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Mythen über Unternehmertum: Was ist wichtig für Gründer? Podiumsdiskussion an der Leuphana Universität Lüneburg

„Leidenschaft sollte das Feuer sein, das die Arbeit Ihres Lebens antreibt“. Mit diesem Zitat von Michael Dell, dem Gründer der Dell-Computer, lasse sich die Podiumsdiskussion mit dem Thema „Mythen über Unternehmertum“ an der Leuphana Universität Lüneburg am besten beschreiben, sagt Dr. Kim Marie Bischoff, stellvertretende Prodekanin der Hochschule Fresenius in Berlin, die selbst auf dem Podium gesessen hat.

Auch der Satz der Harvard Busisness School passe zu diesem Tag: „Wir befähigen Studenten und Alumni, Unternehmen zu gründen, die Revolutionen schaffen.“ Mit dem Fokus auf Gründer ging es vor allem um folgende Fragen: Ist das Finden von Startkapital die größte Hürde im Start-Up Prozess? Sollen Gründer planen oder nicht? Was können wir tun, um die Kluft zwischen Wissenschaft und Praxis zu überbrücken? Diese Fragen diskutierten folgende Experten:
Dr. Kim Marie Bischoff: stellvertretende Prodekanin der Hochschule Fresenius in Berlin und Gründerin des move gGmbH Entrepreneurship Training Institute. Kim Bischoff hat mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Ausbildung von unternehmerischen Fähigkeiten gesammelt, insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern.
Professor Michael Frese: Forscher an der Leuphana Universität und der National University of Singapur Business School. Er hat ein besonderes Interesse an psychologischen Erfolgsfaktoren bei Unternehmern in Entwicklungsländern und in Europa.
– Lutz Langhoff:
Unternehmer, Geschäftssprecher, Startup-Berater und Autor.
Professor Carlos Albornoz: Forscher an der Universität Desarrollo in Chile, Schwerpunkt unternehmerische Bildung, Kreativität und öffentliche Politik, mit dem Ziel Unternehmertum zu fördern
Björn Adam: Mitbegründer und CEO von beWirken, einem sozialen Unternehmen, das die Kompetenzen junger Menschen fördern soll. Zudem ist Björn Adam Berater und Innovationscoach bei Blue Milk Innovation, einem Unternehmen, das die Förderung von kulturellem Wandel und Innovation in Organisationen behandelt.
Prof. Michael Gielnik: Forscher an der Leuphana Universität mit Schwerpunkt Unternehmertum, insbesondere handlungsorientiertem Training zur Unterstützung unternehmerischer Prozesse und nachhaltigem unternehmerischem Verhalten. Das wichtigste Ergebnis der Diskussion unter den Experten aus Forschung, Lehre oder Praxis war, dass die Beschaffung von Startkapital zwar eine Hürde für Gründer sein kann, aber sicher nicht das größte Problem ist. Häufig sei ein Mangel an Startkapital eher eine Ausrede, um zu erklären, warum kein Unternehmen gegründet oder Start-Up Aktivitäten gestartet wurden. Viel wichtiger sei es, dass der Gründer im Gründungsprozess effizient handle, so weniger Geld verbrauche und dadurch mit weniger finanziellen Mitteln das Gleiche bewirken könne. Hauptaufgabe sei also, den Gründern beizubringen, wie sie im Gründungsprozess effizient sein können. Kontrovers wurde diskutiert, ob Gründer planen sollten oder nicht. Auf der einen Seite sollte geplant werden, um Ziele erreichen zu können. Planen habe eine motivierende Wirkung und helfe dabei, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Auf der anderen Seite müssten Gründer flexibel sein und dürften nicht zu sehr an ihrem Plan und ihrer ursprünglichen Idee festhalten, um keine Möglichkeiten zu verpassen. Wer offener durchs Leben gehe, entdecke oft auch mehr Chancen für sich und sein Unternehmen. Es müsse also eine gute Balance zwischen Planausführung und Flexibilität gefunden werden. Eine weitere Erkenntnis der Experten: Wissenschaft und Praxis benötigten im Bereich der Unternehmensgründungen einen besseren Austausch. Die Wissenschaft liefere aktuelle Erkenntnisse über Erfolgsfaktoren im Gründungsprozess. Diese sollten von Beratern in praxisnahe Sprache übersetzt werden, damit sie von den Gründern auch umgesetzt werden könnten. Insbesondere lerne der Praktiker von der Wissenschaft, die eigenen Strategien, Prozesse, Produkte und Services stets zu evaluieren und dadurch kontinuierlich zu verbessern. Für einen echten Transfer sei demnach ein gegenseitiger, vorteilhafter Dialog nötig.

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