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News

Segensbringer oder Damoklesschwert?

Das Thema Digitalisierung polarisiert und die Meinungen und Empfindungen dazu gehen weit auseinander. Bei Nachhaltigkeit sind sich Viele einig: Das ist wichtig. Doch wie hängen die beiden bedeutsamsten Themen des 21. Jahrhunderts zusammen?

Verena Goldberg, Expertin und Beraterin für digitale Produktentwicklung und Peter Schmies, Professor für Mode und Designmanagement an der AMD, Fachbereich Design der Hochschule Fresenius, sprachen über diese Zusammenhänge am Beispiel der Modebranche: „Gewinner und Verlierer: Was bedeutet die Digitalisierung aus ethischer Perspektive für die Beteiligten im Produktentstehungsprozess in der Modebranche?“

Dabei stellten sie zunächst dar, welche digitalen Möglichkeiten zur Unterstützung es für die verschiedenen Schritte der Produktentstehung in der textilen Kette bereits gibt. Dabei handelt es sich beispielsweise um Predicitive Analysis, also den Versuch, die Vorhersagegenauigkeit zu erhöhen, um Überproduktionen zu reduzieren. Digitale Produktdaten gelten heute in weiten Teilen der Industrie bereits als Selbstverständlichkeit, dienen sie doch als Basis für alle produktbezogenen Entscheidungen. Ein weiterer Ansatzpunkt ist Virtuelle oder 3D-Produktentwicklung, was Kreativität steigern, Musterkosten und -aufwand reduzieren kann sowie die Entscheidungssicherheit in der Frühphase des Produktentwicklungsprozesses erhöht. Natürlich verändern sich dadurch auch die Anforderungen an die Beteiligten im Produktentwicklungsprozess. Darüber hinaus wird in der Produktion von Mode vermehrt über Recycling-Möglichkeiten nachgedacht. Auch das wird durch entsprechende digitale Kennzeichnung deutlich einfacher bzw. in größerem Umfang überhaupt erst möglich. Technologien wie Blockchain können zukünftig dazu verwendet werden, die Supply Chain transparenter zu machen. Automatisierung in Produktion und Logistik sorgen für schnellere time-to-market und könnten eine Produktion näher an den Orten des Bedarfs wirtschaftlich interessant machen, das sogenannte Nearshoring. Es hilft außerdem, individueller und kundengerechter zu produzieren, was wiederum den Ressourceneinsatz reduzieren kann.

Zusammenfassend konnte festgestellt werden, dass die wesentlichen Chancen durch den Einsatz digitaler Techniken im Produktentstehungsprozess in der Ressourcenschonung und der Transparenz liegen. Als Risiken stehen dem die Möglichkeiten entgegen, dass persönliche Daten in größerem Umfang generiert und missbraucht werden können, dass die Arbeit von Mitarbeitern stärker kontrolliert werden kann und dass sich bestehende Arbeitsplätze verändern bzw. sie wegfallen.

Goldberg und Schmies legten im Weiteren dar, dass mit dem Einsatz von digitalen Techniken entlang der textilen Value Chain noch keine digitale Disruption erfolgt, so wie das in vielen anderen Branchen wie der Musikindustrie oder dem Buchhandel in den letzten Jahren bereits geschehen ist. Wie genau das aussehen könnte ist noch nicht klar, erste Ansätze und Möglichkeiten zeigten die beiden jedoch: Ob die Storefactory von adidas oder ein Beispiel von Amazon, bei dem innerhalb von knapp drei Stunden ein Kleid entworfen und nach individuellen Vorlieben angefertigt wird – Entwicklung und Produktion von Mode könnte sich dramatisch verändern. Die damit verbundenen Risiken sind aktuell noch nicht in Gänze abzusehen. Und das bedeutet laut Goldberg und Schmies, dass eine sorgsame und verantwortungsvolle Begleitung dieser Entwicklungen von Unternehmens- und Individualseite erforderlich ist. Sie verwiesen auf eine Studie des Stifterverbandes, in der Schlüsselqualifikationen für die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft identifiziert wurden. Dazu zählen neben klassischen Fähigkeiten wie Kreativität, Eigeninitiative und Problemlösungsfähigkeit auch digitale Grundfähigkeiten wie agiles Arbeiten und digitale Ethik. Die weitere Betrachtung dieser Themen im gesellschaftlichen Diskurs muss also erfolgen. Von Seite der Hochschule Fresenius wird das weiter begleitet werden.

Der Vortrag fand im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung „Digital statt Moral? Ethische Herausforderungen und Lösungsansätze der angewandten Wissenschaften“ an der Hochschule Fresenius, Platz der Ideen, Düsseldorf im Audimax am 13.12.2018 um 18 Uhr statt.