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Literaturrecherche für deine Arbeit: So findest du gute Quellen

11.02.2026

Noah Sommerfeld

Student steht vor seiner Seminargruppe

Wenn du kurz vor einer wissenschaftlichen Arbeit stehst, ist die erste große Hürde die Literaturrecherche. Gerade bei der ersten Hausarbeit tun sich viele Studierende damit schwer. Es gibt so viele Datenbanken und mögliche Inspirationen, dass es schwerfällt, die sprichwörtliche Spreu vom Weizen zu trennen. Die gute Nachricht ist, dass du mit etwas Erfahrung viel leichter sinnvolle Quellen findest und dir damit die nächste Arbeit vereinfachst.

Die wichtigsten Grundlagen vor der Literatursuche

Bevor du anfängst, Quellen für deine Arbeit zu suchen, musst du zunächst die drei Arten von Literatur kennen:

  • Fachliteratur: Sie enthält wissenschaftliche Schriften, die einen Peer-Review-Prozess durchlaufen oder durchlaufen haben. Solche Quellen sind für deine wissenschaftliche Arbeit wertvoll, denn die (geprüften) Inhalte gelten als zuverlässig und genau. Wenn du dich an Fachliteratur als Quelle hältst, erstellst du in vielen Fällen hochwertigere Arbeiten. Typische Beispiele sind akademische Fachliteratur (Bücher), Zeitschriften oder Berichte von Konferenzen.
  • Primärliteratur: Bei solchen Texten handelt es sich um Primärtexte mit direktem Bezug auf die Erstveröffentlichung eines Forschungsergebnisses oder einer Studie. Du wirst bei der Recherche merken, dass viele Texte selbst nur Zitate von anderen Arbeiten wiedergeben. Deine Aufgabe ist es, den oder die eigentliche:n Urheber:in zu finden und mit der Primärquelle zu arbeiten.
  • Sekundärliteratur: Diese Form der Literatur fasst andere Quellen zusammen oder analysiert sie. Wissenschaftliche Reviews fassen beispielsweise verschiedene Einzelstudien und Untersuchungen zusammen und arbeiten diese auf. Wenn du dich einarbeiten möchtest, bietet dir sekundäre Literatur oft einen schnellen und hochwertigen Überblick. Du solltest aber bei Verwendung versuchen, immer die Primärquelle ausfindig zu machen, insbesondere wenn die Sekundärquelle z. B. ein Onlineblog ist, der sich auf ein Studienergebnis bezieht.

Wenn du die Art der Quellen kennst, benötigst du Datenbanken und Verzeichnisse, die du nach Literatur durchsuchen kannst.

Die besten wissenschaftlichen Datenbanken für deine Recherche

Suchst du Journals, wissenschaftliche Artikel, Primärquellen, Zeitschriften und Bücher, sind wissenschaftliche Datenbanken ein Muss. Nicht jede Datenbank passt zu jedem Fachgebiet, ein paar Allrounder stellen wir dir aber gern vor.

  • PubMed: Wenn du im Bereich Biowissenschaften oder Medizin arbeitest, ist das die wichtigste Datenbank für dich. Sie enthält eine umfassende Artikelsammlung und wird mit der US National Library of Medicine von einer äußerst seriösen Stelle betrieben.
  • Google Scholar: Dieses Tool wirst du während deines Studiums kennen und lieben lernen. Du kannst damit nach Konferenzpapieren, Dissertationen, Büchern, Fachartikeln und Onlinequellen suchen. Scholar ist vollständig kostenlos und ein guter Einstieg für deine Literatursuche.
  • Web of Science: Suchst du nach peer-reviewed Journals, bist du mit dieser Datenbank bestens bedient. Ähnlich funktioniert Scopus, die wohl größte Zitationsdatenbank der Welt. Web of Science ist etwas kleiner, verfügt aber über dieselben Zitationsfunktionen.
  • Directory of Open Access Journals: Die DOAJ ist eine kostenfreie Datenbank und beinhaltet Journals aus zahlreichen Disziplinen. Hier lohnt sich ein Blick immer, weil du keinen institutionellen Zugang benötigst.
  • JSTOR: Studierst du im Bereich Sozial- und Geisteswissenschaften, setze dir schon mal ein Lesezeichen zu JSTOR. Du bekommst mit dieser Datenbank Zugang zu Büchern, Primärquellen, Zeitschriften und Journals, die dir bei deinen Arbeiten nützlich sein können.

Volltextdatenbanken für den direkten Zugriff

Um direkt auf vollständige Bücher und Artikel zugreifen zu können, sind Volltextdatenbanken praktisch. JSTOR haben wir dir oben schon vorgestellt, hier findest du vieles, was du im Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften nutzen kannst. Weitere Anlaufstellen sind ScienceDirect und SpringerLink. Beide Plattformen bieten dir vielfach relevante Schriften für verschiedene Studienbereiche.

Wissenschaftliches Wissen soll seit einigen Jahren freier zugänglich werden. Zu diesem Zweck werden mehr und mehr Open-Access-Plattformen ins Leben gerufen. Sie ermöglichen dir ohne Spezialkonto den Zugang zu Publikationen mit Mehrwert.

Bücher als Quelle für deine Arbeit

Bücher sind grundsätzlich eine gute Quelle, wobei du zwischen Lehrbüchern und Fachbüchern unterscheiden musst. Ein Lehrbuch umfasst ein Thema breitflächiger und hilft dir dabei, wenn du ein Thema einordnen möchtest. Es ist wichtig, auf die Version zu achten, denn manche Bücher sind alt und die Inhalte längst überholt oder widerlegt.

Wenn du dich mit einem speziellen Themengebiet auseinandersetzen möchtest, sind Fachbücher sinnvoll. Sie beziehen sich auf einen Schwerpunkt und liefern dir wichtige Informationen. Auch hier musst du dringend das Erscheinungsjahr des Buches beachten. In der Wissenschaft gibt es ständigen Fortschritt und Literatur von 1980 spiegelt (in aller Regel) nicht mehr den Stand der heutigen Dinge wider.

Weitere literarische Quellen sind:

  • Fachzeitschriften bestimmter Branchen zu aktuellen Praxisthemen
  • Arbeitspapiere für spezifische Suche nach Themen
  • Lexika zur Übersichtgewinnung
  • Dissertationen und Doktorarbeiten
  • Journals und referierte Fachzeitschriften
  • Universitäts- oder Hochschulbibliothek als seriöse Quelle

Im Internet hast du dank der vielseitigen Datenbanken viele Möglichkeiten, Quellen zu recherchieren. Obwohl die Digitalisierung das Arbeiten verändert hat, ist die gute alte Bibliothek nach wie vor ein wichtiger Ort für Studierende. Vorteil hier ist, dass du dir bei der Hochwertigkeit der Quellen sicher sein kannst. In einer Bibliothek findest du wissenschaftlich ansprechende Werke.

Da es kaum möglich ist, die riesige Sammlung der Bibliotheken manuell zu durchsuchen, gibt es Online-Kataloge. Diese durchsuchst du mit Schlagworten und Stichpunkten, um relevante Ergebnisse zu bekommen.

Die wichtigsten Verzeichnisse sind:

  • WorldCat: Hier findest du Millionen Einträge aus wissenschaftlichen Bibliotheken aus aller Welt. Selbst wenn Schriften an deiner Hochschule nicht verfügbar sind, kannst du sie dank des Leihverkehrs zwischen verschiedenen Bibliotheken oft trotzdem ausleihen.
  • Karlsruher Virtueller Katalog: Dieser Metakatalog hat sich darauf spezialisiert, Kataloge anderer Bibliotheken für dich zu durchforsten. Wenn du auf der Suche nach internationaler Literatur bist, ist das eine praktische Lösung.
  • Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (DNB): Alle Bücher, die jemals in Deutschland veröffentlicht wurden, sind in der DNB gelistet. Du kannst hier gezielt nach Büchern, aber auch nach Dissertationen und anderen wissenschaftlichen Werken suchen.

Das Vorgehen in einer Universitäts- oder Hochschulbibliothek ist anders als in einer klassischen Mediathek oder Unterhaltungsbücherei. Lerne die Bibliothek so früh du kannst kennen und mach dich schlau darüber, wie die Ausleihe funktioniert und welche Entleihfristen gelten.

In deiner Hochschulbibliothek kannst du mit dem Online Public Access Catalogue (OPAC) nach Literatur suchen und schnellere Ergebnisse finden. Du erleichterst dir die Arbeit und weißt sofort, was du vor Ort ausleihen kannst und wofür du die Fernleihe benötigst.

Tipp: Einige der Datenbanken, auf die du Zugriff hast, wenn du an der Hochschule Fresenius studierst, sind:

  • Springer
  • Wiley eJournals
  • Statista
  • wiso-net
  • Hogrefe medizinische und psychologische eJournals und Einzellizenzen von eBooks
  • APA PsycArticles
  • Lehrbuchpakete von Elsevier, Nomos, Springer
  • Ciando
  • Web of Science
  • EBSCO Business Source Ultimate

Die zwei wichtigsten Recherchesysteme an der Hochschule

Im Laufe der Zeit entwickelst du ein Recherchesystem, mit dem du zurecht kommst. Manches weicht vielleicht von der Rechercheart deiner Kommiliton:innen ab, am Ende unterscheidet es sich aber hauptsächlich zwischen systematischer und unsystematischer Literaturrecherche.

Die systematische Recherche

Systematisch zu recherchieren heißt, dass du dir aus einer großen Menge an Literatur alle Veröffentlichungen heraussuchst, die einen Mehrwert für dich haben. Bevor du loslegst, bestimmst du die für deine Frage relevanten Suchbegriffe. Anschließend suchst du, scannst die Ergebnisse grob und wählst dann die von dir gewünschte Literatur.

Tipp: Die systematische Recherche ist optimal, wenn du deine Fragestellung schon entwickelt hast.

Die unsystematische Recherche

Diese Rechercheform wird auch als Schneeballsuche bezeichnet. Im ersten Schritt schaust du dir eine Quelle mit Themenrelevanz für dich an. Nun nutzt du die angegebene Literatur für weitere Quellen. Diese Quellen haben abermals Quellen, die du scannst und durchsuchst.

Achte bei dieser Methode auf die Aktualität deiner Ausgangsquelle. Ist sie bereits alt, sind neueste wissenschaftliche Erkenntnisse oft noch nicht untergebracht. Zur Inspiration bei der Themensuche oder auch zur Konkretisierung der Fragestellung ist diese Recherchemethode beliebt.

Wie du siehst, gibt es verschiedene Arten, Literatur für deine Arbeiten zu finden. Recherchierst du gründlich und baust dir ein solides Literaturverzeichnis auf, sind deine Ergebnisse besser. Sobald du die Basics der Recherche und die Regeln in der Bibliothek kennst, kann deine erste Hausarbeit kommen.

Du hast Fragen?

Wir nehmen uns gerne Zeit für dich und beantworten deine persönlichen Fragen rund um ein Studium bei der Hochschule Fresenius.

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