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„Morgens Obdachlosenreportage, mittags ISS, abends Roter Teppich“

Köln (tw) – Gastvortrag von Express-Chefreporter Philipp Meckert bei Christoph Caesar im Masterstudiengang Corporate Communication (M.A.) an der Hochschule Fresenius Köln. Den Arbeitsalltag eines Reporters stellt man sich aufregend vor, besonders, wenn er für eine Boulevard-Zeitung wie den Kölner „Express“ schreibt. Das ist er auch, doch hauptsächlich muss man sich sehr schnell in die unterschiedlichsten Themen einarbeiten können und Experte auf Zeit werden: „Morgens mache ich eine Reportage über Obdachlose in Köln, mittags besuche ich eine Pressekonferenz über die Raumstation ISS beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Porz und abends bin ich auf dem Roten Teppich bei einer Filmpremiere und muss alle Prominenten kennen“, erzählte „Express“-Chefreporter Philipp Meckert in seinem Gastvortrag im Studiengang „Corporate Communication“ am 31. Mai 2017. Eingeladen hatte ihn Christoph Caesar, Dozent für die Module Krisenkommunikation und Agenturmanagement. Als Reporter sei man immer mittendrin und müsse sich stets auf neue Dinge einstellen, Interesse an allen Themen und Menschen haben. „Manchmal ist das emotional sehr aufwühlend. Gerade als Boulevard-Reporter muss man sich ein dickes Fell zulegen“, sagte Meckert. Bei der Themen-Auswahl für die Zeitung komme es auf eine bunte Themenmischung an: Prominente, lokale Themen und Sport gehörten auf jeden Fall in den „Express“. Manchmal sei es frustrierend, wenn fertig geschriebene Geschichten aufgrund aktueller Ereignisse doch nicht gedruckt würden. Durch den Online-Journalismus habe sich in der Branche viel verändert: „Alles muss noch schneller gehen, jedes Häppchen Information wird sofort getwittert oder sonstwie verbreitet.“ Auch die Art der Nachrichtenaufbereitung sei unterschiedlich: Online-Stücke sollen den Leser oft neugierig machen und ihn dazu bringen, möglichst viele Texte anzuklicken. Print-Artikel dagegen erzählen den Lesern auf einen Blick, was sie wissen müssen. Meckert sprach mit den Studierenden auch über rechtliche Schwierigkeiten, die eine Berichterstattung mit sich bringen kann. Unter welchen Rahmenbedingungen darf man über Prominente privat schreiben und wie reagiert man, wenn sich deren Anwalt einschaltet? „Wenn man eine große „Kriegskasse“ wie Der Spiegel hat, ist einem vielleicht egal, ob Strafen zu erwarten sind. Kleinere Medien müssen sich überlegen, welchen Aufwand eine Tagesgeschichte rechtfertigt“, sagte er. Insgesamt sei das Geben und Nehmen in der Branche nicht immer ausgeglichen. Gehe es um positive PR, seien Journalisten stets willkommen. Würden aber negative Nachfragen gestellt, gebe es oft keine Auskunft von den Pressestellen. 

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