Beitrag zur Philosophy of Management Konferenz in Oxford

Während der Philosophy of Management Konferenz in Oxford vom 1. bis 4. Juli hat Prof. Dr. Hendrik Müller, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsethik, einen Beitrag zum Thema “Secundum naturam vivere: Ancient Classical Philosophy ́s Thoughts on Sustainability and Environmental Protection” gehalten.

In seinem Vortrag zeigte Müller, welche Lehren aus der Antike auf die heutigen Herausforderungen übertragbar sind. So haben schon in der Antike einige Philosophen und Schriftsteller in ihren Werken beschrieben, wie Menschen mit natürlichen Ressourcen umgehen sollten und welche Auswirkungen dieses Verhalten langfristig haben würde. Bereits beim griechischen Philosophen Platon im 4. Jahrhundert v Chr., stärker noch bei römischen Autoren wie Plinius dem Älteren im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung werden die Auswirkungen menschlichen Handelns durch Kriegsführung, Landwirtschaft oder auch Bergbau auf die Natur deutlich formuliert. Auch der Umgang des Menschen mit anderen Spezies wurde thematisiert. So kritisierte im 2./3. Jahrhundert Claudius Aelianus den Anthropozentrismus seiner Zeitgenossen, indem er bestimmte Tierarten als dem Menschen moralisch überlegen hervorhob.

Müller betrachte die antiken Texte aus der aktuellen Perspektive heraus, um aufzuzeigen, inwiefern die antike Sichtweise übernommen werden kann und welche praktischen Antworten sie für die moderne Gesellschaft liefern können. Auch wenn der Begriff der Nachhaltigkeit und das aktuelle Gefühl einer existenziellen Bedrohung unserer Spezies in der Antike unbekannt war, so zeigen sich insbesondere in den philosophischen Schulen der Stoa und des Epikureismus Ansätze, die für den Nachhaltigkeitsdiskurs unserer Tage förderlich sind. Für das Handeln jedes Einzelnen, aber auch der Wirtschaft im Ganzen können auf diese Weise laut Müller aus den antiken Texten wertvolle Anregungen gezogen werden, um Modelle des drängenden sozialen, ökologischen und gesellschaftlichen Wandels zu entwickeln.