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Zukunftsforum 2018

Bei Impulsvorträgen und einer Podiumsdiskussion gingen rund 200 Gäste am Standort München der Frage nach, wie wir in Zukunft leben werden. Bereits zum 9. Mal fand die Veranstaltung Zukunftsforum am 16.05.2018 am Münchener Standort der Hochschule Fresenius statt. Diesmal beschäftigte sich das Thema mit einem, vor allem für die Stadt München, besonders wichtigem Thema: die smarte Entwicklung unserer Lebensräume oder „Designing Digital Cities“ und füllte mit diesem zukunftsträchtigen Thema das Audimax bis auf den letzten Platz. Die digitale Transformation wird die Art und Weise wie wir in Zukunft leben, wie wir uns bewegen, wie und wo wir arbeiten werden, verändern. Unsere Städte werden durch die Digitalisierung zu intelligenten Städten, die unsere Lebensqualität kontinuierlich verbessern werden. Neue Technologien werden Wirtschaft und Gesellschaft beeinflussen und die sogenannten New Mobility-Konzepte werden für neue Infrastrukturen sorgen. Zu diesen weitreichenden Themen stellten die geladenen Gäste ihre Ideen und Einschätzungen sowie internationale Projekte aus Shanghai, Kopenhagen und London vor. Lukas Neckermann, Autor mehrerer Bücher über die mobile Revolution, zeigte in seiner Keynote Speech eindrucksvoll auf, wieso wir neue urbane Infrastrukturen in unseren Lebensräumen benötigen. In Los Angeles stand man 2017 durchschnittlich 102 Stunden im Stau, in München „nur“ 51 Stunden. Nichtsdestotrotz liegt die bayrische Landeshauptstadt vor den Städten Hamburg, Berlin, Köln oder Stuttgart. Dieses Problem lässt sich, seiner Meinung nach, nicht allein durch weniger Autos oder mehr Autobahnen lösen, sondern durch intelligentere Fahrspuren für alle Fortbewegungsmittel: Autos, Busse, Fußgänger, Zweiräder und in Zukunft auch Roboter. Aber auch der Umgang mit Mobilität in der Gesellschaft wird sich ändern. Neckermanns Hypothese: Besitz und Autofahren im klassischen Sinne sind passé. Jon Pers als Head of Tech des Innovation Institute Denmark, stellte bei der smarten urbanen Entwicklung drei wichtige Faktoren in den Mittelpunkt: Nachhaltigkeit, Technologie und Lebensqualität. Das seien die drei entscheidenden Treiber der Digital Economy in Städten. Die Zusammenarbeit der Faktoren als auch der Akteure im privaten und öffentlichen Sektor kann, laut Pers, die innerstädtische Mobilität einfacher gestalten und so auch die Lebensqualität steigern – unter anderem mit der Hilfe von Big Data. Als Best Practice-Beispiel stellte er die Fahrrad-Projekte aus Kopenhagen vor. In der Hauptstadt von Dänemark fahren heute bereits über 45% der Pendler mit dem Fahrrad. Der Leiter Mobilitätskonzepte bei der BMW AG, Dr.-Ing. Rainer Daude, komplettierte das Redner-Trio auf dem diesjährigen Zukunftsforum. Er präsentierte die Visionen BMWs an einem Pilotprojekt in Shanghai, in dem ebenfalls die Ideen von veränderten Fahrspuren wieder aufgegriffen wurden. China wird von einer der schnellsten und umfangreichsten Urbanisierung weltweit geprägt. Entworfen wurde das innovative Hochstraßenkonzept namens „BMW Vision E³ Way (elevated, electric, efficient)“ für alle Arten von Zweirädern in der Zweigstelle in Garching bei München. In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Dr. Hans-Peter Kleebinder, wurden einige interessante Hypothesen diskutiert. Unter anderem, dass die Digitalisierung nicht nur den Verkehr, sondern auch unsere Lebensräume verändere – nicht nur in Zukunft, denn bereits jetzt werden eher zeitraubende Arbeiten wie Einkaufen nicht mehr unbedingt im stationären Einzelhandel erledigt, sondern durch Lieferdienste. Hingegen würden hochwertige Restaurants oder Bio- und Bauernmärkte im Freien, die den Menschen (emotionale) Erlebnisse bieten, Zulauf erfahren. In der Diskussion mit dem Publikum wurde unter anderem auch die Problematik von zu wenig Wohnraum in den Städten angebracht, für welche die Expertenrunde prompt einen Vorschlag hatte: große platzraubende Parkplätze abschaffen und daraus Wohnräume schaffen. Die regen Gespräche setzten sich auch noch nach dem offiziellen Teil beim Maifest fort.

Tags: Standort München