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Wir nehmen uns gerne Zeit für dich und beantworten deine persönlichen Fragen rund um ein Studium bei der Hochschule Fresenius.
Kiara studiert Psychologie (B.Sc.) an der Hochschule Fresenius in Hamburg. Kürzlich verbrachte sie ihr Study-Abroad-Auslandssemester an unserer Partnerhochschule in Shanghai. Hier berichtet sie nun von ihren Erlebnissen und Eindrücken.
„Wann leb ich nochmal 5 Monate in China?“, war mein Gedankengang, als ich die Ausschreibung für das Auslandssemester gesehen hab. „Bist du verrückt?“, haben meine Freunde gesagt.
Ja, ein bisschen. Deshalb habe ich auch schwupp, den Vertrag unterschrieben und habe mich auf den Weg zu einem Abenteuer gemacht, mit dem ich den oben genannten Freunden noch lange in den Ohren liegen werde.
Die Vorbereitung fühlte sich zunächst nach einem kleinen Verwaltungs-Marathon an. Formulare, Nachweise, Visa-Antrag. Aber ich hatte das Gefühl, nicht allein zu sein. Sowohl die Hochschule Fresenius als auch das International Office haben bei Fragen schnell geholfen und vieles verständlich erklärt.
Besonders überrascht hat mich das Visum. Ich hatte mit bürokratischem Chaos gerechnet, stattdessen war der Prozess erstaunlich unkompliziert. Online beantragen, wenige Tage warten, dann persönlich zur Visa-Stelle. In meinem Fall in Hamburg. Zwei Termine, einer zum Abgeben, einer zum Abholen, und das Thema war erledigt.
Ich habe mich außerdem bewusst entschieden, nur einen Hinflug zu buchen. Wie viele andere wollte ich nach dem Semester noch reisen. Diese Flexibilität war Gold wert. Zurück nach Deutschland bin ich schließlich von Tokio geflogen. Mein Hinflug nach Shanghai hat mich 280 EUR gekostet. Ein Preis, der sich fast unwirklich anfühlte für die Distanz.
Auch BAföG war ein Thema. Der Antrag ist aufwendig und nichts für Last-Minute-Planer. Aber es kann sich sehr lohnen, besonders wenn man die Studiengebühren korrekt als Härtefreibetrag angibt. Rückblickend war es den Aufwand wert. Ansonsten bietet auch die Hochschule Fresenius ein Auslandstipendium an.
Ich bin eine Woche vor Beginn der Orientierungswoche angereist. Eine der besten Entscheidungen überhaupt. Diese Woche hat mir Zeit gegeben, Shanghai voll auszukosten, bevor der Uni-Alltag begann.
Ich wohnte zunächst in einem Hotel direkt an der Nanjing Road, mitten im Zentrum. Und dort habe ich zum ersten Mal verstanden, was es heißt, wenn eine Stadt wirklich lebt. Nicht nur am Wochenende. Nicht nur bei gutem Wetter. Sondern immer.
Restaurants sind abends noch voll, selbst unter der Woche. Lichter spiegeln sich in Glasfassaden. Menschen sind unterwegs, lachen, essen, diskutieren. Und trotz der Größe hatte ich in sechs Monaten kein einziges Mal ein ernsthaft ungutes Gefühl. Shanghai ist unglaublich sicher.
Gleichzeitig musste ich lernen, dass hier vieles anders funktioniert. Das digitale System, die Bezahlsysteme, der Alltag. Dazu kommt die Sprachbarriere. Etwa 90 Prozent der Menschen sprechen kein Englisch. Am Anfang kann das einschüchternd sein. Aber mit Übersetzungsapps und etwas Geduld wird aus Unsicherheit schnell Routine.
Ich gebe jedem, der nach China reist, einen Tipp: VERLIERT NICHT EUER HANDY!
Seid besser als ich … Denn das ganze chinesische System ist auf den ständigen Einsatz von Mobiltelefonen ausgelegt. Ob Taxi, Bezahlen, Maps oder Übersetzer. Es hat einen Grund, warum man an jeder Ecke Powerbanks ausleihen kann. In China mein Handy zu verlieren, war also der absolute Worst Case. Aber genau in diesem Moment habe ich eine Seite des Landes kennengelernt, die man in keiner Statistik findet. Fremde Menschen, die mir geholfen haben, die sich Zeit genommen haben, die mich nicht allein gelassen haben. Diese Erfahrung hat mein Bild von China nachhaltig geprägt. Die Chinesen sind ein unglaublich freundliches, gastfreundliches Volk. (Und sie wollen ständig Fotos von einem machen, man fühlt sich wirklich wie ein Promi, egal, wo man hingeht.)
Ich habe mich für eine Wohnung in Nanxiang entschieden, also irgendwo zwischen Uni und Innenstadt. Im 13. Stock, ein Zimmer, kein Herd. Das ist in China normal. Gekocht wird selten klassisch westlich, entweder mit Kochplatte, oder man geht einfach essen. Für umgerechnet etwa 3 EUR bekommt man eine komplette Mahlzeit.
Rückblickend hätte ich mich klarer entscheiden sollen. Entweder komplett Campusleben oder komplett Innenstadt. An der Uni ist nach Vorlesungsende wenig los. In der Innenstadt dagegen pulsiert das Leben. Meine 4 bis 5 Tage Uni pro Woche, oft morgens, machten die Entscheidung im Alltag spürbar.
Das Studium selbst war eine interessante Mischung. Der akademische Anspruch war nicht übermäßig hoch, aber der Arbeitsaufwand deutlich intensiver als in Deutschland. Viele Präsentationen, Gruppenarbeiten und Berichte.
Teilweise war die Verständigung mit Dozenten schwierig, weil Englisch nicht immer sicher gesprochen wurde. Trotzdem war es gut machbar. Herausfordernder war eher die Masse an Abgaben. In meiner Klausurenphase hatte ich nur eine klassische Klausur, aber zahlreiche Berichte. (Schwerpunkt Media Psychology)
Was man definitiv beachten sollte: Es gibt eine Anwesenheitspflicht von 70 bis 80 Prozent. Das muss in Betracht gezogen werden, wenn man während des Semesters Reisen plant. Aber mit Wochenenden und 1-2 Tagen frei die Woche kommt man schon weit.
Shanghai ist so unglaublich vielfältig, dass wirklich für jeden was dabei ist.
Man kann das Großstadtleben auskosten, durch die French Concession laufen, in kleinen Bars sitzen, zwischen alten, baumgesäumten Straßen fast vergessen, dass man sich in einer der größten Städte der Welt befindet. Oder man geht abends zum Bund (Skyline View), was auch nach dem 20. Mal nicht langweilig wird.
Oder man entscheidet sich für das ruhige Studi-Leben in Jiading, mit Sportplätzen und Campusalltag.
Wer feiern möchte, findet Clubs wie INS. Wer entspannen möchte, geht für 15 EUR zur Massage oder verbringt einen halben Tag im Spa. Oder ihr lasst euch billig was schneidern beim Fabric Market.
Für mich waren es besonders die Trips, die ich in China gemacht habe, die dieses Semester zu etwas Besonderem gemacht haben, und mir das Land nahegebracht haben. Chinas einzigartiges Zugsystem und günstige Hotelpreise machen das Erkunden sehr einfach und attraktiv. Ich habe innerhalb des Semesters drei größere Trips gemacht.
Ein großer Kontrast zu den Megacities in China ist die wunderschöne Natur, die ich gar nicht so mit dem Land in Verbindung gebracht habe. Doch mein Kurztrip nach Anhui hat mir eine ganz andere Seite von China gezeigt. Nebelverhangene Berge, unfassbare Ausblicke. Huangshan National Park ist einfach atemberaubend. (Nein, wirklich, die Treppen sind schlimm).
Honcun hingegen ist eins von vielen, vielen Ancient Towns, die einem die ländlichere, historische Seite von China zeigen, und war auf jeden Fall einen Besuch wert.
Auch Beijing mit der Chinesischen Mauer, hat mir gezeigt, wie vielschichtig dieses Land ist.
Mein Tipp: Fahrt weiter raus. Es gibt verschiedene Abschnitte der Mauer, die man besuchen kann. Je weiter man sich von den ganz touristischen Bereichen entfernt, desto schöner wird es. Meine Fotos sind aus Jinshanling.
Und dann Städte wie Chongqing, die noch verrückter wirken als Shanghai, fast wie eine Kulisse aus einem Science-Fiction-Film. (Ja, es ist die Cyberpunk-City von Instagram.)
Oder Chengdu, mit seinen Pandas, die man unbedingt einmal gesehen haben muss.
Shanghai hat mich nicht nur geografisch weit weggebracht. Es hat meinen Blick verändert.
Man lernt, sich in einem komplett anderen System zurechtzufinden. Man lernt, mit Unsicherheit umzugehen. Man lernt, dass man auch ohne Sprache klarkommt. Und man lernt, dass eine Stadt mit 25 Millionen Menschen gleichzeitig chaotisch und erstaunlich organisiert sein kann.
Shanghai ist laut, riesig, intensiv. Aber es gibt auch diese leisen Momente. Auf einem Balkon im 13. Stock. In einer nächtlichen Metro. Auf einer Bergtreppe irgendwo in Anhui.
Ich bin mit Respekt hingeflogen.
Und mit einer ganz neuen Perspektive zurückgekommen.
Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen, der bereit für ein kleines Abenteuer ist.
Du studierst an der Hochschule Fresenius und interessierst dich für einen Auslandsaufenthalt?
Dann bist du beim International Office genau richtig. Informiere dich jetzt über deine Möglichkeiten!
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