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Konzentration steigern: So bleibst du fit in anstrengenden Lernphasen

14.01.2026

Finn Richter

Studierende lernen in der Bibliothek

Du sitzt stundenlang über den Büchern und die Buchstaben verschwimmen vor deinen Augen? Obwohl du dir die größte Mühe gibst, bleibt das Gelesene nicht hängen? Deine Konzentration ist vermutlich gerade auf dem Nullpunkt. Das ist kein Grund zur Panik, vielen Studierenden geht es gelegentlich so. Es gibt aber einige Tipps und Tricks, mit denen du deinen Fokus kurz- oder langfristig steigern kannst und fitter bleibst.

Minimiere jede Form von Ablenkung

Dein Gehirn kann enorme Leistungen abrufen, wenn es dabei seine Ruhe hat. Das ständig vibrierende Smartphone, geöffnete Tabs mit Social-Media-Feeds oder Hintergrundgeräusche sind allerdings echte Energieräuber. Jede Ablenkung lockt dich von deiner Aufgabe weg und kostet Energie, um wieder hineinzufinden.

Lege dein Handy beim Lernen bewusst außer Reichweite oder schalte alles stumm, was du nicht benötigst. Apps zum Lernen oder Unterlagen kannst du dir natürlich digital bereitstellen, alles andere hat während der Lernzeit Pause. Selbst die Push-Nachrichten von WhatsApp können dich stressen, auch wenn du die Nachrichten nicht abrufst. Du weißt innerlich, dass da etwas ist und auf dich wartet, das stört.

Lerne an einem aufgeräumten und ruhigen Ort

Chaos am Schreibtisch überträgt sich schnell aufs Lernen. Der riesige Stapel mit den Unterlagen oder das ewige Suchen nach dem passenden Notizzettel bringen dich immer wieder aus dem Flow. Dein Gehirn nimmt Unordnung jedes Mal unbewusst wahr und signalisiert dir, dass du mal aufräumen solltest. Bevor du dich an den Schreibtisch setzt, schaffe Ordnung.

Lernst du nicht im Wohnheim, ist ein fester Lernort praktisch. Dein Kopf kann sich daran gewöhnen und schaltet automatisch in den „Lernmodus“.

Viele Studierende schwören auch darauf, den Lernort von Freizeitbereichen zu trennen. Du kannst dir zwar im Bett noch Unterlagen durchlesen oder wichtige Teile in deinen Büchern markieren, zuverlässiger lernst du aber an einem Platz, der dafür ausgelegt ist.

Erstelle dir einen realistischen Zeit- und Lernplan

Um effizient zu arbeiten, benötigen Menschen Struktur. Wenn du planlos ans Werk gehst, verlierst du viel Energie und Zeit mit der Frage, was du als Nächstes machen musst. Mit einem Lernplan strukturierst du dein Pensum in machbare Einheiten. Du musst nicht jede Minute durchtakten, aber eine gewisse Orientierung schaffen, welche Zeit am Tag dem Lernen dient.

Tipp: Du benötigst Pufferzeiten, sonst gerätst du unter Druck. Manchmal kommst du mit einem Kapitel doch nicht klar oder musst nachrecherchieren. Wenn du jetzt eine halbe Stunde Puffer hast, kannst du dir die Zeit ganz entspannt nehmen.

Wichtige Tipps für deinen Plan:

  • Schreibe dir auf, welche Themen für die Woche auf deinem Lernplan stehen.
  • Zerlege große Bereiche in kleine Schritte.
  • Plane realistisch und nimm dir lieber etwas weniger vor.
  • Baue Pausen ein, um deinem Kopf Erholung zu bieten.
  • Schreibe dir auf, was du geschafft hast, und nutze die Notizen als Motivation.

Setze auf Einzeltasking statt Multitasking

Wenn du versuchst, alles unter einen Hut zu bekommen, scheiterst du in den meisten Fällen. Multitasking liegt nur wenigen Menschen, die meisten Studierenden lassen sich von zu vielen Themen leicht ablenken. Dein Gehirn springt von Thema zu Thema und benötigt jedes Mal seine Zeit, um den Fokus wiederzufinden.

Konzentriere dich lieber auf eine Aufgabe nach der anderen. Lies ein Kapitel zu Ende, bevor du anfängst, dir Notizen zu machen. Recherchiere erst all deine Quellen, bevor du schon anfängst zu schreiben. Hast du einen Baustein deiner Aufgaben abgehakt, kannst du dich voller Konzentration dem nächsten Bereich widmen.

Steuere mit Ernährung und Flüssigkeit gegen das Lerntief

Stell dir dein Gehirn wie einen Motor vor, der Treibstoff benötigt. Essen allein reicht leider nicht, es muss die richtige Wahl sein. Das morgendliche Croissant mit Nutella vom Bäcker ist lecker, es sorgt aber auch für ein Tief am Vormittag. Isst du zu schwer, benötigt der Körper zu viel Energie für die Verdauung und hat weniger Kapazität zum Lernen.

Super geeignet sind:

  • Nüsse
  • Eiweiß oder pflanzliches Eiweiß
  • Hülsenfrüchte
  • langkettige Kohlenhydrate

Anstatt dich in der Mensa mit Pasta und in der Bibliothek mit Kaffee zu versorgen, greife zu einem Salat und etwas Protein und trinke stilles Wasser oder Tee. Dehydration ist ein Killer für deine Konzentration, schon ein leichter Flüssigkeitsmangel kann zu echten Problemen führen.

Etabliere Routinen und feste Lernzeiten

Dein Gehirn liebt es, routiniert und langweilig. Mit festen Strukturen kann es sich besser entspannen, deinen zwischenzeitlichen Switch auf YouTube oder TikTok nimmt es dir stattdessen übel.

Jede:r Studierende hat außerdem seine ganz eigenen „Hochphasen“, in denen der Kopf am frischesten ist. Halte dich an diese Zeiten, auch wenn es mal schwerfällt. Du lernst dadurch langfristig leichter, weil sich deine Gedanken einfacher sortieren lassen.

Routinen können dabei helfen, das Gehirn auf die anstehende Lernsitzung vorzubereiten. Vielleicht startest du immer mit einem Glas Wasser und einer Handvoll Nüsse, bevor du loslegst. Damit signalisierst du deinem Kopf, dass jetzt das Startsignal zum Lernen gefallen ist. Mit etablierten Routinen stellt sich dein Körper dann direkt auf solche Lernphasen ein.

Fördere deine Konzentration durch Pausen und Bewegung

Dein Kopf ist keine Hochleistungsmaschine, die ohne Unterbrechung auf Hochtouren läuft. Nach rund 45 bis 60 Minuten sinkt die Leistungsfähigkeit und du benötigst eine Pause.

Steh auf, geh ein paar Schritte durch den Raum oder mache ein paar Dehnübungen. Mit Bewegung sorgst du dafür, dass dein Kreislauf in Schwung kommt und mehr Sauerstoff ins Gehirn gelangt. Fünf bis zehn Minuten reichen, damit du dich wieder leichter und fitter fühlst.

Achtung: Pausen solltest du dafür nutzen, wirklich abzuschalten. Doomscrolling bei TikTok verhindert die kurze Phase der Regeneration. Gönn dir bewusst etwas Abstand, mach einen kleinen Spaziergang draußen oder atme am geöffneten Fenster ein paar Mal tief ein. Dann kannst du mit neuem Schwung weitermachen.

Langfristige Strategien für mehr Konzentration

Kurzfristige Tipps helfen dir, über einzelne Lernphasen hinwegzukommen. Langfristig bringst du deine grauen Zellen auf Trab, indem du dir deinen Lebensstil einmal genauer anschaust. Eine der größten Gefahren für deine Konzentration ist mangelnder Schlaf. Wenn du jeden Abend feiern gehst, fördert das zwar dein Sozialleben, reduziert aber deine Aufmerksamkeitsspanne. Sechs bis acht Stunden sind für erwachsene Menschen ein Muss, manche Studierende benötigen sogar noch mehr, um fit zu sein.

Genauso wichtig wie Schlaf und gesunde Ernährung ist Sport. Du kannst bereits mit dreimal pro Woche Bewegung dafür sorgen, dass deine geistige Leistungsfähigkeit steigt. Beim Sport baust du Stress ab und sorgst dafür, dass dein Gehirn besser durchblutet wird. Durch die Ausschüttung von Endorphinen fühlst du dich wacher, gesünder und selbstbewusster.

Wenn es dir jetzt noch gelingt, im Alltag auf Resilienz und Achtsamkeit zu setzen, meisterst du dein Studium mit Leichtigkeit. Der Lernstoff wird dadurch nicht weniger, du lernst aber, mit dem Druck in Klausuren- und Lernphasen besser umzugehen.

Mehr Konzentration benötigt keine Tabletten oder „Glück“, sondern die richtigen Rahmenbedingungen zum Lernen. Weniger Ablenkung, mehr Struktur und Selbstfürsorge geben deinem Gehirn die nötige Nahrung.

Du hast Fragen?

Wir nehmen uns gerne Zeit für dich und beantworten deine persönlichen Fragen rund um ein Studium bei der Hochschule Fresenius.

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