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Sieben Blickwinkel

Zum 200. Geburtstag würdigt das Museum Wiesbaden den Gründervater der Hochschule Fresenius, Carl Remigius Fresenius, mit einer sehenswerten Ausstellung.   „Rrrup – ein anderes Bild“, das soll Carl Remigius Fresenius immer dann gesagt haben, wenn es um einen Perspektivwechsel, um eine neue Betrachtungsweise ging. Um unterschiedliche Blickwinkel geht es auch in der Ausstellung, die das Museum Wiesbaden dem Gründervater der Hochschule Fresenius anlässlich seines 200. Geburtstages widmet. Die Exponate sind Instrumente, die ihn zeit seines Lebens geprägt haben und die er weiterentwickelt hat – und Stoffe, die er analysiert hat. Die Ausstellung schlägt aber auch eine Brücke ins Heute und belegt, dass Carl Remigius Fresenius mit seiner Arbeit das Fundament für zahlreiche moderne Methoden gelegt hat.   In der hessischen Landeshauptstadt gründete Carl Remigius Fresenius 1848 sein Chemisches Laboratorium, das als Ursprung der Hochschule gilt. Von Beginn an stand auch der Ausbildungsgedanke im Fokus. Angefangen hat alles mit fünf Studenten und einem Assistenten. In den ersten hundert Jahren waren es insgesamt 5.000 Studierende, 50 von ihnen hat Carl Remigius Fresenius selbst erlebt, stolze 30 Prozent von ihnen stammten aus dem Ausland. Das ist also das erste Bild, mit dem wir ihm uns nähern – das des Lehrers. Prof. Dr. Leo Gros, ehemals Vizepräsident der Hochschule Fresenius und Dekan des Fachbereichs Chemie & Biologie, schildert ihn in seiner Rede bei der Eröffnungsfeier am 23. August als „begabt, begeistert, aber auch streng“. „Was ihn aber in erster Linie prägte, war die Praxisorientierung und der Ehrgeiz, dass seine Studierenden nicht einfach nur lernen, sondern vor allem verstehen, was sie da tun.“ Insgesamt setzt die Kabinettsausstellung sieben Schwerpunkte. „Rrrup – neues Bild – der Wissenschaftler“. Carl Remigius Fresenius gilt als Vater der analytischen Chemie, „dem Herzstück der Chemie“, so Leo Gros. „Er wollte wissen, was drin ist und wieviel davon, ob es nun um die Wasseranalyse ging oder um die Zusammensetzung von Zement. Daran hat sich in der analytischen Chemie abgesehen von den Hilfsmitteln gar nicht viel geändert.“ Carl Remigius Fresenius verstand sich mit seinen Analysen auch als Problemlöser. Unter anderem half er dabei, komplizierte Kriminalfälle aufzuklären – wie zum Beispiel denjenigen, in dem eine Frau ihren Ehemann über lange Zeit mit wohldosierten Mengen Arsen vergiftete, was der Wissenschaftler noch vier Jahre nach dem Tode feststellen konnte. Die Analytische Chemie ist heute Kern des Fachbereichs an der Hochschule Fresenius. Ein Schwerpunkt ist die Wasseranalyse geblieben, auch wenn sich die Forschungsthemen geändert haben – jetzt geht es etwa um Mikroplastik und ihre Auswirkungen. Und auch mit Kriminalfällen sind die Wissenschaftler immer noch beschäftigt – wie die enge Zusammenarbeit mit dem BKA vor allem auf dem Gebiet der Drogenfahndung zeigt. So lebt sein geistiges und wissenschaftliches Erbe fort. Ein weiterer Erbe Carl Remigius Fresenius ist das SGS Institut Fresenius. Es wirft das Spotlight auf den Dienstleister in ihm. Leo Gros: „Er forschte nicht im Elfenbeinturm, die analytische Chemie musste immer auch einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen stiften, man kann sagen, dass er die gesellschaftliche Relevanz der Analytik begründet hat.“ Vom Dienstleister ist es nicht weit zum Unternehmer. „Er hat sein Labor in einer schwierigen Zeit gegründet, die Wirren der Märzrevolution sorgten dafür, dass die staatliche finanzielle Unterstützung erst einmal ausblieb. Davon ließ er sich nicht abhalten und eröffnete am 1. Mai sein Labor auf eigenes Risiko.“ Bleiben noch der Mensch und der Bürger Carl Remigius Fresenius. Er war politisch engagiert, hat persönlich mit dafür gesorgt, dass es noch ein Theater in Wiesbaden gibt – und war mit dichterischem Talent humorvoll. „Glauben, was man hofft, führt zur Täuschung oft“, ist einer seiner zahlreichen Reime. „Im Angesicht von Fake-News  gewinnt die Aussage eine noch tiefere Bedeutung“, sagte Dr. Alexander Klar, Direktor des Museums Wiesbaden, im Rahmen der Eröffnungsfeier. Für ihn ist die Ausstellung etwas Besonderes, weil sie „wissenschaftlich ist“ und es eine Herausforderung darstellt, Forschung in einer Ausstellung ein Bild zu geben. „Sie wirkt klein, es ist aber wahnsinnig viel drin und sie ist optisch sehr anregend.“ Vor allem auch wegen der Geschichten, die hinter den Exponaten stecken. Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Januar 2019 im Museum Wiesbaden zu sehen. Mehr Informationen unterwww.museum-wiesbaden.de.  Es gibt einen Ausstellungskatalog.  

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