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Plagiat vermeiden: Worauf du beim wissenschaftlichen Arbeiten achten musst!

18.02.2026

Noah Sommerfeld

Student steht vor einem Seminar

Was haben Karl-Theodor zu Guttenberg, Franziska Giffey und Annette Schavan gemeinsam? Sie sind (oder waren) nicht nur alle Politiker:innen, sondern haben wegen Plagiaten in Abschluss- und Doktorarbeiten einen Rückzug antreten müssen. Alle drei Politiker:innen verloren rückwirkend ihre Doktortitel und wurden wochenlang in der Presse thematisiert. In der Presse landest du vielleicht nicht, ein Plagiat kann aber auch für nichtberühmte Studierende erhebliche Folgen haben. Wir sagen dir, wie du versehentliche Plagiate vermeidest und dich absicherst.

Was ist ein Plagiat?

Klar, du weißt beim Wort „Plagiat“ sofort, dass hier eine Person geistiges Eigentum einer anderen Person „gestohlen“ hat. Es gibt Hochrechnungen und Befragungen, die von einer Plagiatsrate zwischen 18 und 20 Prozent bei Hausarbeiten und Bachelorarbeiten ausgehen. Das wären rund ein Fünftel aller Studierenden. Klingt erschreckend, aber oft entstehen Plagiate ohne Absicht und meist durch vermeidbare Fehler. Du musst nicht mit vollem Bewusstsein Zeile für Zeile eines bereits geschriebenen Buchs abtippen, um Plagiatsvorwürfe zu bekommen. Hier reicht schon fehlerhaftes Zitieren.

Doch kommen wir zur Grundfrage, was ein Plagiat eigentlich ist. Schreibst du eine wissenschaftliche Arbeit und nutzt Informationen, Aussagen und Zitate in deinem Text, musst du ein Literaturverzeichnis anlegen. Gibst du Autor:innen oder Quellen nicht an oder zitierst du falsch, kann das bereits zum Plagiatsvorwurf führen.

Deine Hochschule kann streng genommen schon dann an ein Plagiat denken, wenn du einen deiner Gedanken fast identisch wie eine Originalquelle verfasst hast.

Verschiedene Plagiatarten bei wissenschaftlichen Arbeiten

An Hochschulen wird zwischen zwei Arten von Plagiaten unterschieden, wobei eine davon nur selten vorkommt, die andere dafür umso häufiger.

Vollplagiat

Von einem Vollplagiat ist die Rede, wenn du einen kompletten Text von einer fremden Quelle übernimmst und ihn als eigene Arbeit ausgibst. Diese Art von Plagiat ist fast immer beabsichtigt und wird als Betrugsversuch gewertet. Die Folgen sind schwerwiegend und reichen bis zur Exmatrikulation.

Ein Vollplagiat kann auch dann entstehen, wenn du dir von Ghostwritern deine Abschlussarbeit verfassen lässt oder mit KI erstellte Texte per Copy & Paste übernimmst. Vereinzelt reichen Studierende alte Hausarbeiten von anderen Personen ein, aber auch dabei handelt es sich um Plagiate.

Teilplagiat

Die wesentlich häufigere Plagiatsart bezieht sich nur auf Teile von Texten. Die Übernahme indirekter oder direkter Formulierungen, aber auch die Übernahme von Ideen sind typische Fälle. Werden die ursprünglichen Urheber:innen nicht korrekt genannt, ist das ein Plagiat.

Hier einige klassische Beispiele:

  • Du zitierst ohne Quellenangaben
  • Du übernimmst Teile einer eigenen Hausarbeit von dir
  • Du stiehlst eine Idee, ohne Urheber:innen zu nennen
  • Du paraphrasierst und behältst einige Originalbestandteile

Der am häufigsten vorkommende Fehler sind Zitatpannen. Dahinter steckt in den seltensten Fällen Absicht, sondern eher Unaufmerksamkeit oder unsauberes Arbeiten. Am Resultat ändert das nichts, ein Plagiat kann schwere Folgen für dich haben.

Sind KI-Texte an der Hochschule als Plagiate zu werten?

Mit ChatGPT, Gemini und anderen Chatbots kannst du in kurzer Zeit seitenweise Text generieren. Einen direkten menschlichen Urheber gibt es nicht, die KI kannst du nicht zitieren. Allerdings werden KI-generierte Texte trotzdem als Teil- oder Vollplagiat gewertet, je nachdem, wie du sie nutzt.

Kopierst du den KI-Text und gibst ihn als deinen eigenen aus, ist es ein Vollplagiat. Du könntest den Chatbot als Urheber angeben, verstößt damit aber vermutlich gegen die geltenden KI-Vorschriften der meisten Hochschulen.

Gleichzeitig ist nahezu jeder KI-Text auch ein Teilplagiat, weil die Chatbots vorhandene Quellen nutzen und keine Autor:innen benennen. Bittest du den Bot um Quellen, zitiert er oft falsch oder nennt nicht existierende Quellen.

Was passiert bei einem Plagiat im Studium?

Deine wissenschaftlichen Arbeiten dienen dazu, deine Kompetenzen bei der Bearbeitung von Fragestellungen zu prüfen. Plagiierst du, betrügst du nicht nur die Hochschule, sondern auch dich selbst. Geh davon aus, dass jede deiner Arbeiten auf Plagiate überprüft wird. Dank der Digitalisierung ist das heute effektiver als jemals zuvor.

Noch bevor deine Dozierenden die Arbeit überhaupt in Augenschein nehmen, wird sie durch einen Plagiatscheck und einen KI-Scanner gejagt. Letztere sind nicht sehr zuverlässig, sodass die alleinige Anzeige von KI-generierten Inhalten noch kein großes Problem darstellt. Dozierende erkennen oft auch ohne KI-Scanner, ob du etwas selbst verfasst oder mit typischen Bots erstellt hast.

Fällst du im Plagiatcheck auf, wird es problematischer. Bist du Studienbeginner:in und hast Fehler beim Zitieren gemacht, musst du nicht um deinen Studienplatz fürchten. Deine Note rutscht etwas in den Keller, deine Dozierenden werden mit dir sprechen, aber der Verdacht auf Absicht ist gering.

Besteht ein schwerer Teil- oder Vollplagiatverdacht, wird deine Arbeit vor eine Kommission gebracht. Dort wird sorgfältig geprüft, ob du Fehler gemacht oder versucht hast, zu täuschen. Wird dir ein Täuschungsversuch vorgeworfen, kann das erhebliche Konsequenzen haben.

Bei einer Hausarbeit kommst du im besten Fall mit einer Prüfungswiederholung davon. Hast du bereits einen akademischen Grad, kann er dir bei einem schwerwiegenden Plagiat aberkannt werden. Bist du noch im Studium, ist bei einem schweren Betrug die Exmatrikulation möglich.

Geh auf Nummer sicher und verhindere Plagiate in deinen wissenschaftlichen Arbeiten

Wir müssen dir sicherlich nicht erzählen, dass ein Vollplagiat keine Lösung ist, selbst wenn du dich aktuell mit deiner Hausarbeit schwer tust oder nicht vorankommst. Wenn du merkst, dass nichts mehr geht, suche dir Hilfe. Das können Kommiliton:innen sein, aber auch deine Studienberatung, wenn du nicht mit Freund:innen und Mitstudierenden reden möchtest. Um dir Plagiatsvorwürfe von Anfang an zu ersparen, haben wir für dich Maßnahmen zur Absicherung zusammengestellt.

Richtig paraphrasieren ohne Plagiat

Wenn du einen Text aus einer Originalquelle in eigenen Worten wiedergibst, musst du ihn vollständig umformulieren. Übernimmst du einzelne Passagen eins zu eins und gibst keine Quelle an, wird dir das als Plagiat angerechnet.

Eine Paraphrase ist zwar bei oberflächlicher Betrachtung nicht mehr der Originaltext, der Inhalt wurde aber immer noch von einer anderen Autorin oder einem Autoren erschaffen. Du bist daher auch beim Umformulieren und Umschreiben verpflichtet, die Quelle anzugeben!

Richtig zitieren ohne Plagiat

Möchtest du einen ganzen Satz oder einen Abschnitt von einer fremden Autorin oder einem fremden Autor angeben, setzt du ihn in Anführungszeichen und führst die Quelle auf.

Stell dir vor, der oder die Autor:in einer alten Studie hat geschrieben, dass Plagiate an Hochschulen zunehmen und ernsthafte Folgen haben. Würdest du diesen Satz nun übernehmen und ihn als deine eigene Erkenntnis ausgeben, wäre das ein Plagiat.

Zitierst du den Satz, weil er gut zu deiner Arbeit passt, und gibst den echten Verfasser oder die Verfasser:in an, kannst du den Input einfließen lassen und bist rechtlich auf der sicheren Seite.

Lege ein Literaturverzeichnis an

Wenn du einen Text paraphrasiert oder zitiert hast, musst du die verwendete Quelle in deinem Literaturverzeichnis nennen. Erkundige dich vorher bei deiner Hochschule, welche Zitatversion gewünscht ist, denn hier gibt es Unterschiede.

Ein korrekt angelegtes Literaturverzeichnis schützt dich vor Plagiatsvorwürfen. Es macht einen Unterschied, ob du schusselig warst und die Seitenzahl vergessen hast (was auch nicht vorkommen sollte), oder ob du eine Quellenangabe vollständig (bewusst oder unbewusst) weglässt.

Arbeite vorausschauend mit deinen Quellen

Du wirst bei großen und umfassenden Arbeiten viele verschiedene Quellen nutzen. Unser Tipp an all unsere Studierenden lautet immer gleich: Achtet auf eine gute Organisation!

Der erste große Fehler passiert, wenn du überzeugt davon bist, dass du dir die Quelle „merken“ kannst. Jede von dir verwendete Quelle sollte sofort mit all ihren Details notiert werden. Du kannst dafür Verwaltungsprogramme verwenden oder dir ein eigenes Dokument in Word oder Google Docs anlegen.

Abschluss deiner wissenschaftlichen und plagiatfreien Arbeit

Befolgst du die obigen Tipps, umgehst du die Gefahr des Plagiats zuverlässig. Bevor du deine Arbeit einreichst, solltest du einen letzten Schritt machen und deinen Text selbst von einer Plagiatsoftware überprüfen lassen. Solche Programme zeigen dir auf, wo möglicherweise ein (ungewolltes) Plagiat entstanden ist. Du kannst die Stellen verbessern und verhinderst so, dass dir ein Fehler passiert. Nutze am besten ein Programm, bei dem du genutzte Dokumente und Quellen hochlädst und deine Arbeit dann auf Plagiate überprüfst. Das kostet zwar etwas Geld, dafür kannst du nach der Abgabe aber durchatmen und bist sicher und plagiatfrei unterwegs.

Du hast Fragen?

Wir nehmen uns gerne Zeit für dich und beantworten deine persönlichen Fragen rund um ein Studium bei der Hochschule Fresenius.

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