11-06-2019 • Wiesbaden

„Wir für Wiesbaden“ – zwei Studentinnen entwickeln Webseite gegen die Einsamkeit

Unter dem Motto “Wer zusammen gehört, findet auch zusammen” haben zwei Studentinnen der Hochschule Fresenius eine Webseite für Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger ins Leben gerufen. Dort finden einsame Menschen – oder solche, die sich einsam fühlen – gebündelt und übersichtlich sortiert zahlreiche Angebote, über die sie gesellschaftlich Anschluss finden oder Hilfe in Anspruch nehmen können. Die Seite ist ab sofort unter der URL www.wirfuerwiesbaden.de abrufbar.

Wiesbaden. „Mit der Seite wollen wir Mut machen, über den eigenen Schatten zu springen, nach draußen zu gehen und im nächsten Schritt zusammen mit Gleichgesinnten die eigene Lebensqualität zu erhöhen“, sagt Alina Lonzick, die wie ihre Kommilitonin und Mitstreiterin Lea Hirt Medien- und Kommunikationsmanagement an der Hochschule Fresenius in Wiesbaden studiert. „Einsamkeit ist ein Riesenproblem in der Gesellschaft und wird leider immer noch zu oft tabuisiert“, berichtet Lea Hirt. „Betroffene haben Hemmungen oder schämen sich. Gründe dafür, warum sie sich dann immer mehr zurückziehen und in eine Spirale geraten, aus der es dann keinen Ausweg gibt.“

Immerhin: Wenn man Menschen direkt fragt, ist ihnen die Problematik bewusst: Laut Angaben von Statista sehen 68 Prozent der deutschen Bevölkerung Einsamkeit als ein „großes“ beziehungsweise „sehr großes Problem“ an – altersgruppenübergreifend. Am stärksten betroffen sind die Altersgruppen 35 bis 49 Jahre, hier gaben 73 Prozent der Befragten diese Antwort, und 50 bis 64 Jahre, hier waren es 80 Prozent. Die Ursachen sind vielfältig, der Umzug in eine andere Stadt, der Tod von Angehörigen oder Freunden, die Trennung vom Lebenspartner oder die Tatsache, keinen Partner finden zu können – alles Faktoren, die hier eine Rolle spielen. Zu den Folgen gehören nicht nur psychische Störungen, sondern oft auch ernsthafte körperliche Erkrankungen.

„Für viele ist es schwer, einen neuen Bekannten- oder Freundeskreis aufzubauen“, so Lonzick. „Auch weil sie viele Möglichkeiten gar nicht kennen oder nicht wissen, wo sie suchen sollen.“ Deshalb machten sich die Studentinnen an die Arbeit, identifizierten entsprechende Angebote in der hessischen Landeshauptstadt und darüber hinaus, klassifizierten diese nach Altersgruppen, schrieben Texte und bündelten alles übersichtlich auf der Webseite. Auch den Bau der Seite leisteten die beiden ohne Hilfe. Verlinkungen führen Nutzer direkt zu den vielfältigen Angeboten. Auch Hinweise zu Computerkursen finden sich da, diverse Apps wie „Meetup“ oder „Spontacts“ sind eingebettet. Und so kurz vor den Sommerferien finden sich natürlich auch zahlreiche Hinweise zu entsprechenden Ferienprogrammen für Kinder. „Wir möchten, dass für jeden und für jede Altersgruppe etwas dabei ist“, so Hirt. Im „Kummerkasten“ sind Stellen aufgeführt, an die sich Menschen in einer Notsituation wenden können. „Manchmal ist es schon eine große Hilfe, wenn man einfach mit einem anderen Menschen reden kann“, sagt Lonzick. „Mit der Seite wollen wir einen kleinen Beitrag zur Verbesserung unserer Gesellschaft leisten.“

Coskun Akinalp, der verantwortliche Dozent, ergänzt: „Wir sind als Hochschule neu in Wiesbaden und wurden mit offenen Armen empfangen. Mit dem Engagement unserer Studierenden wollen wir der Stadt und ihren Menschen etwas zurückgeben.“

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