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News

Wie sich destruktive Feindbilder dekonstruieren lassen

In einem interessanten und thematisch aktuellen Vortrag konnten Studierende und Gäste der Hochschule Fresenius im Oktober erfahren, wie feindliche Denkweisen entstehen und sich verfestigen, und was getan werden kann, um diese wieder abzubauen.

Der Vortrag wurde von Dr. Markus Fath, einem Experten im Bereich Konfliktforschung, eröffnet, der zunächst in einer theoretischen Einführung verschiedene Aspekte präsentierte, die zur Entwicklung und Verfestigung von Feindbildern beitragen. Übliche genutzte Strategien sind beispielsweise die Entmenschlichung einer bestimmten Gruppe von Menschen, Empathie-Verweigerung, Schuldzuweisung an Opfer, Nullsummen-Denken und doppelmoralisches Handeln und Urteilen. Ein weiterer, entscheidender Punkt zur Ausbildung eines Feindbildes ist emotionale Erpressung, wodurch Personen mit einer Kombination aus Angst, Schuldzuweisungen und Verpflichtungsgefühlen gezwungen werden, in einem für sie schädlichen Umfeld zu verbleiben. Derartige Strategien können besonders bei Kindesmissbrauch, häuslicher Gewalt, aber auch bei rassistisch motivierter Gewalt beobachtet werden.

Wie Dr. Fath erklärt ist es wichtig zu realisieren, dass Personen mit einer solchen Weltanschauung nicht automatisch gefährlich sind. Jedoch kann ihre Denkweise schädlich werden, wenn sie sich als einzige Wahrheit verfestigt, wie es beispielsweise beim Ku Klux Klan, Antisemiten oder anderen Gruppen der Fall ist. Um das Verhalten und die Denkweise solcher Gruppenangehöriger zu verändern und daraus resultierende Gewalt zu verhindern muss also die Weltanschauung der Personen verändert werden – ein Ziel, das der zweite Vortragende des Abends, Daryl Davis, bereits seit den 1980-er Jahren verfolgt.

Hierbei stellt der amerikanische Musiker und Autor die rassistischen Einstellungen von Mitgliedern des Ku Klux Klans in Frage und hat so eine große Personenanzahl beim Ausstieg aus dieser Gruppierung unterstützt. Die Frage, wie eine Weltanschauung wie die des Klans zustande kommt und sich manifestieren kann beschäftigt Davis bereits seit seiner frühen Kindheit, als er das erste Mal selbst Rassismus erfahren musste: als kleiner Junge wurde er bei einer Pfadfinder-Parade aufgrund seiner Hautfarbe (er war der einzige Schwarze) mit Steinen beworfen. Daraufhin formte sich für Davis die Frage: „Wie könnt ihr mich hassen, wenn ihr mich gar nicht kennt?“, die ihn seither auf seinem Lebensweg begleitet.

Um eine Antwort zu finden beschloss er, Ku Klux Klan-Mitglieder bezüglich der Motivation hinter ihrem Hass und der daraus resultierenden Gewalt zu befragen und seine Erkenntnisse in einem Buch festzuhalten. Die erste Person, die er dafür interviewte war der spätere nationale Klan-Führer Roger Kelly. Obwohl nur wenige Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Männern bestanden, entwickelte sich über mehrere Jahre eine Freundschaft. Davis wurde zu Klan-Treffen eingeladen und konnte dort auch mit anderen Mitgliedern über ihre Weltanschauung sprechen. Ein solcher Austausch war, wie Davis erklärt, immer von gegenseitigem Respekt geprägt: selbst wenn man sich nicht einig war, sollten beide Seiten die Möglichkeit bekommen, ihre Meinung zu äußern.

Dank des Kontakts zu Kelly war es Davis möglich, Klan-Mitglieder landesweit für sein Buch „Klandestine Relationships: A Black Man’s Odyssey in the Ku Klux Klan“ zu interviewen. Auch nach der Veröffentlichung nahm er weiterhin an Treffen des KKK teil, wo seine Präsenz sich positiv auf die Teilnehmer auswirkte: nur ein paar Jahre nach ihrem ersten Treffen trat Roger Kelly aus dem Klan aus und viele weitere folgten ihm über die Jahre hinweg. Insgesamt über 200 Personen hat Davis so beim Austritt aus dem Klan und der Abkehr von ihren rassistischen Ansichten begleitet, was auch zur Schließung des Klans im US-Bundesstaat Maryland geführt hat.

Fragt man den Musiker, warum er sich weiterhin mit Menschen trifft deren Weltanschauung sich so grundlegend von der eigenen unterscheidet erklärt er, dass Rassismus ein Thema ist, was nicht ignoriert werden sollte, da dieser sich schnell verbreitet und nur schwer einzudämmen ist. Hierbei spielt Ignoranz eine große Rolle, die zu Angst vor dem Unbekannten, Hass und letztendlich auch Gewalt führen kann – eine Spirale, die heute an den extremistischen Attacken in Halle, Charlottesville, Neuseeland und an vielen weiteren Orten auf der ganzen Welt beobachtet werden kann. Um dies zu verhindern sei es daher unabdingbar, die Quelle des Problems, die Ignoranz, mit Bildung und Dialog im Keim zu ersticken. Wenn man miteinander statt übereinander redet können Feindbilder zugunsten einer friedlicheren Gesellschaft dekonstruiert werden – weshalb Davis sich weiterhin mit Klan-Mitliedern trifft um sie bei der Abkehr von ihren gewalttätigen und zerstörerischen Ansichten zu unterstützen.