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13-11-2019 • Wiesbaden

Für die Arbeitskräfte von Morgen: Hochschule Fresenius vergibt 69 Deutschlandstipendien

Für das akademische Jahr 2019/2020 vergibt die Hochschule Fresenius bundesweit 69 Deutschlandstipendien. Über 80 Prozent der Förderungen, die je zur Hälfte von privaten Spendern und aus Mitteln des Bundesbildungsministeriums finanziert werden, gehen dabei an Frauen. Der stärkste Fachbereich ist Chemie & Biologie mit 22 Auszeichnungen. Erstmals gehen vier Deutschlandstipendien an den Fachbereich onlineplus, in dem sich Studierende via Fernstudium für ihre berufliche Laufbahn qualifizieren. Im Ländervergleich schneidet wie schon in den vergangenen Jahren Hessen am besten ab: Gut die Hälfte der Stipendien geht an Studierende der Standorte Idstein, Frankfurt am Main und Wiesbaden.

Wiesbaden. Anlässlich der Vergabefeier im Bürgersaal am neuen Campus in Wiesbaden lobte Hochschulpräsident Prof. Dr. Tobias Engelsleben das Engagement der 37 Förderer, die aus Unternehmen, Institutionen, Praxen und Privatleuten bestehen. Sie hätten erkannt, wie wichtig es sei, in Bildung zu investieren und junge Menschen beim Start in eine erfolgreiche Karriere zu unterstützen. Davon profitierten sie auch selbst. Unternehmen kommen über das Deutschlandstipendium mit hoffnungsvollen Talenten in Kontakt und bekommen Gelegenheit, sich mit relativ geringem Aufwand ihren eigenen Nachwuchs aufzubauen. Die Studierenden, die neben überdurchschnittlichen Leistungen ein besonderes gesellschaftliches oder soziales Engagement mitbringen müssen, bekommen für ein Jahr monatliche Zuwendungen in Höhe von insgesamt 300 Euro.

Die Hochschule Fresenius nimmt seit 2011 an dem Programm teil. Die Zahl der Stipendien ist seither deutlich gestiegen. Wurden im ersten Jahr noch 13 Deutschlandstipendien vergeben, pendelt die Anzahl seit 2015 zwischen 70 und 80. Für den Hochschulpräsidenten dennoch zu wenig: „Die Zahl der Stipendien müsste wesentlich höher sein, um insbesondere Studierenden aus bildungsfernen Haushalten beziehungsweise finanziell schwächer aufgestellten Familien eine reelle Chance für einen erfolgreichen Berufsstart zu geben. Gerade im internationalen Vergleich hinken wir hinsichtlich der privaten Förderung deutlich hinterher.“ Zuversichtlich macht ihn das Engagement der Hochschule in Wiesbaden: „Die Stadt hat eine sehr gute Unternehmensstruktur, um junge Talente zu fördern. Wir empfangen bereits im ersten Jahr nach unserer Rückkehr – insbesondere im Zusammenhang mit der fruchtbaren Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer – sehr positive Signale für eine Teilnahme an dem Programm.“

Lukas Raven studiert in Wiesbaden im dritten Semester das Masterstudium Wirtschaftspsychologie und hat viele Ideen, wie es nach dem Abschluss weitergehen könnte. Am liebsten möchte er sich als Coach oder Berater selbstständig machen oder ein eigenes Unternehmen gründen. „Das Deutschlandstipendium sorgt dafür, dass ich bei der Verwirklichung meiner Visionen einen größeren Gestaltungsspielraum habe und befreiter die vielfältigen Möglichkeiten bewerten kann. Der mahnende Zeigefinger der Finanzen hebt sich seltener.“ Kaya Schwertner, die in Hamburg im fünften Semester Mode- und Designmanagement studiert, eröffnen sich mit dem Stipendium internationale Perspektiven: „Dank des Deutschlandstipendiums konnte ich mein sechsmonatiges, unbezahltes Praktikum auf Bali absolvieren. Der Aufenthalt hat meinen Horizont unglaublich erweitert und ich weiß, welchen Weg ich einschlagen möchte. Finanziell unabhängiger zu sein bedeutet auch, dass ich mich auf mich selbst und meine Ziele konzentrieren kann. Statt zu arbeiten, um studieren zu können, kann ich eigene Projekte planen und umsetzen.“ Nach dem Studium will sie wieder ins Ausland gehen.

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