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03-05-2018 • Idstein

Der Wirtschaftskriminalität auf der Spur: Master „Wirtschaftsforensik“ startet

Ab dem Wintersemester 2018/2019 bietet die Hochschule Fresenius den bundesweit einmaligen berufsbegleitenden Masterstudiengang „Wirtschaftsforensik“ an. Dieser startet noch in Idstein, zieht dann aber ab Sommersemester 2019 mit dem Fachbereich Wirtschaft & Medien nach Wiesbaden um. Dort errichtet die Hochschule Fresenius zurzeit ihren neuen Standort.

„Studien zufolge beläuft sich der finanzielle Schaden aufgrund wirtschaftskrimineller Handlungen auf rund 50 Milliarden Euro pro Jahr allein in Deutschland“, berichtet Prof. Dr. Karsten Munscheck, Programmverantwortlicher für den Studiengang Wirtschaftsforensik. „Mindestens jedes dritte Unternehmen ist in irgendeiner Form davon betroffen.“ In den meisten Fällen geht es dabei um Computerbetrug, aber auch die Manipulation von Konto- und Finanzdaten, das Ausspähen und Abfangen von Daten, Fälschungsdelikte sowie Industrie- und Wirtschaftsspionage spielen eine große Rolle. „Bisher geschieht die Aufklärung wirtschaftskrimineller Handlungen zum großen Teil zufällig oder auf Hinweise von Mitarbeitern. Eine konkrete Aufklärungsstrategie der Unternehmen steht nur selten dahinter“, so Munscheck weiter, „Knapp zwei Drittel der Unternehmen gestehen Versäumnisse bei der Reaktion auf solche Aktivitäten ein. In Anbetracht der immensen Kosten werden Unternehmen die Aufklärung zukünftig aktiver gestalten müssen.“

Hier kommen die Absolventen des neuen Masterstudiengangs ins Spiel. Das Studium befähigt sie, Verdachtsmomente für das Vorliegen der wesentlichen Formen wirtschaftskrimineller Handlungen selbstständig zu erkennen, Maßnahmen zur Erhärtung der Verdachtsmomente und zur Aufklärung von Sachverhalten zu planen und zu koordinieren. Die Zahl potenzieller Arbeitgeber ist groß: Neben den Unternehmen selbst eröffnen sich auch in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Anwaltskanzleien, IT- und Unternehmensberatungen sowie Behörden vielfältige Aufgabenbereiche. Da sich die Wirtschaftskriminalität im Spannungsfeld von BWL, Recht, IT und Kriminologie bewegt, werden im Studiengang auch Kenntnisse und Fähigkeiten aus diesen Fächern vermittelt. Dabei wird auf disziplinenübergreifendes Lehren und Wissen großer Wert gelegt. „Wer als Wirtschaftsforensiker tätig sein will, muss natürlich die wirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagen beherrschen und typische Tatbestände kennen“, sagt Munscheck.

„Die Studierenden lernen bei uns aber auch kriminalwissenschaftliche oder IT-technische Aufklärungsmethoden wie zum Beispiel die Auswahl der wesentlichen Daten aus großen Datenmengen („Data Mining“) oder die Verfolgung von Vermögen, das dem Unternehmen entzogen wurde („Asset Tracing“).“ Auch die Frage nach den Eigenschaften eines Täters („Criminal Profiling“) spielt im Studium sowohl im Hinblick auf die Verbrechensaufklärung als auch im Rahmen der Prävention eine wesentliche Rolle. Außerdem erwerben die Studierenden die relevanten Kompetenzen, um Schwachstellen im Unternehmen zu identifizieren, Präventionsstrategien zu entwickeln und die Aufklärung von Ereignissen gerichtsfest zu dokumentieren.

Das Studium dauert sechs Semester und kostet monatlich 650 Euro. Wer das berufsbegleitende Studium aufnehmen möchte, muss einen Bachelorabschluss, eine mindestens einjährige, einschlägige Berufserfahrung sowie Englischkenntnisse auf B2-Niveau mitbringen. Zurzeit befindet sich der Studiengang noch im Akkreditierungsverfahren. Für Interessenten veranstaltet die Hochschule Fresenius regelmäßig Informationsveranstaltungen, wer sich individuell beraten lassen möchte, ruft unter der 0800-7245-834 an oder sendet eine E-Mail an beratung@hsfresenius.de