Symposium „Leibliches Wohl und Gemeinwohl – Ernährungskonzepte und Geschäftsmodelle mit Nachhaltigkeit“

Am 3. Mai ab 18 Uhr laden die Hochschule Fresenius, Fachbereich Wirtschaft & Medien, und die HHL Leipzig Graduate School of Management zu einem Symposium ein. Das Thema der Veranstaltung: Ernährung und Gemeinwohl.

Köln. Nachhaltigkeit, Biosiegel, Superfood: Ernährung ist mittlerweile ein Lifestyle-Thema. Es geht nicht mehr ausschließlich darum, satt zu werden, sondern um Lebensstile nach dem Motto „Du bist, was Du isst“. Die Konsumenten wollen sich nicht nur gesund und nachhaltig ernähren; sie hinterfragen vielmehr zunehmend kritisch, woher die Waren in den Supermarktregalen kommen, wie sie angebaut wurden, welche Inhaltsstoffe sie haben und ob sie umweltschonend verpackt sind. Ein Trend, auf den die Lebensmittelbranche mit ihrem Angebot entsprechend reagieren muss. Zum einen ist dies wichtig mit Blick auf den Umsatz – der Lebensmittelhandel erwirtschaftet fast 200 Mrd. Euro jährlich. Andererseits aber leisten die Unternehmen und die Branche insgesamt auch einen großen Beitrag zum Gemeinwohl der Gesellschaft, der oft viel zu wenig bekannt ist.

Im Rahmen des Symposiums „Leibliches Wohl und Gemeinwohl – Ernährungskonzepte und Geschäftsmodelle mit Nachhaltigkeit“ präsentieren und diskutieren Experten Ergebnisse ihrer Studien zum Gemeinwohlbeitrag des deutschen Lebensmittelhandels und zeigen alternative Ernährungskonzepte und Geschäftsmodelle auf.

Die Veranstaltung wird von Ingmar Höhmann vom Harvard Business Manager moderiert.

Zum Auftakt wird Prof. Dr. Timo Meynhardt, Dr. Arend Oetker Center für Wirtschaftspsychologie und Führung der HHL Leipzig Graduate School of Management, einen Impulsvortrag mit dem Titel „Nicht nur Liebe geht durch den Magen: Essen und Gemeinwohl“ halten, in dem er die Bedeutung des Gemeinwohls für eine funktionierende Gesellschaft herausstellt.

Christian Böttcher vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVLH): Er wird dazu passend erstmalig in Deutschland die Ergebnisse einer brandaktuellen Studie präsentieren, die der Frage nachging, welchen Beitrag der Lebensmittelhandel zum Gemeinwohl in Deutschland leistet. Kontrovers diskutieren wird Herr Böttcher dies mit dem Öko-Aktivisten Raphael Fellmer, der jahrelang Essensreste aus Müllcontainern großer Supermarktketten gefischt und sich und seine Familie davon ernährt hat. Kürzlich hat er den Supermarkt „SirPlus“ in Berlin eröffnet, in dem er weggeworfenes Essen anbietet. Dabei geht es dem Start-up um die Sensibilisierung der Gesellschaft: Viele Menschen auf der Welt müssen hungern, während andere ihr Essen wegschmeißen. Mit seinem gemeinwohlorientierten Geschäftsmodell hat das junge Unternehmen im letzten Jahr schon einen EY Public Value Award for Start-ups gewonnen.

Doch wie konservativ ist die Bevölkerung in ihren Ernährungsgewohnheiten? Wie kann das Vertrauen in alternative Ernährungskonzepte gesteigert werden? Mit diesen Fragen hat sich Prof. Dr. Fabian Christandl, Professor für Wirtschafts- und Sozialpsychologie und Studiendekan Wirtschaftspsychologie (M.Sc.) an der Hochschule Fresenius sowie akademischer Direktor des Dr. Arend Oetker Centers für Wirtschaftspsychologie und Führung in Kooperation mit der HHL, in einem kooperativen Forschungsprojekt mit Prof. Dr. Sebastian Berger von der Universität Bern und dem Nahrungsmittel Startup ESSENTO beschäftigt. Gemeinsam haben sie in ihrer Studie untersucht, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um Menschen dazu zu motivieren, Insekten zu verzehren. Der Vorteil dieses Nahrungsmittels: Die CO2-Emission bei der Produktion ist deutlich niedriger als bei Fleisch und es ist wesentlich nahrhafter.

Datum: 3. Mai 2018

Uhrzeit: ab 18 Uhr

Ort: Hochschule Fresenius, Fachbereich Wirtschaft & Medien Atrium, MediaPark 4c, 50670 Köln