25.01.2021

Erfolgreich mehrsprachig aufwachsen – wie geht das?

Beitrag von Barbara Debold

©Syda Production/stock.adobe.com

Weltweit wächst eine Vielzahl an Menschen mit mehr als einer Sprache auf. Dennoch ranken sich viele Mythen um dieses Thema. Was man (nicht) tun sollte, um Kinder erfolgreich mit mehreren Sprachen aufwachsen zu lassen, erzählt Maike Gumpert, Studiengangsleitung Logopädie (B.Sc.), in ihrem Vortrag beim Online Open Campus der Hochschule Fresenius am 27. Januar 2021.

Über 50 % aller Kinder wachsen mehrsprachig auf, z.T. auch, weil in ihrem Heimatland mehr als eine Sprache gesprochen wird. Doch was genau bedeutet es, „mehrsprachig“ zu sein? Zum Mehrsprachigsein gehören mehr als Worte und Grammatik. Mehrsprachig ist, wer in mehr als einer Sprache kommunizieren kann, wer seinen Alltag in mehr als einer Sprache erlebt und schließlich auch eine Frage der eigenen Identität. Um mehrsprachig aufwachsen zu können, bedarf es ausreichend Kontakt zu den Sprachen sowie Interesse an den Sprachen und verschiedenen Kulturen.

Damit Kinder erfolgreich mehrsprachig aufwachsen können, benötigen sie in ihren Sprachen aber vor allem ein Sprachangebot mit einem variantenreichen Wortschatz und korrekter Grammatik.

5 Mythen über die Mehrsprachigkeit

Was bedeutet Mehrsprachigkeit für die Logopädie?

Sprachtherapeut*innen müssen bei mehrsprachigen Kindern zuerst abklären, ob bei eingeschränkten Deutschkenntnissen eine Sprachentwicklungsstörung vorliegt, oder ein Sprachförderbedarf aufgrund von noch unzureichendem Kontakt mit der deutschen Sprache besteht.

Nur bei ca. 8% der mehrsprachigen Kinder liegt tatsächlich ein logopädischer Behandlungsbedarf, z.B. in Form einer Sprachentwicklungsstörung vor, der therapiert werden muss.

Bei der Abklärung der weiteren Vorgehensweise gilt es für die Sprachtherapeut*innen, auch die ethischen und kulturellen Aspekte ihrer Patient*innen und deren Angehörigen im Blick zu behalten.

Maike Gumpert, Studiengangsleitung Logopädie (B.Sc.)

„An der Arbeit mit mehrsprachigen Kindern und ihren Familien begeistert mich besonders, dass jedes Kind mit seiner eigenen Geschichte zu mir kommt und ich selbst viel über fremde Länder und andere Sprachen lernen kann“

Maike Gumpert, Studiengangsleitung Logopädie (B.Sc.)

Sie sind neugierig geworden? Dann hören Sie sich den Vortrag von Maike Gumpert an und tauschen Sie sich anschließend mit ihr aus.

Diese Veranstaltung beginnt um 16 Uhr – Wir freuen uns auf Sie!

Zurück zum Seitenanfang