04-09-2019 • Idstein

Therapie wirkt – aber was bewirken Therapeuten für sich selbst?

Rund 2.300 Euro brutto im Monat verdienen Therapeuten im Mittel – so die Statistik der Bundesarbeitsagentur, zuletzt veröffentlicht Ende 2017. Das sind etwa 1.000 Euro weniger als bei den Pflegeberufen, über die so viel gesprochen wird. Warum akzeptieren die betroffenen Berufsgruppen das? Haben sie zu wenige Einflussmöglichkeiten? Oder befinden sich Heilmittelerbringer im berufspolitischen Dornröschenschlaf?

Idstein. Antworten auf diese Fragen suchen Studierende des Masterstudiengangs Therapiewissenschaften an der Hochschule Fresenius im Rahmen einer qualitativen und quantitativen Untersuchung. Sie werten aktuell rund 900 Fragebögen und 34 Interviews aus, in denen Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden sowie Podologen über die Entwicklung ihrer Berufs- und Arbeitsbedingungen Auskunft geben. Am 28. September (10:00 – 16:00 Uhr) findet unter dem Titel #wirksamsein am Campus der Hochschule in Idstein ein wissenschaftliches Symposium statt, in dessen Mittelpunkt die Präsentation der Ergebnisse steht.

Mit Spannung erwarten die Studierenden sowie das Fachpublikum Antworten auf die Frage, inwiefern die Einführung einer Kammer zur Verbesserung therapeutischen Arbeitsbedingungen führen kann. Zumindest in anderen Bereichen hat sich dieser Lösungsansatz bewährt. Zu dem Gespräch sind Vertreter aus Politik und Berufsverbänden geladen.

Letztere kämpfen seit vielen Jahren für positive Veränderungen, insbesondere für eine Vergütung, die als angemessen angesehen wird. 2018 hat dann die Politik für die Heilmittelerbringer reagiert. Die Kassen sollten die Sätze für Heilmittel um rund 30 Prozent erhöhen. Außerdem wird in einem Modellversuch die so genannte Blankoverordnung getestet, die für mehr Autonomie sorgen könnte. Das ist allerdings nach Ansicht von Experten erst aufgrund eines wachsenden Drucks passiert: Der Mangel an Fachkräften in Deutschland in diesem Bereich steigt dramatisch und die Aufrechterhaltung der Patientenversorgung auf dem aktuell noch hohen Niveau ist bedroht.

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