20-01-2020 • Idstein

Die gesamtgesellschaftliche Verantwortung von Hochschulen in Deutschland wächst

Im aktuellen Wissenschaftspodcast adhibeo der Hochschule Fresenius spricht deren Präsident Prof. Dr. Tobias Engelsleben über die Zukunft der Hochschulen. Er ordnet ihnen eine neue Verantwortung zu und beschreibt die Veränderungen, denen sie sich vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung stellen müssen. Im Gespräch geht es auch um die Frage, was junge Menschen heute von ihrer Hochschule erwarten und wie sie diese Forderungen erfüllen kann.

Idstein/Köln. „Hochschulen sind Räume, die die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit eines ganzen Landes vorprägen können. In diesem Sinne hat jede Hochschule – egal, ob öffentlich oder privat – auch einen gesamtgesellschaftlichen Auftrag. Dieser besteht darin, gerade in einem Land wie Deutschland, das eher arm ist an so genannten natürlichen Ressourcen, auf die Ressource Wissen zu setzen“, sagt Hochschulpräsident Prof. Dr. Tobias Engelsleben. Es müsse aber auch eine Abkehr von der reinen Wissensvermittlungsinstitution erfolgen, Hochschulen stünden darüber hinaus in der Pflicht, die Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden im Auge zu haben und diese gezielt weiterzubringen.

Was heißt das? Dazu sagt Engelsleben: „Ausbildung muss heute mehr denn je auf allen Ebenen der Bildung erfolgen. Wir müssen junge Menschen intensiv fördern, denn sie gestalten die Zukunft unserer Gesellschaft. Daraus ergibt sich für uns ein klarer Auftrag: Wir müssen die Szenarien von Morgen vordenken und die Studierenden befähigen, diese auch tatsächlich zu gestalten. Wir alle sind davon abhängig, dass junge Menschen von Heute morgen Verantwortung übernehmen und ein Stück weit die Geschicke der älteren Generation lenken können.“

Einer starken Veränderung unterliegt auch das „Wie“ der Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten. Präsenzlehre ist nach wie vor wichtig. In einer modernen Hochschule ergänzen, beziehungsweise ersetzen teilweise digitale Momente den klassischen Unterricht. „Die Hochschule ist künftig eher ein Ort der Begegnung, des Austausches, der Diskussion und des Trainierens von Anwendungsszenarien“, so Engelsleben. „In dieser Hinsicht ist die Digitalisierung ein Segen: Theoretisches Wissen lässt sich anderweitig vermitteln und so bringen die Studierenden es schon mit in den Unterricht. Die Vorlesung im Wortsinn wird es nicht mehr geben.“ Das verändert auch die Rolle der Professorinnen und Professoren: Sie sind mehr als Mentoren, Coaches oder Moderatoren gefragt denn als Wissensvermittler.

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