Neue Perspektiven im Sportmanagement: Studierenden geleitete Exkursion im E-Sport

Erstmals wurde eine Exkursion im Studiengang Sportmanagement (B.A.) der Hochschule Fresenius Heidelberg von studentischen Tutorinnen und Tutoren selbständig organisiert und durchgeführt. Als Exkursionsziel feierte E-Sport (Elektronischer Sport) anstelle traditioneller Sportarten und -vereine Premiere. Der Online-Besuch im Leistungszentrum E-Sport-Rhein-Neckar (ERN) des TSV Oftersheim 1895 e. V. bot neue Perspektiven und Ansätze im Sportmanagement.

Elektronischer und traditioneller Sport weisen Übereinstimmungen und Unterschiede auf, die gegenwärtig sowohl in Sportvereinen und -verbänden als auch an Hochschulen in der Sportwissenschaft intensiv diskutiert werden. Bei der durchgeführten Online-Exkursion stand das vorurteilsfreie Erkunden von E-Sport im Vordergrund. Hierzu wurden ERN-Geschäftsführer Jonas Stratmann und sein Team von den studentischen Tutoren Bonnie Lohmann und Joshua Burkhardt interviewt und gewährten dabei vielschichtige Einblicke in die Welt des E-Sports im Allgemeinen und in das Aufgabenfeld des ERN-Leistungszentrums im Besonderen.

Professioneller und freizeitorientierter E-Sport

Grundsätzlich existieren im E-Sport sehr viele Spiele und Ligen. Professioneller E-Sport wird von kommerziellen Publishern wie Riot Games oder Activision Blizzard dominiert. Elektronischer Sport als zielgerichtetes Spielen, um die Performance zu steigern, hebt den Trainings- und Leistungs­bezug hervor. Im Gegensatz dazu steht beim sog. Gaming der Freizeitgedanke im Vordergrund. Neben Training und Spiel werden bei ERN wie im traditionellen Sport soziale und gesellschaftliche Aufgaben wahrgenommen: das Leistungszentrum ist auch eine wichtige Anlaufstelle für Menschen, die Schwierigkeiten haben, sozialen Anschluss zu finden. „Wir haben eine Verantwortung der Gesellschaft gegenüber“, betonte der ausgebildete Pädagoge Jonas Stratmann.

E-Sportler beim Training

Der virtuelle Rundgang in Echtzeit durch das 2019 eröffnete Leistungszentrum zeigte die auf zwei Ebenen verteilten Trainings- und Spielräume ebenso wie Gesellschaftsräume, eine offene Küche zur Selbstverpflegung, Schlafräume für Gästeteams, u. v. m. Neben neuester E-Sport-Technik sind hochwertige Gaming-Computer für Einsteiger und Interessierte des E-Sports verfügbar. E-Sport-Trainer Markus Schill und der ehemalige Profi-E-Sportler und heutige Streamer „JoJonas“ Fandel gewährten direkte Einblicke in den Trainingsbetrieb. Training und Wettkampfvorbereitung im E-Sport verdeutlichen strukturelle und inhaltliche Gemeinsamkeiten zum traditionellen Sport, denn auch hier werden systematische Analysen der gegnerischen Spielstrategien, Taktikbesprechungen oder taktisches Training durchgeführt. Körperliche Bewegung und physisch-psychische Ausgeglichenheit sind ebenso Bestandteile des Trainings und sollen zur Verbesserung der Spielperformance beitragen. Letztlich stehen auch Profi-E-Sportler unter großem Druck, z. B. die Erwartungen der Sponsoren zu erfüllen.

Als Dozent im Sportmarketing an der Hochschule Fresenius Heidelberg hat Stephan Peters diese Online-Exkursion nicht nur initiiert, sondern brachte in seiner Funktion als ERN-Berater auch seine Expertise zu den Besonderheiten des Marketings und Sponsorings im E-Sport ein. Zum einen stellt die digitale E-Sportfläche eine Besonderheit dar, zum anderen gilt es, eine junge, dynamische und teils sehr gebildete Zielgruppe verstärkt durch Social Media Marketing und Storytelling anzusprechen.

Studiengangsleiter Prof. Dr. Stefan Simm wertete die erste E-Sport-Exkursion als erkenntnisreich und vielversprechend für die Zukunft und würdigte in diesem Zusammenhang besonders die Leistung des federführenden fünfköpfigen Tutorenteams.

Tutoren im Gespräch mit E-Sportler/Streamer „JoJonas" Fandel (o. l.) und Trainer Markus Schill (u. r.)
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