27.01.2022

Mythen der Psychologie – was kann man eigentlich mit einem Psychologiestudium alles machen?

Beitrag von Janina Raeder

© melita/stock.adobe.com

Ein einladender Raum, eine gemütliche Couch und ein Sessel davor, in dem jemand mit Notizbuch auf dem Schoß sitzt. So stellen sich viele die klassische Situation vor, wenn es um die Arbeit von Psycholog:innen geht. Die Psychologie ist jedoch weitaus vielfältiger und die Jobmöglichkeiten zahlreich. In vielen Bereichen sind gut ausgebildete und spezialisierte Psycholog:innen sehr gefragt: zum Beispiel im Marketing, in der Unternehmensberatung oder in Personalabteilungen. Dass alle oder die meisten Psychologie-Absolvent:innen als Therapeut:innen arbeiten werden, ist ein Mythos der Psychologie. Marcus Bergs, selbst Psychologe und außerdem Manager unseres Standortes in Berlin, klärt auf.

Marcus Bergs berät zwei junge Menschen
Marcus Bergs, Standortmanager in Berlin und Psychologe

Psychologie ≠ Psychotherapie

Die Psychotherapie ist ein Teilgebiet der Psychologie. In der allgemeinen Öffentlichkeit sind Psycholog:innen aber immer noch ausschließlich diejenigen, die Menschen therapieren. Ein Psychologiestudium endet in dieser Gedankenwelt also damit, dass jemand Psychotherapeut:in wird. Dies erlebt Marcus Bergs beispielsweise auch bei Infoabenden für unsere Psychologie-Studiengänge und klärt dort über Mythen wie diese auf. „Menschen verbinden die Psychologie so eng mit der Therapie, weil in den Medien eben häufig über Psycholog:innen im Rahmen der Berichterstattung über psychische Krankheiten berichtet wird“, erläutert Bergs. Der Psychologe ist sich sicher: „Wenn man Laien in der Fußgängerzone nach berühmten Psycholog:innen fragen würde, würde als erstes vermutlich Sigmund Freud genannt werden. Und der war Psychotherapeut.“

Tatsächlich schlagen nur wenige Student:innen der Psychologie am Ende auch die therapeutische Laufbahn ein. Bergs sieht den Grund in dem langwierigen und teils kostspieligen Weg zur Approbation. „Es gibt eine Auswertung der DGPS (Deutsche Gesellschaft für Psychologie), die besagt, dass in Deutschland nur etwa 17 % der ausgeschriebenen psychologischen Jobs auf klinische Tätigkeiten entfallen“, führt der Standortmanager aus. Demnach gibt es viel mehr Psychologie-Jobs oder -Berufe, die eben nicht in der Psychotherapie sind.

Berufsmöglichkeiten mit einem Psychologiestudium

Was viele nicht wissen: Die Berufe, die jemand mit einem abgeschlossenen Psychologiestudium ergreifen kann, sind zahlreich und tragen oft auch Titel, die auf den ersten Blick vielleicht gar nichts mit Psychologie zu tun haben. „Der Personal-Bereich mit spannenden Feldern – von der Auswahl über die Karriereberatung bis zur Weiterbildung und der Personalentwicklung – fällt beispielsweise darunter“, erklärt Bergs. Mit einer psychologischen Ausbildung ist es viel besser möglich, das Verhalten von Mitarbeitenden eines Unternehmens einzuschätzen oder nach passenden neuen Talenten zu suchen.

Sie möchten mehr über das Psychologiestudium wissen? Melden Sie sich gerne zu einem unserer Infoabende an und erfahren Sie beispielsweise von Marcus Bergs mehr über die Mythen der Psychologie.

Zu den Terminen

Der Standortmanager ergänzt: „Neben dem großen Bereich der HR können Sie mit einem Psychologiestudium auch in die Forschung oder in die psychologische Unternehmensberatung gehen. In der Marktforschung und im Marketing werden Psycholog:innen ebenfalls gesucht. Von der Schul-, über die Verkehrs- bis zur Militär- und Sportpsychologie gibt es ein unglaublich breites Feld von Aufgaben, in denen Psycholog:innen sehr gefragt sind.“

Genau solche Dinge, welche Berufsperspektiven nach einem Psychologiestudium es gibt, erklärt Marcus Bergs bei unseren Infoabenden. „Da geht es nicht nur um das Klischee, dass wir am Ende alle Therapeut:innen werden, sondern auch um die Befürchtung, dass Psycholog:innen einen dauernd und jederzeit analysieren und durchschauen würden“, gibt Bergs einen Ausblick.

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