menu close
close
News

Zwei neue Professoren berufen

Prof. Dr. Lukas Nock und Prof. Dr. Christian Link-Eichhorn ergänzen das Professorenteam des Fachbereichs Gesundheit & Soziales und der Carl Remigius Medical School. In ihrer gemeinsamen Antrittsvorlesung offenbarten beide ein Dilemma innerhalb ihrer Forschungsarbeit. In Anlehnung an einen Science-Fiction-Roman aus dem Jahre 1979 betitelte Prof. Dr. Lukas Nock seine Antrittsvorlesung „Per Anhalter durch die Moderne – Unterwegs mit der Sozialen Arbeit. Versuch einer Geländeskizze“ und umriss damit die sozialen Herausforderungen der Spätmoderne. Mit den Errungenschaften der Modernisierung gingen auch gegenläufige Tendenzen einher. So stehe der Rationalisierung ein Sinn-Verlust gegenüber, zunehmende funktionale Differenzierung erschwere die Sozialintegration, Individualisierung fördere Tendenzen zur Vermassung und die technische Beherrschung der Natur führe zu unkalkulierbaren ökologischen Risiken. Trotz der ohne Zweifel immensen Steigerung des allgemeinen Wohlstandsniveaus stelle sich die Soziale Frage heute wie damals mit unverminderter Brisanz: „Wie kann sich ein rationales ‚Projekt der Aufklärung‘ damit abfinden, dass seine Umsetzung mit einer gewissen inneren Logik die ökologischen Grundlagen des Lebens bedroht, jedwede sinnstiftende Kulturidee der Sachzwangsideologie des unendlichen Wachstums unterordnet, Gesellschaft zum Einzelkämpfer-Kollektiv transformiert mithin sozial desintegrativ wirkt?“ fragt Prof. Nock. Was der heutigen Gesellschaft fehle, das seien nicht so sehr die Mittel, sondern vielmehr die Ideen zur Antwort. Es gehöre zum aufgeklärten Menschsein dazu, den Versuchungen des Pragmatismus und der Alltagserfahrung immer wieder zu widerstehen und immer wieder an Ideen zu arbeiten. „Die Soziale Arbeit ist ein Symbol der trotzigen Hoffnung wider den modernen Fatalismus.“ In welchem rechtlichen Rahmen ist es dem Physician Assistent möglich in Deutschland zu praktizieren? Es bedarf zwar dringend einer Unterstützung des überlasteten Gesundheitswesens, das neue Berufsbild lässt sich aber nur schwer in die bestehenden Strukturen einbinden. Als Anwalt mit Schwerpunkt auf Medizinrecht und approbierter Arzt erfüllt Prof. Dr. Christian Link-Eichhorn alle Voraussetzungen, um eine Einordnung vorzunehmen. In seiner Antrittsvorlesung „Der Physician Assistant und die Heilkunde“ untersuchte er die Rechtslage, um dem Physician Assistant einen rechtlich abgesteckten Handlungsspielraum zu geben. So sehen die Bundesärzteordnung und das Heilkpraktikergesetz vor, dass „zur Feststellung, Heilung und Linderung von Krankheiten, Leiden und Körperschäden“ nur approbierte Ärzte oder Heilpraktiker die Heilkunde ausüben dürfen. Im Gegensatz dazu ist in einem Modellvorhaben des SGB V das Ausüben der Heilkunde aber bereits Pflegefachkräften möglich. Herr Prof. Dr. Christian Link-Eichhorn stellte dar, dass der Physician Assistant vom Arzt delegierte Tätigkeiten der Heilkunde ausführen kann. Delegierbar sind die meisten ärztlichen Leistungen, aber unterliegen der Anordnungs- und der Durchführungsverantwortung. Ob und wie behandelt wird, entscheidet also der Arzt und delegiert dann entsprechende Aufgaben an den Physician Assistant. Darunter fallen unter anderem die Injektion und Infusion, Wundversorgung, OP-Assistenz, Blutentnahme und Teamkoordination. „Für mehr Klarheit sorgt ein einheitliches Berufsbild“, für das sich Prof. Link-Eichhorn einsetzen will. Prodekanin am Standort Frankfurt Prof. Dr. Lilia Waehlert, Dekanin des Fachbereichs Gesundheit & Soziales Prof. Dr. Birgit Schulte-Frei und Vizepräsident Prof. Dr. Thomas Knepper freuten sich sehr die beiden Kollegen für das jeweilige Fachgebiet zu gewinnen und verliehen ihnen die Berufungsurkunden vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. 

Tags: Personalia,Forschung,Forschung Gesundheit & Soziales,School of Therapy & Social Work,Standort Frankfurt,allgemeine News,Startseite