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Hintergrund

Thema für die Bachelorarbeit finden: Wie gehe ich am besten vor?

11.03.2026

Julia Wagner

Ein Student steht vor dem Seminar im Hörsaal

Das Thema deiner Bachelorarbeit ist die Basis fürs Gelingen des gesamten Arbeitsprozesses. Liegt dir das Thema nicht, gestalten sich Recherche und Arbeit deutlich schwieriger als bei einem passgenauen Thema. Daher solltest du einen Teil deiner Zeit investieren, um genau das richtige Thema für dich und deinen Interessensbereich zu finden. Klingt schwierig? Für die Studierenden der Hochschule Fresenius ist die Themensuche auch immer wieder herausfordernd, doch mit den richtigen Dozierenden an der Seite und ein paar Tipps für die Themensuche, lässt sich diese Hürde meistern.

Das muss dein Thema für die Bachelorarbeit können

Die absoluten Grundlagen sind die Anforderungen deiner Hochschule, allerdings lassen dir die meisten Einrichtungen viel Freiheit bei der Themenwahl. Hast du bereits einen Wunsch, sprich mit deiner Erstgutachterin oder deinem Erstgutachter darüber, ob das in Ordnung geht und die Rahmenbedingungen erfüllt sind.

Steht dem nichts im Wege, sollte dein Thema hauptsächlich zu dir passen und dabei unter anderem diese Kriterien erfüllen:

  • Du hast Lust, dich damit über mehrere Wochen intensiv auseinanderzusetzen.
  • Dein Vorwissen ist ausreichend, sodass du dich intensiv einarbeiten kannst.
  • Das Thema deiner Bachelorarbeit ist für deine späteren Berufsziele interessant und relevant.
  • Die Bearbeitung ist während der zur Verfügung stehenden Zeit realistisch möglich.
  • Die genauen Anforderungen variieren je nach Hochschule, aber die nachfolgenden Rahmenbedingungen sind realistisch und (mit kleinen Abweichungen) passend zur Bachelorarbeit.
  • Nach der Prüfungsamt-Meldung hast du im Schnitt zwischen acht und zwölf Wochen Zeit.
  • Inhaltlich musst du deine Studienrichtung treffen, empirische Forschungsprojekte sind aber meist erlaubt.
  • Du musst keine Forschungslücke schließen, aber eine nachvollziehbare Arbeit nach wissenschaftlicher Methodik auf die Beine stellen.

Tipp: Schon während du nach deinem Thema suchst, solltest du auch deine Betreuungsperson finden. Sie ist für die Anmeldung deiner geplanten Bachelorarbeit wichtig und muss deinem Thema zustimmen.

Sammle Ideen vor deiner Entscheidung

Wenn du die Richtlinien kennst und weißt, worum es geht, solltest du mit einem Brainstorming starten. Mach dir Notizen und schreibe alles auf, was dir zuerst in den Kopf kommt. Im Netz findest du Themendatenbanken, die dir Orientierung geben können. Du kannst dich aber auch selbst inspirieren lassen (oft der bessere Weg), indem du folgende Quellen für deine Ideensuche nutzt:

  • Forschungsprojekte deiner Hochschule
  • Eigene Erfahrungen aus deinen bisherigen Praktika oder Werkstudierendenjobs
  • Fachbücher und Podcasts
  • Studienmaterialien aus deinen Hausarbeiten oder Vorlesungen
  • Hast du eine umfangreiche Liste mit Ideen, geht es an die Sortierung. Nicht jede Idee kann umgesetzt werden, daher solltest du dir immer die nachfolgenden Fragen stellen:
    • Hat das Thema einen ausreichenden Bezug zum Studieninhalt?
    • Gibt es zum Thema ein Problem, aus dem sich eine relevante Fragestellung entwickeln lässt?
    • Kennst du eine empirische Methode, die sich für dein Thema eignet?
    • Stehen genug Quellen und Literatur zur Verfügung, um eine Arbeit zu verfassen?
    • Lässt sich das Thema in acht bis zwölf Wochen behandeln?

Am Ende solltest du noch einen kleinen Zettel mit wenigen Themenideen haben, die alle Kriterien erfüllen. Für diese Themen beginnst du nun mit einer kleinen Literaturrecherche. Bietet dir ein Thema nicht genug Fachliteratur, streiche es von der Liste, bis du nur noch wenige Themen zur Verfügung hast.

Grenze dein Thema ein

Hast du dich für ein grobes Thema entschieden, geht es um die Herausarbeitung einer Forschungsfrage. Gehen wir davon aus, du hast dich für das Thema „Marketing“ entschieden. Das ist natürlich zu komplex, um daraus in der vorgegebenen Zeit eine Bachelorarbeit zu erstellen. Du konkretisierst jetzt also weiter. Das könnte wie folgt aussehen:

Marketing

  • Online-Marketing
  • Online-Marketing mit KI
  • KI-Einsatz in deutschen Marketingunternehmen
  • Fallstricke des KI-Einsatzes in deutschen Marketingunternehmen unter Einbeziehung des EU-Acts AI

Du hast also am Ende nicht nur ein grob strukturiertes Thema, sondern eine konkrete Fragestellung zu einem studienrelevanten Thema. Marketing ist hier nur ein Beispiel. Studierst du Psychologie oder Soziale Arbeit oder einen anderen Bereich, liegt der Themenschwerpunkt dort.

Prüfe das Vorhandensein von Literatur

Wenn dein Thema konkret genug ist, geht es darum, die exakte Fragestellung zu erarbeiten und herauszufinden, ob es überhaupt ausreichend Literatur gibt. Zunächst einmal schaust du dir vorhandene Publikationen an und prüfst dann, ob es auch genug Sekundärliteratur gibt.

Finde heraus, ob deine Frage schon einmal beantwortet wurde und ob du einen Ansatz findest, den du aus einem anderen Blickwinkel beleuchten oder vertiefen möchtest.

Tipp: Um Zeit zu sparen, kann dir KI an dieser Stelle weiterhelfen. KI-Programme fassen dir große Literatursammlungen kompakt zusammen, sodass du einen Überblick der bisherigen Werke in kurzer Zeit durcharbeiten kannst.

Die Formulierung deiner Forschungsfrage

Du hast dein Thema, deine Betreuungsperson steht dir zur Seite, und jetzt geht es an den nächsten Schritt. Du benötigst die eigentliche Forschungsfrage. Sie muss objektiv, themenrelevant und präzise formuliert sein, außerdem muss es eine Antwort geben.

Halte dich bei der Formulierung an die folgenden Richtlinien:

  • Es dürfen keine Vermutungen in der Frage enthalten sein.
  • Eine einfache Ja- oder Nein-Frage ist nicht zulässig.
  • Du darfst in deiner Forschungsfrage weder „oder“ noch „und“ unterbringen, denn damit würdest du statt einer gleich zwei Fragen untersuchen.
  • Die Forschungsfrage muss zu deinem Zeitrahmen passen.
  • Die von dir zu erarbeitenden Kenntnisse liegen so bisher nicht vor.

Beachte unbedingt: Sobald du dein Thema beim Prüfungsamt eingereicht hast, tickt die Uhr. Am besten hast du dich vorher schon bei deiner Hochschule erkundigt, welche Zitierregeln gewünscht sind und welche Form du anwenden musst.

Was passiert bei einem falsch gewählten Thema?

Die meisten Studierenden sind auch nach der Themenwahl zufrieden, insbesondere wenn die Auswahlphase sorgfältig durchgeplant wurde. Trotzdem kann es passieren, dass du nach der Anmeldung und dem Bearbeitungsbeginn bemerkst, dass das Thema doch nicht zu dir passt.

An manchen Hochschulen und Universitäten hast du die Möglichkeit, dein Thema zurückzugeben. Ob das an deiner Einrichtung der Fall ist, erfährst du mit Blick auf die Studien- und Prüfungsordnung.

Zu Beginn der Arbeit hast du größtenteils die Möglichkeit, eine komplette Themenänderung beim Prüfungsamt zu beantragen. Der erste Bearbeitungsmonat sollte noch nicht vorüber sein. Geht es nur um kleine Anpassungen des Titels oder der konkreten Fragestellung (bei identischem Grundthema), ist das auch später noch möglich. Dein:e Betreuer:in unterstützt dich dabei und gibt dir Feedback, wenn du unsicher bist.

Was du beachten musst: Ein Themenwechsel will wohlüberlegt sein. Du musst ihn beim Prüfungsamt beantragen und dir geht wertvolle Zeit verloren. Um das zu verhindern, solltest du dir lieber vorher Zeit nehmen und deine Fragestellung mit Sorgfalt ermitteln, als später noch einmal zu wechseln.

Du hast Fragen?

Wir nehmen uns gerne Zeit für dich und beantworten deine persönlichen Fragen rund um ein Studium bei der Hochschule Fresenius.

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