wie deine Karriere nach dem Studienabschluss weitergehen wird, solltest du hier noch einmal auf deine Vorstellungen hinweisen.

Du könntest erwähnen, wie du dich spezialisieren möchtest und welche Forschungsprojekte oder praktischen Projekte du planst. Geh darauf ein, was deine Pläne und Ziele sind und welche gesellschaftlichen Ziele du anstrebst. Bei einem sozialen Studium dürfte das etwas leichter fallen als bei einem Studium im Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Aber auch hier kannst du ethische Gesichtspunkte und nachhaltige Gedanken hervorheben.

Beispiel: Du studierst Gamedesign und bewirbst dich für ein Studium. Im Motivationsschreiben macht es einen besseren Eindruck, wenn du von Themen wie Diversity im Spiel sprichst, anstatt nur von „besseren Spielerlebnissen“. Ein gesellschaftlich relevantes Thema ist immer ein Anzeichen dafür, dass du einen echten Mehrwert für das Zusammenleben erreichen möchtest.

Am Ende verabschiedest du dich und fasst noch einmal zusammen, was die Aufnahme ins Stipendienprogramm für dich bedeuten würde. Betone, dass du dich über eine Einladung zum nächsten Schritt (meist das Auswahlgespräch) freuen würdest, und schließe mit herzlichen Grüßen.

Noten vs. soziales Engagement – warum nicht immer nur der reine Schnitt zählt!

Gute Studienleistungen sind für ein Stipendium Pflicht. Dennoch brauchst du nicht immer Bestnoten, um am Ende ausgewählt zu werden. Dein soziales und gesellschaftliches Engagement haben (je nach Stiftung) einen ebenbürtigen oder sogar stärkeren Einfluss auf die Entscheidung. Bist du ehrenamtlich sehr aktiv, sozial involviert und studierst auch noch in einem sozialen Bereich, hast du selbst mit durchschnittlichen Noten und einem cleveren Motivationsschreiben Chancen, ein Stipendium zu erhalten.

Wenn du dich für ein Stipendium der Hochschule Fresenius bewirbst, bewerten wir dich, deine Persönlichkeit und deine Leistung im Studium insgesamt. Gute Leistungen in einem Bereich sind zwar top, nur wenn alles stimmt, bist du aber der oder die geeignete Stipendiat:in für uns. 

Im Umkehrschluss erkennst du daran, dass du ohne soziales Engagement schlechtere Karten hast. Selbst wenn du kein Ehrenamt begleitest, aber mit deinem Instagram-Kanal für Selbstliebe und Diversity einstehst, sprich darüber! Deine Stipendiengeber:innen möchten sehen, was du für andere tun kannst und nicht nur für dich selbst.

Übrigens: Wenn du an der Hochschule Fresenius studierst, kannst du dich auch für verschiedene Stipendien bewerben. Eine Auflistung deiner Möglichkeiten, wie unser eigenes Hochschule-Fresenius-Stipendium oder das Deutschlandstipendium findest du auf unserer Seite zum Thema Studienfinanzierung.

Du hast Fragen?

Wir nehmen uns gerne Zeit für dich und beantworten deine persönlichen Fragen rund um ein Studium bei der Hochschule Fresenius.

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