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Neue Grundlagen für die fachbereichsübergreifende Ethikkommission

Seit nunmehr acht Jahren berät die Ethikkommission der Hochschule Fresenius ihre Angehörigen bei der Durchführung von Forschungsprojekten, an denen Studien am Menschen vorgenommen werden. So waren es bisher überwiegend Projekte aus dem Fachbereich Gesundheit & Soziales, die zur ethischen Beurteilung eingereicht wurden. Die Forschungsaktivitäten werden in Zukunft nicht nur in diesem, sondern auch anderen Fachbereichen zunehmen. Die Hochschule hat dementsprechend ihr Antragsverfahren überarbeitet und die Kommission neu aufgestellt. Unter Führung des Präsidenten und mit Zustimmung des Senats hat die Hochschule die Arbeit der hochschulübergreifenden Ethikkommission neu gestaltet und diese auch personell erneuert. „Wir müssen unsere Wahrnehmung in allen Fachbereichen schärfen bei Forschungen, die am Menschen vorgenommen werden, und das Verständnis für ethische Prüfung von Studienanträgen früh in die Lehre einbeziehen, um unser sorgfältiges, stufenweises Verfahren adäquat umzusetzen“, so Prof. Dr. Carla Wegener, die den Vorsitz der Ethikkommission übernommen hat. Bisher hat die Ethikkommission überwiegend Projekte aus dem Fachbereich Gesundheit & Soziales bearbeitet. Dies geschieht prinzipiell auf Basis der Deklaration von Helsinki, die ursprünglich zum Schutz von Patienten im Zusammenhang mit medizinischen Studien verabschiedet wurde, inzwischen aber international als generelle Leitlinie für die Beurteilung aller Forschungsvorhaben am Menschen im außermedizinischen Bereich anerkannt wird. Das betrifft an der Hochschule nicht nur die therapeutischen Studiengänge sowie psychologisch und soziologisch ausgerichtete Fächer des Fachbereichs Gesundheit & Soziales, sondern auch die anderer Fachbereiche. Die Kommission ist in der fachlichen Zusammensetzung vom Senat entsprechend ergänzt worden mit der generellen Maßgabe, dass es in allen Fachbereichen der Hochschule bei Forschungsvorhaben am Menschen die Prüfungsrichtlinien der Ethikkommission zu beachten gilt und der Rat der Kommission im Bedarfsfall verbindlich einzuholen ist. Mitglieder
Neu gewählte Vorsitzende dieser hochschulübergreifenden Einrichtung ist Prof. Dr. Carla Wegener, klinische Linguistin, Studiendekanin des Master-Studiengangs Gebärdensprachdolmetschen und Mitglied der Ethikkommission seit 2009. Zum Stellvertreter im Amt ist Prof. Dr. med. Peter Wilhelm Gündling gewählt worden, praktizierender Mediziner und Studiendekan des Masters Naturheilkunde und komplementäre Medizin der Carl Remigius Medical School. Beide gehören dem Fachbereich Gesundheit & Soziales an. Die weiteren Mitglieder der vierköpfigen Kommission sind Dr. Adelheid Schulz, psychologische Psychotherapeutin und Studiendekanin Angewandte Psychologie (B.Sc.) an der Psychology School, Mitglied des Fachbereichs Wirtschaft & Medien, und Prof. Dr. Hans-Herrmann Dirksen, Jurist und Professor für Medizin- und Gesundheitswirtschaftsrecht am Fachbereich Gesundheit & Soziales. Diese Vier werden vertreten von der Diplom Psychologin Prof. Dr. Petra Korntheuer, der Therapiewissenschaftlerin( M.Sc.) und Studiengangsleiterin des Masters Therapiewissenschaften Sabine Hammer – beide vom Fachbereich Gesundheit & Soziales –, dem Rechtsanwalt und Professor für Arzt- und Medizinrecht, Prof. Dr. jur. Thomas Schlegel vom Fachbereich Wirtschaft & Medien sowie dem Dozenten und diplomierten Pädagogen Olaf Pütz aus dem Fachbereich Chemie & Biologie, zugleich Leiter des hochschulweiten Zentrums für Hochschuldidaktik & E-Learning. „Alle Forschungsvorhaben, studentische wie die der Kollegen, durchlaufen zukünftig ein dreistufiges Antragsverfahren durch die Prüfungskommissionen der einzelnen Studiengänge, bei dem eine Risikoeinschätzung vorgenommen wird. Ergibt sich daraus ein identifizierbares Risiko, wird die Ethikkommission eingeschaltet“, erklärt Prof. Wegener. Unter den Begriff ‘Forschungsvorhaben‘ können auch Bachelor- und Masterarbeiten fallen, Promotions- und andere Forschungsprojekte werden aber weiterhin den Arbeitsschwerpunkt der Kommission bilden. Präsident Botho von Portatius: „Die Curricula aller Fachbereiche müssen unseren Studierenden ein grundlegendes Verständnis forschungsethischer Fragen vermitteln! Forschungsvorhaben am Menschen werden in bester Absicht beantragt, manchmal schon vor der Master- oder Promotionsphase. Kritische Fragenstellungen zum Schutz der Betroffenen vor Gefährdungen gilt es deshalb früh im Studium einzuüben. Dann hat die Arbeit der Ethikkommission der Hochschule, welche sich vor allem auf anspruchsvolle Forschungsstudien am Menschen in der Prüfung und Beratung konzentriert, an der Basis ein gut abgesichertes Fundament. Dem dient die gründliche Neugestaltung, an der ein breites Team der Hochschule im Vorfeld tatkräftig mitgewirkt hat.“

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