18-06-2019 • Idstein

Von der Idee bis zum Business Plan – Studierende spielen aktive Rolle bei der Geschäftsentwicklung

Das Praxisprojekt PANDA der Hochschule Fresenius, zuvor bekannt unter dem Titel „Idee sucht Gründer“, hat seine zweite Runde erfolgreich abgeschlossen. Studierende am Fachbereich Chemie & Biologie bekommen von einem echten Unternehmen eine Geschäftsidee und entwickeln diese bis zum Business-Plan weiter. Für beide Seiten ist das eine Win-Win-Situation: Studierende erleben hautnah die berufliche Praxis. Unternehmen lagern einen Geschäftsbereich aus, der sich durchaus zum erfolgreichen Zukunftsmodell entwickeln könnte – für dessen Erprobung ihnen selbst aber Ressourcen fehlen.

Idstein. „Die chemische Industrie ist nicht die innovativste am Markt“, sagt Prof. Dr. Stephan Haubold, Studiendekan der Wirtschaftschemie an der Hochschule Fresenius und Initiator des PANDA-Projekts. Nur fünf Prozent des Umsatzes fließt laut seinen Angaben in Innovationen – in der pharmazeutischen Industrie sind es zum Vergleich hingegen 18 Prozent. „Das liegt aber nicht daran, dass es an Ideen mangelt. Es fehlt eher am Personal und den notwendigen Prozessen, warum Projekte nicht in Angriff genommen werden können. Aus diesem Dilemma bieten wir mit unseren Studierenden einen Ausweg an.“

Umfassende Herausforderungen

Die Ergebnisse fallen stets unterschiedlich aus und spiegeln so den beruflichen Alltag wider. „Auch aus dem Misserfolg lassen sich wertvolle Erkenntnisse für die weitere Karriere ziehen“, so Haubold. „In diesem Jahr wurde aber ein Projekt deshalb nicht fortgesetzt, weil das Unternehmen in die intensive Prüfung gegangen ist, ob es nicht selbst ein Geschäftsmodell entwickeln möchte – ein größeres Kompliment können unsere Studierenden gar nicht bekommen.“ Die Herausforderungen sind sehr umfassend und vielfältig: Angefangen bei Marktrecherche und Konkurrenzbeobachtung, dürfen die Studierenden im nächsten Schritt die direkte Zielgruppenansprache nicht scheuen. Im Idealfall sind sie in der Lage, ein Netzwerk aufzubauen, aus dem sich später Kunden generieren lassen. Daneben müssen sie auch Produktionszyklen analysieren können und Elemente des Change-Managements beherrschen.

In manchen Fällen geht es ja um die Neumodellierung von Prozessen, die es bisher in dem jeweiligen Unternehmen noch nicht gab. Oder sogar in der Gründung eines Start-ups: „Es war hochinteressant zu sehen, welche Schritte notwendig sind, um eine Firma aufzubauen und sie aussichtsreich am Markt zu etablieren. Für mich war das Projekt eine tolle Erfahrung“, schildert Jan Hartenfels, der an der Hochschule Fresenius im vierten Semester Angewandte Chemie studiert. Das alles mündet dann in einem Business Plan, auf dessen Grundlage die Geschäftsführung entscheidet, ob und wie es weitergeht.

Die Unternehmen, die bisher mitgemacht haben, sind jedenfalls angetan von dem Angebot. Dr. Ralf Findeis, Business Director Marketing & Sales der Weylchem InnoTec aus Frankfurt am Main: „Die vergangenen neun Monate haben sehr viel Spaß gemacht. Es ist beeindruckend, mit welcher Professionalität die Studierenden an die Aufgabenstellung herangegangen sind. Sie haben viele Fragen vollkommen selbstständig klären können. Der Teamspirit war einzigartig.“ Bereits zum zweiten Mal beteiligte sich dieses Jahr die in Hünstetten beheimatete Biogrund an dem Praxisprojekt der Hochschule Fresenius.

Der Name PANDA steht für “Powering actions for the natural development of microAccelorators”. Die “Mikrobeschleuniger” sind kleine Einheiten, die Ideen für Unternehmen in die Tat umsetzen.

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