05-05-2022 • Köln

Dritter Band der Theorie-Praxis-Dialog-Reihe zum Thema Nachhaltigkeit veröffentlicht

Unter dem Titel „Nachhaltigkeit – Neue Perspektiven auf ein strapaziertes Paradigma“ hat der Fachbereich Onlineplus der Hochschule Fresenius den dritten Band der wissenschaftlichen Publikationsreihe „Theorie-Praxis-Dialog“ veröffentlicht. Herausgeber sind Claudia Schmiderer, Prof. Dr. habil. Peter J. Weber und Prof. Dr. Hendrik Müller.

Köln. Das Wissen über klimabedingte Katastrophen, den steigenden Warenkonsum, verschwendete Energien oder Naturzerstörungen sowie das Abnehmen der Artenvielfalt ist so umfassend wie nie zuvor. Der Klimawandel ist eine derart große Herausforderung für die Menschheit, dass es kaum mehr eine einfache Lösung zu geben scheint. Können Menschen ihre Gewohnheiten ändern? Kann es der Menschheit gelingen, weniger Ressourcen abzubauen? Ist es möglich, ethisch zu konsumieren? Bietet das Konzept der Frugalität 4.0 einen Ausweg? Sind Nachhaltigkeitskommunikation und Social Media ideale Partner? Diesen und weiteren Fragen gehen Professor:innen und Lehrende verschiedener Fachrichtungen des Fachbereichs Onlineplus in ihren Beiträgen nach. Sie setzen sich mit dem Begriff der Nachhaltigkeit und den damit einhergehenden Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven kritisch auseinander und diskutieren mögliche Lösungsansätze.

Einen kritischen Blick auf die Nachhaltigkeit wirft Peter J. Weber gleich zu Beginn und entwickelt anhand der Verwendung des Begriffs in der modernen Welt die These, dass Nachhaltigkeit als Konzept zur Eindämmung des schrankenlosen Abbaus von Ressourcen nicht ausreichen wird. Vielmehr bedarf es einer mentalen Wende, einer Neuordnung und Neuformulierung überkommener Denkweisen, weg von einer auf Wachstum und massenhaften Verbrauch ausgerichteten Welt hin zu einer „Ressourcenzurückhaltung“, die nicht ohne Verzicht auskommen wird, um nicht diese, jedoch die Zivilisation zu erhalten. Mit dem Mythos des nachhaltigen Konsums beschäftigt sich Hendrik Müller und zeigt Perspektiven einer sozial-ökologischen Transformation auf. Dabei geht er sowohl auf die normativen Grundlagen der Konsumentenethik als auch auf die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in Bezug auf die Konsumethik ein und schließt mit einem Leitbild für verantwortungsvollen Konsum. Daran anschließend untersuchen Rajnish Tiwari und Cornelius Herstatt, warum frugale Innovationen als sparsame und auf Ressourcenschonung ausgerichtete Lösungen ein erhebliches Potenzial besitzen, um zu einem „besseren Lebensstandard“ beizutragen und gleichzeitig die ökologische Nachhaltigkeit zu fördern.

Der Rolle des Employer Brandings im nachhaltigen Personalmanagement widmet sich Ulrike Meißner in ihrem Beitrag und untersucht dabei zum einen, wie nachhaltig die Personalprozesse Recruiting, Personalentwicklung und Personalerhaltung erscheinen, und zum anderen, wie das Nachhaltigkeitskonzept von Unternehmen im Rahmen des Employer Brandings kommuniziert wird.

In dem Beitrag Sustainable Media geht Leonhard Fuest Fragen aus der Medienpharmakologie nach und eröffnet dabei den Blick auf eine noch junge Disziplin, die Medien als pharmazeutische Artefakte auffasst. Sind Nachhaltigkeitskommunikation und Social Media ideale Partner? Eine Analyse dazu liefert Silke Kettig und betrachtet dabei Themen wie Greenwashing, Transparenz und Glaubwürdigkeit der Kommunikation.

Eine Studie von Sarah Heyer und Sybille Wahrenberger untersucht anhand des Take-away-Konsums, inwieweit diskrepante Verhaltensweisen existent sind, und veranschaulicht, welche Konsummotive dieses Dilemma hervorzubringen vermögen. Gudrun Glowalla veranschaulicht in ihrem Beitrag, wie Menschen ihre Verhaltensweisen erlernen und auf welche Weise aus Verhaltensweisen schließlich Gewohnheiten werden.

Die Publikation ist hier erhältlich: https://www.kopaed.de/kopaedshop/?pg=1_10&pid=1357

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