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Auslandssemester • Shanghai

Federico beim Integrierten Auslandssemester in Shanghai

Federico Galli hat im Sommersemester 2014 am Integrierten Auslandssemester in Shanghai teilgenommen. Er studiert Business Administration am Standort Köln und hat in Shanghai den Schwerpunkt Internationales Management belegt.

Die Vorbereitung

Das Wetter in Shanghai ist sehr wechselhaft. Am besten packt ihr Klamotten für jede Situation ein, um auf der sicheren Seite zu sein. Ich würde euch empfehlen nicht zu viel Kleidung mitzunehmen, da ihr vor Ort sicher eine ganze Menge kaufen werdet. Was ihr mitnehmen solltet, ist eine Mütze. Es wird bestimmt auch mal sehr kalt werden und Läden, die Mützen verkaufen, sucht ihr in der Regel vergeblich. Auch ein vernünftiger Regenschutz wäre zu empfehlen. Für die Uni braucht ihr definitiv keine schicken Klamotten und zum Feiern in der Regel auch nicht, also nicht unbedingt zu viele Hemden bzw. Blusen einpacken. Hemden kann man notfalls auch vor Ort für ca. 100 Rmb maßschneidern lassen. Entgegen der gängigen Meinung aus Internetforen, ist es sehr einfach und günstig Hygieneprodukte zu erwerben. In der Mall in der Nähe des Campus‘, gibt es so ziemlich alles was man braucht und das zu ähnlichen Preisen wie hier. Packt also nur euer Lieblingsparfüm oder eure Lieblingscreme etc. ein, wenn ihr Gewicht sparen wollt. Ein Laptop oder zumindest ein Tablet ist unverzichtbar, da ihr auch einige Dinge von zu Hause aus bearbeiten müsst. Handtücher und Bettzeug solltet ihr mitnehmen, da Handtücher nicht vorhanden sind und das vorhandene Bettzeug nicht wirklich der Knaller ist. Unisachen wie Stifte, Blöcke etc. könnt ihr direkt im Campus-Supermarkt erwerben. Ansonsten würd ich euch empfehlen, vllt. ein oder zwei persönliche Dinge wie Fotos oder Ähnliches einzupacken, um euer Dorm-Zimmer ein bisschen heimischer zu gestalten.

Die Ankunft und der Transfer

Wenn ihr den Pickup-Service am Flughafen bekommt, ist dieser Teil relativ unkompliziert. Der Fahrer wartet direkt am Ausgang, nachdem ihr euer Gepäck eingesammelt habt und fährt euch zum Campus. Dort wartet dann euer Mentor auf euch und bringt euch zum Dorm.

Yanchang-Campus

Dies ist der Campus, auf dem ihr leben werdet. Er liegt eigentlich relativ zentral und mit dem Taxi oder der Metro sind alle Hotspots in Shanghai schnell zu erreichen. In der unmittelbaren Umgebung sind viele kleine Lokale zu finden, in denen ihr günstig essen gehen könnt und der Campus-Supermarkt bietet alles, was ihr  für den Alltag benötigt, von Waschpulver bis zum Schreibzeug. Abends gegen 21 Uhr gibt es am West Gate wunderbares Street Food für wenig Geld. Das solltet ihr auf jeden Fall mal probiert haben. Zu dieser Zeit entwickelt sich das West Gate dann zum idealen Spot für ein Gute-Nacht-Bier oder aber ein erstes Bier für eine lange Nacht. Mehrere Basketballfelder sowie eine Tartan-Bahn und ein großes Fußballfeld geben euch die Möglichkeit, euch sportlich auszupowern. Kleiner Tipp: Bevor ihr laufen geht, checkt die Luftverschmutzungswerte. Die Chinesen spielen gerne Fußball gegen die Europäer, aber erwartet nicht, dass Sie euch mit Samthandschuhen anfassen werden. Die Truppe, gegen die wir gespielt haben, nahm die Spiele schon sehr ernst und es ging teilweise alles andere als freundlich zu. Ansonsten hat der Campus eine schöne große Wiese, wo ihr bei gutem Wetter entspannen könnt. Mir hat der Yanchang-Campus sehr gut gefallen und ich habe mich dort richtig wohlgefühlt.

Dorm

Der Single-Dorm befindet sich direkt auf dem Yanchang-Campus. Die Zimmer sind relativ klein, dafür fehlt es aber an nichts. Das Bad ist in Ordnung und alles funktioniert einwandfrei. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in meinen Augen klasse gewesen und ich habe mich relativ schnell in meinem Zimmer wohlgefühlt. Das tolle am Dorm ist, dass man stets Leuten begegnet, sobald man sein Zimmer verlässt. Während meines Auslandssemesters hat sich ein toller Zusammenhalt zwischen den Studenten entwickelt und ich habe eine Menge Leute unterschiedlicher Nationen und Kulturen kennengelernt. Wer sich entscheidet im Double- Dorm zu leben, wird ein freundliches helles und geräumiges Zimmer vorfinden. Großer Minuspunkt ist hier jedoch die Entfernung zum Single-Dorm. Die Studenten, die während meiner Zeit im Double-Dorm wohnten, haben oft einige lustige Momente verpasst, die sich vor dem Single-Dorm – hier wohnte der Großteil der Stundeten – abgespielt haben.

Jiading-Campus

Am Jiading Campus findet der Großteil des Unterrichts statt. Der Campus liegt etwa dreißig Minuten mit dem Bus von Yanchang entfernt. Abgesehen von den Vorlesungen haben wir kaum Zeit in Jiading verbracht. Der Campus ist von der Größe ähnlich wie Yanchang und ebenso schön grün. Sportmöglichkeiten gibt es auch relativ viele. Die Mensa ist nicht schlecht, es gibt gutes abwechslungsreiches Essen für wenig Geld. Ansonsten ist der Jiading-Campus relativ uninteressant, da wir dort ausschließlich zu den Vorlesungen waren. Ein Ausflug in die Altstadt von Jiading lohnt sich durchaus. Viele kleine Lokale an kleineren Flüssen laden zum Spazieren und Entspannen ein.

Der Unterricht und die Klausuren

Der Unterricht sowie das Englisch-Niveau der Dozenten sind in Ordnung. In den meisten Fällen leiten die Dozenten die Vorlesung entlang verschiedener Powerpoint-Präsentationen und es werden relativ oft anschauliche Kurzfilme präsentiert. Von den Studierenden wird während der Vorlesungen selten verlangt, dass sie mitarbeiten. Insgesamt würde ich die Lehrveranstaltungen als gut bewerten. Während des Semesters mussten wir oft Präsentationen, Essays oder ähnliches vorbereiten, die einen Teil der Endnote ausmachten. Ich persönlich fand diese Art der Endnotenzusammensetzung eigentlich ganz gut, da die Note nicht nur vom Ergebnis einer Klausur abhing und die Studierenden bei den Präsentationen auch die Möglichkeit hatten, in der Gruppe etwas Kreatives zu gestalten. Auf die Klausuren (Multiple Choice und viel logisches Verständnis) solltet Ihr euch schon vorbereiten. Generell muss ich sagen, dass ich auf jeden Fall eine Menge allgemeines Wirtschaftswissen mit nach Hause genommen habe. Durch das Fach Academic Writing konnte ich meine Fähigkeiten im Umgang mit englischen Texten erheblich verbessern. Die Verantwortlichen der Universität haben sich sehr viel Mühe gegeben, so gut wie möglich auf die deutschen Studierenden und deren Wünsche einzugehen und den Unterricht und die universitären Abläufe anzupassen.

Die Mentoren

Unsere chinesischen Mentoren musste man einfach lieb haben. Sie haben sich sehr viel Mühe mit uns gegeben und waren stets bereit, uns bei Fragen weiterzuhelfen oder für uns Dinge zu organisieren. Sie waren richtig stolz, ihre Rolle als Mentoren auszuführen.

Nachtleben

Die aufregendsten und eindrucksvollen Erlebnisse haben wir während der Nachtstunden in Shanghai gesammelt. Die gesamte Stadt leuchtet und präsentiert sich in atemberaubender und hochmoderner Weise. Sobald die Sonne untergeht, erstrahlt der Bund in eindrucksvollen Farben und am Pearltower wird die Lightshow abgespielt. Am People-Square fahren unzählige Luxusautos vor und Shanghais „Highsociety“ macht sich bereit für das Nachtleben. Shanghais Nachtclubs haben wohl alle ein gemeinsames Motto: „Mehr ist mehr“. Soviel Prunk und Protz ist wohl kaum woanders auf der Welt zu finden. Es scheint so, als ginge es stets darum, die anderen Clubs zu überbieten und so erlebten wir Dinge, die bei uns zu Kopfschütteln führten: wahnsinnige Lightshows, abgefahrene Live-Performances und eine schier unbeschreibliche Dekadenz der chinesischen Gäste. Ich muss ehrlich zugeben, ich habe Shanghais Nachtleben geliebt. Die hämmernden Elektro-Beats, die dekadenten Chinesen, die einen zu ihren Tischen einladen, um Würfelspiele zu spielen und ordentlich zu trinken. Als Europäer zahlt man meist keinen Eintritt und Getränke gibt es umsonst.

Sonstige Aktivitäten in Shanghai

Shanghai hat einige schöne Parks, viele gute Restaurants und allerlei andere tolle Aktivitäten anzubieten, die einen spannenden und kurzweiligen Aufenthalt garantieren. Ich würde an dieser Stelle empfehlen, einfach die Hotspots auf SmartShanghai durchzugucken, da ist sicher für jeden Geschmack das Richtige dabei.

Reisemöglichkeiten

China hat einiges zu bieten. Peking ist ein Muss, für alle, die ihr Auslandssemester in Shanghai absolvieren. Die chinesische Mauer ist atemberaubend und auch die Stadt an sich lohnt sich für einen Besuch. Als zweites mögliches Reiseziel würde ich Guilin empfehlen. Circa zweieinhalb Stunden mit dem Flugzeug entfernt, bietet Guilin eine atemberaubende Berglandschaft. Der Lee-River ist wohl eine der schönsten Attraktionen, die ich bisher in Asien gesehen habe. Wer es ein wenig wärmer mag, dem empfehle ich eine Reise nach Sanya. Weiße Palmstrände erinnern an karibische Inseln und versprechen eine erholsame Zeit. Flüge nach Guilin oder Sanya kosten zwischen 250 und 300 Euro, mit etwas Glück sind sie auch günstiger zu bekommen. Nach Peking lohnt der Schnellzug, der mit konstant 300 Kilometern pro Stunde sein Ziel in ca. fünf bis sechs Stunden erreicht. Die Fahrt kostet hin und zurück ca. 180 Euro. Während der Fahrt können die Reisenden Chinas Natur bewundern.

Geld und Kosten

Geld abheben und wechseln ist relativ einfach. Direkt auf dem Yanchang-Campus befindet sich ein Geldautomat, der bei fast allen Karten einwandfrei funktioniert hat. Die Kosten waren wesentlich geringer, als ich zunächst erwartet habe. Lebensmittel, Transport und Sonstiges sind im Vergleich zu deutschen Preisen wesentlich günstiger. Es ist also durchaus möglich, wenig Geld auszugeben und trotzdem viel zu erleben.

Sicherheit

Ich habe Shanghai als sehr sicheren Ort empfunden. Selbst nachts ist die Stimmung wesentlich entspannter und ruhiger als in Deutschland. Auch als Frau wird man, soweit ich das mitbekommen habe, nicht belästigt oder angebaggert. Abzocke haben wir in der Zeit vor Ort auch kaum miterlebt.

Fazit

Shanghai war eine wundervolle Erfahrung. Ich werde diesen Schritt niemals bereuen und beneide alle, die sich entscheiden für ein Semester dort zu studieren und diese tolle Zeit noch vor sich haben.