Hochschule Fresenius zeichnet innovative Lehrmethoden mit dem Lehrpreis 2021/2022 aus

Zum elften Mal hat die Hochschule Fresenius einen internen Lehrpreis an besondere didaktische Projekte vergeben. Von 2010 bis 2016 hieß der Preis „ILIAS-Award“ und wurde 2017 in „Lehrpreis der Hochschule Fresenius“ umbenannt. Mit dieser Auszeichnung werden digitale Lehrmethoden und innovative Konzepte geehrt. Aus insgesamt 17 Einreichungen wählte eine vierköpfige Jury in diesem Jahr vier Siegerprojekte aus. Während einer hybriden Veranstaltung am Kölner Campus Ende April stellten die Preisträger:innen ihre Konzepte vor.

„Unsere Aufgabe als Hochschule ist es, unsere Studierenden zu motivieren, ihnen zielgerichtete Zusatzangebote anzubieten, sie zu betreuen und sie gewissenhaft auf eine Welt im Wandel vorzubereiten. Dies geschieht in der Lehre“, so lautet die Botschaft von Prof. Ekkehart Baumgartner, Vizepräsident für Studium & Lehre, in dem eigens produzierten Video, das zum Auftakt der Veranstaltung gezeigt wurde.

„Mit der Vergabe des Lehrpreises möchten wir diejenigen würdigen, die Tag für Tag unseren Bildungsangeboten ein Gesicht geben“, begrüßte Präsident Prof. Dr. Tobias Engelsleben die Teilnehmer:innen in seiner Eröffnungsrede. „Trotz aller Widrigkeiten in den letzten beiden Jahren haben wir diese Zeit genutzt, um kreative Zugänge für das Thema Lernen und Wissensvermittlung zu entwickeln, die auch nach der Pandemie nachhaltig unser Lehrgeschehen beeinflussen werden. Die eingereichten Projekte belegen, wie innovativ die Dozierenden ihre Vorlesungen auch in diesen schwierigen Zeiten gestaltet haben. Ich freue mich sehr, dass wir die Lehre mit dieser Auszeichnung würdigen und bedanke mich herzlich bei allen Beteiligten“, sagte Prof. Engelsleben.

Lehre ist das Kernstück für eine attraktive Hochschule und ein zentraler Erfolgsfaktor

Prof. Baumgartner betonte in seiner Keynote die Bedeutung der Qualität in der Lehre für die hochschulische Entwicklung. „Das Leitbild steht im Mittelpunkt dieses Lehrpreises. In dem 2019 von der Hochschule entwickelten Leitbild für die Lehre wurde das Selbstverständnis der Lehre festgesetzt“, so Prof. Baumgartner. Um sich von der Konkurrenz in der Bildungslandschaft abzuheben, spiele insbesondere für Hochschulen der angewandten Wissenschaften die Qualität der Lehre eine besondere Rolle. Denn: „Lehre ist das Kernstück für eine attraktive Hochschule und ein zentraler Erfolgsfaktor“, erklärte Baumgartner. Zu berücksichtigen seien dabei sowohl die digitalen und technischen Entwicklungen, hochschuldidaktische Methoden als auch die Zusatzangebote für Studierende. Wie die Lehre von den Studierenden der Hochschule Fresenius wahrgenommen wird, zeigte Herr Baumgartner anhand der Ergebnisse einer hochschulinternen Lehrevaluation vom Wintersemester 2021/2022. Die Ergebnisse belegen: Die Lehre schneidet hervorragend ab. Die Studierenden sind mit der Lehre der Hochschule Fresenius so zufrieden wie nie zuvor. So lag die durchschnittliche Bewertung der Lehrqualität in einer Schulnotenskala bei 1,96. Mit „sehr gut“ bewertet wurden die Kompetenz und Freundlichkeit von Dozent:innen, die zeitnahe Beantwortung von Nachfragen sowie die Durchführung von Lehrveranstaltungen. „Das erfreuliche Ergebnis ist für uns Lob und Ansporn zugleich, für unsere Studierenden auch in Zukunft Lern- und Lehrformate mit qualitativ hochwertigen Inhalten anzubieten“.

Hauptaufgabe der Lehrenden ist und bleibt es, ihre Studierenden für das Fach zu begeistern und sich um ihre Anliegen zu kümmern

In seiner Videobotschaft beschreibt Prof. Dr. Andreas Beivers, Mitglied des Senatsausschusses Studium & Lehre, die besonderen Herausforderungen an die Lehre in postpandemischen Zeiten. „Die Hauptaufgabe der Lehrenden ist und bleibt es, ihre Studierenden für das Fach, die Wissenschaft, die Lehre zu begeistern und sich um ihre Anliegen und ihre Probleme zu kümmern“, erklärte Prof. Beivers. „Dennoch haben sich viele Rahmenbedingungen verändert: Zwei Jahre Pandemie haben uns gelehrt, dass digitale Lehre mehr ist, als nur mit Zoom zu arbeiten. Das angelernte Selbststudium muss durch digitale Inhalte flankiert werden. Darauf müssen wir unsere Formate anpassen“.

Olaf Pütz, Organisator des Lehrpreises und Leiter der Hochschuldidaktik, eröffnete die Preisverleihung mit den Worten: „Mit dieser Veranstaltung wollen wir den Lehrenden die Möglichkeit geben, sich fach- und standortübergreifend auszutauschen. Welche Methoden wenden sie an? Welche neuen Konzepte haben sie ausprobiert? Womit haben sie gute Erfahrungen gemacht? Der Lehrpreis dient dem Austausch, um dieses Potenzial zu nutzen und Impulse für die Weiterentwicklung von Lehrformaten zu erhalten. Wir freuen uns, dass wir mit den vier Siegerprojekten eine große Bandbreite der Lehre vorstellen können“.

Prof. Dr. Kirsten Bodusch-Bechstein, Dozentin am Fachbereich Gesundheit & Soziales, präsentierte ihr Konzept für das Modul „Physiologie und Pathophysiologie, Teilmodul Herz“, im Studiengang Physician Assistance. Für das Modul hat sie einen Strukturplan erarbeitet, der aus verschiedenen Phasen besteht: einer angeleiteten Selbstlernphase, einer Phase mit Onlinevorlesungen, einer Phase mit praktischen Anwendungen in Präsenz sowie einer Phase zur Lernzielkontrolle. Flankiert werden diese Phasen von einem medialen Angebot wie dem eigenständig produzierten PA Lessons-Podcast und dem PA Lessons- Youtube-Channel.

Das Siegerprojekt Lern-Hoops des Münchner Dozentinnen-Duos Dr. Astrid Dobmeier und Veronika Sweet aus dem Fachbereich Wirtschaft & Medien zeichnet sich durch den interaktiven und einfühlsamen Umgang mit den Studierenden aus. Sie gehen davon aus, dass Wissen heutzutage leicht ergoogelt werden kann und verstehen sich mehr als Kuratorinnen und Prozessbegleiterinnen denn als Lehrerinnen. Ihren Fokus legen sie in ihren Vorlesungen auf eine wertschätzende Kommunikation, das Schaffen von Dialogräumen und einer guten Feedbackkultur. Ihr Konzept der sogenannten Le(h)rn-Hoops beruht auf den Grundsätzen des systemischen Lehrens und setzt auf zirkuläres Lernen in Etappen: auftrags-, kompetenz- und entwicklungsorientiert.

Prof. Dr. Sandra Meister und Dipl.-Pol. Franziska von Trott des Fachbereichs Design (Akademie Mode & Design, AMD) wurden für ihre Idee eines Peer-to-Peer-Workshops als Lehr Lern-Konzept zum Thema „Leadership – Frauen in Führungspositionen“ ausgezeichnet. In diesem Modul hatten die Studierenden die Aufgabe, einen Workshop mit dem Thema „Leadership – Frauen in Führungspositionen“ zu konzipieren und anschließend vor einer anderen Peergroup real abzuhalten. Damit schlüpften die Studierenden in die Rolle von Veranstalter:innen, die Lehrenden in die von Coaches. Ziel war es, die Studierenden dazu zu motivieren, Wissen nicht nur passiv zu konsumieren, sondern selbst aktiv zu werden, für ein Thema zu brennen, Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen und praktische Erfahrungen zu sammeln.

Der Sonderpreis ging an Prof. Dr. Mihir Ignatius Nayak aus dem Fachbereich Wirtschaft & Medien für sein HOPE19 Praxisprojekt. 2019 hat Prof. Nayak die Initiative HOPE19 ins Leben gerufen, um dem Fachkräftemangel in der Hotellerie entgegenzuwirken und Geflüchtete dabei zu unterstützen, eine Arbeit zu finden. Im Rahmen des Projektes haben Studierende des Studiengangs Tourismus-, Hotel- und Eventmanagement in Kooperation mit Lindner Hotels & Resorts ein neues Berufsausbildungskonzept speziell für Geflüchtete entwickelt. Das Projekt zeigt, dass die Hochschule Fresenius auch eine gesellschaftliche Verantwortung hat und wie dies in Form eines Praxisprojekts umgesetzt werden kann.

Während der Veranstaltung hatten die Teilnehmer:innen die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Abschließend tauschten sie sich bei einem Get-Together aus.

 

Jurymitglieder waren: Prof. Dr. Ekkehart Baumgartner, Prof. Dr. Heinecke, Prof. Dr. Schmies, Andrea Knopf und Olaf Pütz.

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