26-03-2019 • München

Was macht guten Schlaf aus?

Eigentlich sollten am kommenden Wochenende die Uhren zum letzten Mal auf Sommerzeit umgestellt werden – so wollte es die EU-Kommission. Der im vergangenen Herbst verkündete Plan löste jedoch eine rege Debatte über die Sinnhaftigkeit der Zeitumstellung aus. Heute entscheidet das EU-Parlament darüber. Die Schlafforscherin Prof. Dr. Julia Dewald-Kaufmann, Dozentin an der Hochschule Fresenius in München, erklärt, was gesunden Schlaf ausmacht und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.

München. Ein gesunder Schlaf ist, wenn wir ausreichend lange und vor allem auch erholsam schlafen, erklärt Dewald-Kaufmann. Wie viel Schlaf jeder brauche, sei individuell verschieden. Manche Menschen bräuchten deutlich mehr Schlaf als andere, um sich am nächsten Morgen gleich ausgeschlafen zu fühlen. Es gibt verschiedenen Studien, die zeigen, dass sowohl eine sehr kurze als auch eine sehr lange Schlafdauer einen negativen Effekt auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden haben kann. „Hinzu kommen unterschiedliche Chronotypen“, so die Psychologin weiter. „Manche Menschen sind sogenannte Lerchen, andere sind Eulen. Lerchen sind Menschen, die abends früh müde und morgens früh wach werden. Eulen hingegen sind Personen, die abends spät müde und morgens spät wach werden.“ Stimmt über einen längeren Zeitraum der Schlaf-Wach-Rhythmus nicht mit dem Chronotyp überein, könne dies zu einem Schlafmangel führen, der sich negativ auf das Funktionieren im Alltag und das Wohlbefinden auswirken könne. Dieses Phänomen finde man oft bei Jugendlichen: So seien viele jungen Menschen Eulen, müssten aber früh aufstehen, um rechtzeitig in der Schule zu sein. Somit folgen sie einem Rhythmus, der nicht ihrer inneren Uhr entspreche.

Neben der Länge des Schlafes sind weitere Faktoren wichtig für einen gesunden Schlaf, führt die Psychologin weiter aus. So werde häufig auch die Nutzung von elektronischen Medien vor dem zu Bett gehen für einen schlechteren Schlaf aufgeführt. Durch die Nutzung elektronischer Medien gelange Licht in unsere Augen. Die Augen sind mit einem Gebiet im Gehirn verbunden, das für die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin zuständig ist, wodurch wir müde werden. Wenn wir also Licht ausgesetzt sind, wird unserem Körper signalisiert, dass es noch nicht Zeit ist, zu schlafen, und das Einschlafen fällt schwerer. „Hierbei sind es vor allem die blauen Wellenlängen des Lichtes, das sogenannte blaue Licht, das einen aufmunternden Effekt hat. Dieses Licht finden wir auch bei elektronischen Medien wie Computerbildschirmen oder Handydisplays“, so die Schlafforscherin. Allerdings zeigen nicht alle Studien, dass die Nutzung elektronischer Medien einen negativen Effekt auf unseren Schlaf hat bzw. dass eine Reduktion der elektronischen Medien einen positiven Effekt auf den Schlaf hat. Hier bedürfe es weiterer Studien, um mögliche Zusammenhänge genauer zu verstehen.

Grundsätzlich könne aber jeder auf seine Schlafhygiene achten. Dewald-Kaufmann empfiehlt regelmäßige Schlafzeiten, sowohl unter der Woche als auch am Wochenende, keine koffeinhaltigen Getränke und schwere Mahlzeiten vor dem Schlafengehen, eine angenehme Schlafumgebung (d. h. z. B. abgedunkelte Umgebung, wenig Geräusche etc.), wenig Licht vor dem Schlafengehen – hierzu zählen auch Fernsehen, Computer oder andere elektronische Medien – sowie eine Reduktion von stimulierenden Aktivitäten vor dem zu Bett gehen (z. B. sehr aktiver Sport direkt vor dem Schlafengehen) und keine Mittagsschläfchen am Tag.  Habe jemand große Schwierigkeiten mit dem Ein- und/oder Durchschlafen solle man nicht auf den Wecker schauen und nicht länger als ca. 30 Minuten wach im Bett liegen bleiben.

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