21.12.2021

SAJENT CLUB App erleichtert das Onlineshopping von Schmuck

Interview von Stefanie Nix Bambaren & Nadja Riedel

Die Gründerinnen von SAJENT CLUB

Man möchte Schmuck kaufen, aber die Auswahl ist riesig. Wo soll man anfangen zu suchen? Genau das haben sich die beiden Gründerinnen von SAJENT CLUB gedacht. Mit ihrem programmierten Algorithmus bekommen ihre App-Nutzer:innen ihren favorisierten Schmuck sämtlicher Onlineshops angezeigt. Das heißt, die Schmuckauswahl ist bereits auf die Bedürfnisse der Nutzer:innen abgestimmt. Wir haben mit Adriana Kauss und Jessica Lochte über ihre Gründung und ihre Zeit im Accelerator Program des Pioneer Lab im Interview gesprochen.

Was macht euer Unternehmen?

Es handelt sich um eine Online-Plattform (App), die der Vermittlung von Online-Schmuckhändlern und Kunden dient. Bei der SAJENT CLUB App kann sich der Nutzer durch alle im Backend des Algorithmus mit KI hinterlegten Onlineshops swipen – ähnlich wie bei Tinder, nur eben für Schmuck.

Was ist dabei euer USP (Unique Selling Point)?

Die SAJENT CLUB App vereint alle Onlineshops in Einem und dient so nicht nur als Shopping-App, sondern auch als Inspirationsquelle. Der Algorithmus mit KI passt sich durch das Benutzen der App an jeden Nutzer und jede Nutzerin einzeln an und sorgt somit dafür, dass ihm/ihr nur noch die Produkte angezeigt werden, die zu ihm/ihr passen. Dazu bietet die App die Möglichkeit, alle favorisierten Produkte in einem Ordner mit Filter untereinander zu vergleichen und einzelne Listen mit seinen Liebsten zu teilen – wir wollen damit das Schenken revolutionieren und vereinfachen.

Wie seid ihr auf den Namen gekommen?

SAJENT steht für Search Agent – nur stehen das A und das J für Adriana und Jessica (die Anfangsbuchstaben der Gründerinnen). Das CLUB haben wir mit aufgenommen, da es eben nicht eine klassische Shopping-App sein soll, sondern mehr: Wir möchten eine ganze Community aufbauen und den Social Charakter der App hervorheben.

Erzählt etwas über euch!

Wir sind Adriana und Jessica, 23 und 24 Jahre alt und kommen aus dem Raum Frankfurt. Unseren Bachelor haben wir beide an der Hochschule Fresenius gemacht und hatten zu diesem Zeitpunkt schon geplant, uns irgendwann selbstständig zu machen – nur fehlte da eben noch die passende Idee dazu. Als wir den Studiengang Unternehmensgründung & Entrepreneurship gesehen haben, war uns direkt klar, dass wir hier gut aufgehoben sein werden und es eine sehr gute Grundlage für das sein wird, was wir vorhaben. Wir sind seit Jahren beste Freunde und verstehen uns blind – auch das war ein Grund, wieso wir relativ zügig, nachdem wir unsere Idee hatten, gegründet haben. Allein wären wir diesen Schritt wohl nicht gegangen, zusammen haben wir aber das Gefühl, alles schaffen zu können. Wir sind – vor allem zusammen – sehr extrovertierte, offene und quirlige Persönlichkeiten. Wir sehen in Allem immer das Positive und lassen uns nicht so leicht unterkriegen. Neben unserem Studium, der Gründung und unseren Werkstudentenjobs sind wir am liebsten am Reisen, Shoppen oder Essen. Wir lieben Schmuck und wären definitiv unsere besten Kunden – Ihr könnt euch also vorstellen, wie sehr wir uns auf die App freuen!

Adriana Kauss und Jessica Lochte von SAJENT CLUB
Adriana Kauss und Jessica Lochte von SAJENT CLUB

Welche Herausforderungen habt ihr aktuell?

Aktuell befindet sich unser Prototyp in der Entwicklung, was so einige Hürden mit sich bringt. Da war im Januar den MVP der App geliefert bekommen, sind wir momentan auf der Suche nach weiteren Entwicklern, die sich um die Fertigstellung der App kümmern. Zudem müssen viele rechtliche und organisatorische Faktoren geklärt werden, bevor die App launchen kann. Wir bereiten uns auch auf Investorengespräche vor, damit wir schnellstmöglich alle geplanten App-Features und Marketingkampagnen umsetzen können.

Wie steht es um eure Finanzierung?

Bei unserem Unternehmen handelt es sich um eine GmbH, welche wir am 07.05.2021 gegründet haben. Außer unserem Startkapital mussten wir bis jetzt kaum finanzielle Mittel in die Hand nehmen. Unser MVP der App wird in Kooperation mit der Hochschule Fresenius von den Studierenden des Studiengangs Wirtschaftsinformatik als Projekt entwickelt, wofür wir sehr dankbar sind. Dies alles ist durch unser Studium und die Aufnahme in das Accelerator Program entstanden. Ab Februar beginnen wir mit Investorengesprächen und Investitionsrunden, um die finanziellen Mittel für die Fertigstellung der App und das Marketing aufbringen zu können.

Wie seid ihr auf den Company Builder aufmerksam geworden?

Im ersten Semester unseres Master-Studiums hatten wir das Fach „Start-Up Bootcamp“, in welchem auch unsere Idee entstanden ist. Hier haben wir als Prüfungsleistung unsere Idee und ein dazugehörendes Geschäftsmodell vor unserem Dozenten Prof. Dr. Dennis Lotter und ein paar Business Angels gepitcht. Mit einer sehr positiven Rückmeldung wurden wir auf den Company Builder aufmerksam gemacht, für den die Bewerbungsfrist drei Tage später endete. Relativ spontan haben wir uns beworben und dann ging alles sehr schnell: Wir wurden in das Inkubator Programm (Pioneer Creator), welches die Vorbereitung für den Accelerator ist, aufgenommen und konnten 6 Monate später in den Accelerator aufsteigen.

Welche Erfahrungen habt ihr bisher mit dem Company Builder gemacht?

Wir sind jetzt seit Februar 2021 im Company Builder. Die ersten 6 Monate davon waren wir im Inkubator (Pioneer Creator) und seit September sind wir Teil des Accelerator (Pioneer Program). Alle Erfahrungen, die wir in der Zwischenzeit machen durften, haben uns weitergebracht und geholfen, alles so umzusetzen, wie wir es vorhatten. Uns wurden von Beginn an Experten und Berater aus jeglichen Bereichen zur Verfügung gestellt, die wir zu jeder Zeit um Rat fragen konnten – was wir definitiv auch getan haben! Auch die angebotenen Workshops, Vorträge und Challenges unter den Acceleratoren haben uns geholfen, andere Perspektiven mit einzubeziehen und manchmal vielleicht andere Richtungen einzuschlagen. Der Austausch untereinander und das Netzwerk sind sicherlich einer der besonderen Punkte im Accelerator Programm. Auch persönlich sind wir beide in der Zeit im Company Builder stark gewachsen und haben viel lernen können. Wir haben beispielsweise lernen müssen, mit Kritik umzugehen und diese umzusetzen, was nicht immer einfach war, sich aber am Ende bewährt hat.

Habt ihr schon einmal daran gedacht, aufzugeben?

Tatsächlich noch nie! Wir freuen uns immer noch wie am ersten Tag, unsere Idee gerade umzusetzen und können kaum abwarten, was noch auf uns zukommt. Auch wenn es bestimmt nicht immer einfach oder rosig sein wird, sind wir froh, dass wir einander haben und unterstützen. Wir glauben fest an den SAJENT CLUB und uns und können es kaum abwarten, euch die App vorstellen zu können.

Habt ihr Vorbilder, an denen ihr euch orientiert?

Wow, da fallen uns so viele Menschen ein, die etwas getan oder erreicht haben, das wir bewundern. Wir orientieren uns besonders an erfolgreichen Powerfrauen und Girlbosses, die wir ja später auch einmal sein wollen. Es ist sowieso bemerkenswert zu sehen, wie sehr die Female-Entrepreneurship-Bewegung vorwärts geht und sind stolz, ein Teil davon sein zu können. Wir sind in vielen Gruppen mit Bezug auf diese Themen und stehen in Austausch mit einigen Gründerinnen, die wir sehr bewundern. Besonders ihre Background-Stories und Erfolgsgeschichten dienen uns als Motivation.

Was wollt ihr gründungsinteressierten Studierenden mit auf den Weg geben?

Traut euch! Das Risiko und die Erfahrungen, die ihr machen werdet, kann man nicht miteinander aufwiegen – natürlich ist es ein großer Schritt und könnte alles verändern, aber es lohnt sich. Allein die Verwandlung, die man als Gründer:in über die Zeit der Vorbereitung, des Gründens und des Arbeitsalltags durchlebt, ist Gold wert. Man wächst als Mensch genauso wie als Unternehmer:in und lernt jeden Tag etwas Neues. Selbst, wenn ihr ein Start-up gegen die Wand fahren solltet, bleiben Euch alle Erfahrungen und Erkenntnisse, welche Ihr bei Eurem nächsten Versuch einfach mit einbringen könnt. Ein großes Netzwerk ist super wichtig, weshalb Programme wie der Accelerator für den Start perfekt geeignet sind und einen gut an die Hand nehmen, um das zu erreichen, was man möchte.

Vielen Dank für den Einblick und eure motivierenden Worte zum Gründen!

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