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Mut für weiteres Engagement

Im Rahmen eines Festaktes in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt wurden die Gewinner des Wettbewerbs „Klimaprojekt Region FrankfurtRheinMain 2017“ präsentiert. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt, das nach 2015 zum zweiten Mal  unter Federführung des Regionalverbands FrankfurtRheinMain zusammen mit der Hochschule Fresenius durchgeführt wurde. Mitmachen konnten an dem Wettbewerb Kommunen, Landkreise, kommunale Einrichtungen, Stadtwerke sowie Unternehmen aus dem Verbandsgebiet. Sie sollten dem Klimaschutz, der nachhaltigen Energienutzung oder der Anpassung an den Klimawandel dienen. Insgesamt 75 Kommunen, sechs Landkreise und Unternehmen führen aktuell 345 Projekte durch, am Wettbewerb beteiligten sich in diesem Jahr 98. Dr. Kirsten Schröder-Goga, Fachbereichsleiterin Energie/Umwelt & Innovation beim Regionalverband, betonte, dass es „ein wichtiger Faktor für das Gelingen der regionalen Energiewende ist, sich auszutauschen und voneinander zu lernen.“ Auch Prof. Dr. Jens Strüker, Dekan des Masterstudiengangs Digitales Energiemanagement und Geschäftsführer des Institutes für Energiewirtschaft an der Hochschule Fresenius, sagte, dass nur eine disziplinübergreifende Denke zum Ziel führe. Er lobte ausdrücklich die Vielfalt und thematische Bandbreite der eingereichten Projekte. Strüker gehörte auch der vierköpfigen Jury an, die eine Vorauswahl traf und drei Projekte ins Finale brachte. Die endgültige Platzierung führte das Publikum live via Smartphone-Abstimmung herbei. Sieger des Klimaprojektes Region FrankfurtRheinMain 2017 wurde das Projekt Bikuh – pedal for payback, das die Themen Mobilität, Klimaschutz und Werbung miteinander verbindet. Das Start-up motiviert Bürger dazu, möglichst viele Strecken mit dem Fahrrad zurückzulegen und sich durch Werbung am Geld dazu zu verdienen. Sie können sich ihre Werbepartner selbst aussuchen – diese profitieren von der pfiffigen und mobilen Marketingkampagne. Platz zwei ging an die Energiespar-Karawane der Stadt Langen. Hier steht die kostenlose Energieberatung, die nach Hause kommt, im Fokus. Energieberater überprüfen den Status quo, zeigen Schwachstellen auf und geben  Tipps für Verbesserungen. Rang drei erreichten die EnergiePlushäuser der Konversions-Grundstücksgesellschaft KEG. 56 Wohnungen für 160 Bewohner entlang der Kamelienstraße in der Parkstadt (Unterliederbach) decken ihren Energiebedarf vorwiegend aus Sonnenenergie und einem Eisspeicher. Die Mietnebenkosten können auf sehr niedrigem Niveau gehalten werden.   Sonderpreise gingen an zwei weitere Projekte: Zum einen an das Projekt „Große Küche auf kleiner Flamme“ (initiiert von Klima Bündnis und Forschungsinstitut für biologischen Landbau Deutschland). Es konnten 100 Großküchen im Raum Frankfurt gewonnen werden, die mindestens einen von sechs Vorschlägen zur Reduzierung ihrer Kohlendioxid-Emissionen innerhalb von zwölf Monaten umsetzen. Auf der Webseite des Konsortiums ist zu lesen, dass die teilnehmenden Küchen bereits ein Minderungspotenzial von 321.639 kg CO2 erreicht haben. Den zweiten Sonderpreis heimste das Projekt „Cubity“ ein. Dabei handelt es sich um die Entwicklung eines innovativen Plusenergie-Wohnheims für Studierende in Niederrad. Flexibles Wohnen, ein modulares „Haus-im-Haus-Prinzip“  und die Verwendung  nachwachsender Baustoffe, die schnell auf- und abbaubar sind, sind Kernelemente. Konzipiert hat das Ganze die  TU Darmstadt, beteiligt sind noch die Nassauische Heimstätte, die Deutsche Fertighaus Holding AG, und das Studentenwerk Frankfurt. Einen Spezialgast gab es auch: Dr. Gunther Thiersch, Leiter des Wetterteams beim ZDF, sprach in seinem Vortrag über die Entwicklung des Weltklimas, den Klimawandel und welche Lösungsansätze es gibt. Er berichtete auch über persönliche Erfahrungen beim Schnorcheln in Myanmar: „Das Korallenriff dort ist völlig tot. Es war sehr erschreckend, die Folgen des Klimawandels so direkt zu sehen, auch wenn man täglich damit zu tun hat und permanent Vorträge dazu hält.“  Die Erderwärmung sei in den letzten 30 Jahren besonders prägnant gewesen. Grönland verzeichnete etwa 2014 an seiner Westküste rund 70 Schmelztage mehr als 1979. Bei einer Temperaturzunahme von +2-3 Grad würde Grönland unwiederbringlich komplett abtauen. Aktuell stehen wir bei +0,86 Grad. Der Meeresspiegel steigt im Schnitt um rund drei Millimeter pro Jahr. Er sagte, dass deshalb „jedes Projekt zu begrüßen sei, dass etwas gegen den Klimawandel unternimmt.“ Diesen Gedanken griff Prof. Dr. Jens Strüker auf und hob hervor, dass „unser Wettbewerb zeigt, was funktioniert. Er soll außerdem Mut machen für ein weiteres Engagement.“      

Tags: Veranstaltungen & Events,Fachbereich Wirtschaft & Medien,Standort Frankfurt