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„Rudersport begleitet mich mein ganzes Leben“

Köln. Olympiasieger Florian Mennigen spricht an der Hochschule Fresenius über den Stellenwert von Randsportarten.

Florian Mennigen ist zweifacher Olympiasieger sowie mehrfacher Weltmeister im Rudern. Seine Karriere begann er in der Nähe von Lübeck im Ratzeburger Ruderclub. Dort blickt man auf eine lange und erfolgreiche Tradition mit etlichen Weltmeisterschaftstiteln und Olympiasiegen zurück.

In seiner Jugend hat Mennigen verschiedene Sportarten ausprobiert, darunter auch Fußball und Tennis. Letztendlich entschied sich der Leistungssportler allerdings für das Rudern. Schon früh motivierte ihn der Traum, zu den Olympischen Spielen zu fahren. Der Gedanke an seine Ziele habe ihn auch bei den zahllosen, harten Trainingseinheiten immer wieder motiviert, weiterzumachen. Für seine sportlichen Leistungen erhielt er nach dem Olympiasieg mit dem Achter in London 2012 das Silberne Lorbeerblatt.

Obwohl der Deutsche Ruderverband etwa 83.000 Mitglieder zählt und somit zu den größten Verbänden einer olympischen Kernsportart in Deutschland gerechnet werden kann, bleibt das Rudern – vor allem medial – eine Randsportart. Der Fußball behauptet sich bei den Deutschen nach wie vor als Marktführer in Sachen Sport. Doch warum ist das so?

In seinem Gastvortrag „Medialisierung von Randsportarten“ an der Hochschule Fresenius in Köln gab Mennigen Erklärungsversuche für die monotone Sportkultur in Deutschland: „Fußballvereine sind ein riesiger Identifikationsfaktor für die Städte und ihre Einwohner, das sieht man zum Beispiel im Ruhrgebiet. Das Rudern bietet vielen Menschen im Moment vielleicht einfach nicht ganz so viel Identifikationskraft“, glaubt er. Doch auch die Medien leisteten ihren Beitrag dazu. Die Berichterstattung sei – aufgrund der Abhängigkeit von der Einschaltquote – sehr einseitig auf den Fußball ausgerichtet.

Es sei deshalb umso wichtiger, die Vielfalt an unterschiedlichen Sportarten zu fördern. Deutschland könne diesbezüglich schon jetzt viel bieten: „Neben Fußball und Tennis gibt es auch noch andere Sportarten, die professionell betrieben werden können, wie zum Beispiel die olympischen Kernsportarten, die vor allem viel Zeitaufwand erfordern. Aber auch Fun-Sportarten werden immer attraktiver“, meint Mennigen.

Mennigen selbst ist auch nach seinem Karriereende als Leistungssportler beim Rudern geblieben. Der Sport fasziniere ihn nach wie vor. Neben seiner sportlichen Karriere studierte Mennigen Wirtschaftspsychologie. Zurzeit ist er als Psychotherapeut tätig. Organisiert wurde der Gastvortrag von Christian Müller, StudiengangsleiterSportmanagement (B.A.). (ls) (jn)

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