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Vier Jahre in vier Stunden

Rund 12 – 15 Jahre dauert es in Deutschland, bis ein neues Medikament entwickelt und auf den Markt gebracht wird. Die letzten vier Jahre dieses langen Zeitraums haben Studierende der Studiengänge International Pharmacoeconomics, Health Economics & Market Strategies for Healthcare Products (M.Sc.) in Idstein sowie Gesundheitsökonomie (B.Sc.) in Köln jetzt im Rahmen eines Workshops simuliert. Verschiedene Teams bildeten dabei Abteilungen wie Forschung, klinische Entwicklung, Regulatory Affairs, Recht und Patente ab. Vier Medikamente für den Einsatz in der Onkologie standen zur Auswahl. Die Studierenden sollten gemeinsam die Entscheidung treffen, welches von diesen ihre fingierte Firma an den Markt bringen wird. Kriterien für die Entscheidungsfindung waren dabei  Wirksamkeit, Nebenwirkungsprofil, die Entwicklungen des Wettbewerbs, Patientenrekrutierung, regulatorische Aspekte, Kooperationsmöglichkeiten und das zur Verfügung stehende Budget unter Berücksichtigung der Kosten für die Entwicklung. Immer wieder kommen neue Informationen ins Spiel, die das Für und Wider, die Argumentationsbasis in den Projektteam-Meetings entscheidend verändern. Noah Dietsche, aktuell im sechsten Semester des Studiengangs Gesundheitsökonomie, zieht ein positives Fazit: „Meine Erwartungen sind übertroffen worden, der Workshop ist ein Gewinn für das spätere Berufsleben. Ich habe wertvolle Einblicke in die unternehmerischen Abläufe bekommen, die mich später in der beruflichen Praxis erwarten. Ich fand es besonders gut, dass die Simulation in englischer Sprache stattgefunden hat. Die Inhalte aus dem Studium und meine dort gewonnenen Branchenkenntnisse konnte ich sehr gut anwenden. So etwas sollte es öfter geben, das kommt dem beruflichen Alltag schon sehr nahe.“ Prof. Dr. Thomas Teyke, Dekan des Studiengangs Gesundheitsökonomie in Köln, hebt den besonderen „Charme“ des Formats hervor: „Im Studium handeln wir die ganze Theorie ab, aber hier haben wir ein echtes Beispiel aus der Realität. Die Studierenden müssen in der Simulation Entscheidungen treffen und lernen, mit dem daraus entstehenden Konfliktpotenzial umzugehen. Sie tauchen ein in die Welt der Pharmaindustrie, die unter engen Rahmenbedingungen arbeitet, und müssen innerhalb dieses Rahmens optimale Lösungen finden.“ Teyke hebt die Internationalität der Veranstaltung hervor: „Wir haben Teilnehmer von den Philippinen, aus Ägypten, Tunesien, Indien und Deutschland – auch das spiegelt die Realität wider, mit der sich Absolventen unserer Studiengänge konfrontiert sehen.“ Initiiert hat den Workshop die Bayer AG. Der Konzern verfolgt damit das Ziel, das Business-Modell der Pharmaindustrie zu präsentieren und „über Mythen aufzuklären, die es nach wie vor über die Branche gibt“, sagt Dr. Kerstin Crusius-Millert, Head of R&D, Partner and Health Communications bei Bayer. „Ein solcher Mythos ist zum Beispiel, dass Studien zu Medikamenten aus Kostengründen in bestimmten Ländern ausgeführt werden. In Wahrheit ist es aber so, dass in allen Ländern, in denen ein Medikament zugelassen werden soll, solche Studien durchgeführt werden müssen. Etwas anderes ist gar nicht möglich.“ Es war der erste Workshop dieser Art, den die Bayer AG in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fresenius durchgeführt hat. Insgesamt haben weltweit schon dreißig solcher Case-Studies stattgefunden, beispielsweise mit Hochschulen und Universitäten in den USA und Skandinavien, aber auch mit Journalisten. Prof. Dr. Teyke wünscht sich für weitere Veranstaltungen dieser Art eine größere Resonanz unter den Studierenden – „einen solchen Praxistest sollte man sich nicht entgehen lassen.“ (ap)

Tags: Kooperation,Veranstaltungen & Events,Business School,Fachbereich Wirtschaft & Medien,Standort Idstein,Standort Wiesbaden,Startseite,allgemeine News