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Neuer Professor im Fachbereich Chemie & Biologie

Keine einzige chemische Formel beinhaltete die Antrittsvorlesung, die sich mit der Geschichte und Zukunft von Spezialchemikalien befasste. Das passt zum Studiengang, in dem Prof. Dr. Michael Emmelius künftig unterrichten wird: Die Wirtschaftschemie, die an der Hochschule Fresenius in Idstein als Bachelor- und Masterstudiengang angeboten wird, steht an der Schnittstelle zwischen Chemie und Wirtschaft. Studierende wollen und sollen später nicht im Labor arbeiten. Sie werden eher im Marketing, Vertrieb oder Controlling der chemischen Industrie wiederzufinden sein. Emmelius kommt selbst aus der klassischen Chemie, er studierte in Mainz. Elf Jahre war er bei der Hoechst AG, unter anderem als Laborleiter, nach der Spaltung des Unternehmens arbeitete er bei der Celanese AG in Kronberg im Taunus. Mit den Jahren zog es ihn immer mehr in den Bereich Corporate Finance, Bewertungs- und Finanzierungsthemen rückten zunehmend in den Fokus. Ab 2000 war Emmelius Vorstand Marketing und Vertrieb bei der Hychem AG in Steinau, einem mittelständischen Unternehmen in Familienbesitz. 2007 gründete er die Equimer Corporate Finance. „Seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts liegt einer der Schwerpunkte der chemischen Industrie in der Spezialisierung. Die Ursache liegt in den vielen neuen Bedürfnissen und Bedarfen – denken wir an Aspekte wie Gesundheit, Ernährung oder bezahlbare Energie“, so Emmelius. „Spezialchemikalien stehen in der Performance über allen anderen Segmenten, in den vergangenen zwei Jahren sind diese auch an den Commodities vorbeigezogen. Das motiviert Unternehmen natürlich, diesen Markt noch weiterzuentwickeln.“ Was folgte, war ein Ausflug in die Welt der „Cleaner“, also Waschmittel. Aber nicht Persil, Ariel & Co. standen im Mittelpunkt, sondern das so genannte „professional“ oder eben „non-household-washing“ in den großen Waschstraßen, die es seit den späten 1980er und 1990er Jahren gibt. Vor allem Krankenhäuser und Hotels stehen dort auf der Kundenliste. Der Markt befindet sich in Konsolidierung, Laut Daten des statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Wäschereien und chemischen Reinigungen in den vergangenen zehn Jahren um fast ein Viertel reduziert. Auch in den kommenden Jahren ist mit einer Fortsetzung dieses Trends zur Marktkonzentrierung zu rechnen. Prof. Dr. Emmelius macht vier Trends aus, die für ein Bestehen am Markt ausschlaggebend sein könnten: Zum einen sind da zusätzliche Verfahrensservices für Outsourcing-Dienstleistungen, zum anderen müssten Einsparungspotenziale zum Beispiel bei Wasser und Energie genutzt werden. „Unternehmen beschäftigen sich außerdem mit dem wissenschaftlichen Nachweis von Added Value – und sie müssen die Herausforderungen der Digitalisierung im Zuge der Industrie 4.0 annehmen“, sagt Emmelius. (ap)    

Tags: Personalia,Fachbereich Chemie & Biologie,Standort Idstein,Startseite,allgemeine News