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Was macht das Leben lebenswert? – Ein Gastvortrag über Positive Psychologie an der Hochschule Fresenius Hamburg

Sie gilt als die „Wissenschaft des Glücks“ – doch was genau versteht man eigentlich unter Positiver Psychologie, was sind ihre Methoden und ihre Wirkung? Zu diesen Fragen klärte Jens Schreyer in einem Gastvortrag im Rahmen des Schwerpunktfachs Organisationspsychologie und -beratung am 19. April 2016 an der Hochschule Fresenius in Hamburg auf. Seit 15 Jahren ist der Sozialpädagoge, der zusätzlich eine Ausbildung im Neuro-Linguistischen-Programmieren (NLP) und eine systemische Ausbildung absolvierte, nun als Coach und Berater tätig. Er berichtet, dass die Positive Psychologie auch auf ihn persönlich einen starken Einfluss hatte und ihre Spuren hinterließ. Die Positive Psychologie ist ein Bereich der Angewandten Psychologie, sie erforscht die Themen Glück, Zufriedenheit, Wohlbefinden – kurzum: Was macht das Leben lebenswert? Dabei ist sie jedoch nicht mit positivem Denken, „Schönreden“ oder der „rosaroten Brille“ gleichzusetzen, betonte Schreyer. Im Gegenteil: Es sei genauso wichtig, sich auch um das negative Erleben zu kümmern, auch wenn der Schwerpunkt dabei auf dem Positiven liegen sollte. Schnell wurde klar, dass Hochs und Tiefs notwendig sind, um überhaupt Glück empfinden und etwas wertschätzen zu können. Eine wichtige Rolle spiele hierbei auch die sogenannte Hedonistische Anpassung, eine Art Gewöhnungseffekt an das Glück. Schreyer verdeutlichte dies durch ein Beispiel: Man ist zwar zunächst glücklich, wenn man sich gerade das neueste Smartphone gekauft hat, gewöhnt sich jedoch relativ schnell daran und das „Glückslevel“ normalisiert sich wieder. Die Positive Psychologie will dem entgegenwirken, was anschließend durch die erste praktische Übung verdeutlicht wurde. Die Studierenden sollten drei Dinge aufschreiben, die am aktuellen Tag gut gelaufen sind und was sie selbst dazu beigetragen haben. Die Langzeitwirkungen dieser Übung sind gut belegt: Auch nach sechs Monaten ist noch deutlich, dass die Lebenszufriedenheit steigt und die Depressivität sinkt. Anschließend wurde eine weitere praktische Übung von Schreyer selbst durchgeführt, die aus dem Bereich des NLP stammt. Es geht um den Aufbau innerer Ressourcen und darum, seinen eigenen Anker zu entwickeln, um diese abzurufen. Sich auch um sich selbst zu kümmern ist eine Sache, die oft vergessen wird, wenn man in bestimmten Situationen eine gute Leistung abliefern möchte, so Schreyer. Diesen Anker hatten einige Studierende in der Vorlesung für sich gefunden.

Die Hochschule Fresenius bedankt sich auch im Namen des Schwerpunkt-Kurses Organisationspsychologie und -beratung herzlich bei Jens Schreyer für den Einblick in die Positive Psychologie sowie bei Prof. Dr. Gerhardt für die Organisation und Unterstützung der Veranstaltung.

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