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Von Social-Media-Marketing bis zu Gesundheitsanwendungen – die Vielfalt der Digitalen Psychologie

Im November begrüßten rund 20 Studierende des Masters Digital Psychology (M.Sc.) gemeinsam mit Studiengangsleiterin Prof. Dr. Yvonne Glock im Rahmen der Vorlesung „Aktuelle Themen der Digitalen Psychologie“ zwei Referenten: Mit Jens Franke, Business Development Manager bei XING, und Prof. Dr. Philipp Walther, Studiendekan Management im Gesundheitswesen (B.A.), konnten sie ihre Studieninhalte mit Eindrücken aus der Praxis abgleichen und reflektieren.

Vergoldete Steaks und „World of Warcraft“ – Aktuelles aus Online- und Social-Media-Marketing

Jens Franke konnte zum Thema Online- und Social-Media-Marketing nicht nur durch seine Erfahrungen in großen Konzerne, wie der NEW WORK SE oder Coca-Cola Deutschland, sondern auch aus der Perspektive kleinerer Start-ups berichten. Lebendig und abwechslungsreich wurde sein Vortrag vor allem durch aktuelle Beispiele: von politisch-komödiantischen Social-Media-Präsenzen aus dem US-amerikanischen Raum bis hin zur Diskussion über die gesellschaftlichen Auswirkungen eines vergoldeten Steaks auf Twitter. Er sprach zudem u. a. über digitalisierte Marketingformen und mediale Beziehungen und ordnete Erfolgsmaschinen wie Facebook, Virtual Social Worlds, Collaborative Project Plattformen sowie Role Games wie „World of Warcraft“ in diesen Kontext ein.

Einen direkten Anwendungsbezug erhielten die Studierenden durch die Vorstellung der im Social-Media-Marketing verwendeten Kennzahlprinzipien unter Einbezug klassischer Marketingkonzepte. Die Frage nach der Relevanz von Social-Media-Marketing bot die Möglichkeit für einen historischen Exkurs: Nachdem Anfang des 20. Jahrhunderts durch die geringe Produktdichte des damaligen Marktes keine Marketing-Maßnahmen erforderlich waren, ist es in der heutigen Zeit umso wichtiger, den Mehrwert des eigenen Produktportfolios in der enormen Angebotsdiversität der modernen Konsumgesellschaft herauszustellen.

Ziele bzw. Zielgruppen definieren und verstehen, Prozessgestaltung, operative Kampagnenplanung: Die Anwendung der vermittelten Marketing-Methoden konnten die Studierenden direkt in Form eines Business Cases testen und erstellten unter der Anleitung von Herrn Franke einen gesponserten Beitrag für den Newsfeed in XING – dem führenden beruflichen Netzwerk im deutschsprachigen Raum.

Biohacking und virtuelle Sprechstunden – Ausblick in die Zukunft der Gesundheitsversorgung

Prof. Dr. Philipp Walther brachte den Studierenden im Anschluss den digitalen Wandel im Gesundheitswesen näher – und kam dabei auch auf soziale Netzwerke zu sprechen, da diese ein Bewusstsein für körperliche und mentale Gesundheit schaffen könnten. Aktuelle und vielseitige Perspektiven lieferte Prof. Walther durch Berichte vom Next Generation Health Care Festival, welche z. B. abstrakte Methoden wie Biohacking, aber auch bereits marktfähige Ansätze wie Virtuelle Sprechstunden umfassten.

Wie sich diese Technologien in Zukunft immer mehr durch e-Health-Strategien verschiedenster Anbieter auf dem Gesundheitsmarkt ausbreiten werden und welche politischen, rechtlichen und ethischen Hürden dabei zu überwinden sind, erfuhren die Studierenden anhand von Beispielen Digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA): MySugr, einem Kontrollprogramm für Diabetiker, oder auch SYMPatient, das Menschen mit Angststörungen mithilfe von virtueller Realität bei der Entspannung helfen soll.

Das im deutschsprachigen Raum aktuell geläufigste und dennoch vergleichsweise selten auftretende Konzept der digitalen Gesundheitsversorgung ist die virtuelle Sprechstunde, bei der Arzt und Patient per Videochat kommunizieren. Ökonomische Vorteile zeigen sich v.a. in ländlich gelegenen Regionen mit medizinisch schwacher Infrastruktur. Für urban angesiedelte Patienten entfielen so lange Wartezeiten. In der Diskussion kamen die Studierenden zu dem Konsens, dass eine Mischform von analogen und digitalen Dienstleistungen im Gesundheitswesen den größten gesellschaftlichen Mehrwert bieten wird: Ersttermine sollten nach wie vor persönlich stattfinden. Folgetermine, die sich häufig lediglich auf die reine Übermittlung von Untersuchungsergebnissen beziehen, wären jedoch gut virtuell abbildbar.

Auch in Zukunft dürfen wir auf die weitere Pionierarbeit im Gesundheitswesen gespannt sein, in welcher sich weiterhin neue Zweige der Digitalisierung erschließen werden.

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