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LKW-Platoon rollt bald

Ab April dieses Jahres werden auf der Autobahn A9 so genannte LKW-Platoons unterwegs sein. Platooning ist ein Fahrzeug-System für den Straßenverkehr, bei dem mindestens zwei LKW auf der Autobahn mit Hilfe von technischen Fahrassistenz- und Steuersystemen in geringem Abstand (zehn bis fünfzehn Meter) hintereinander fahren können. Die im Platoon fahrenden Fahrzeuge sind durch eine elektronische Deichsel mittels Car-to-Car-Kommunikation miteinander verbunden. Der Fahrer im vorderen Fahrzeug fährt noch selbst, das Folgefahrzeug folgt automatisch. In dem Fahrzeug sitzt allerdings auch ein Fahrer. Er wird vorläufig auch noch beide Hände am Lenkrad haben, um in bestimmten Fällen sofort eingreifen zu können. Das Projekt dient aber auch der Feststellung, welche anderen Aufgaben der Fahrer des hinteren Fahrzeugs künftig möglicherweise übernehmen könnte. Ziele des Platoonings sind eine höhere Verkehrssicherheit, Effizienzsteigerungen und eine Reduktion des Kraftstoffverbrauchs von rund zehn Prozent. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit zwei Millionen Euro gefördert. Der Hersteller MAN hat die LKWs für das Platooning fertiggestellt und mit der notwendigen Technik ausgestattet. In München wurden die Fahrzeuge nun an den Logistikdienstleister DB Schenker und die Hochschule Fresenius übergeben. Jetzt können die Testfahrten starten, zunächst noch mit Spezialisten von MAN ProfiDrive am Steuer und „echten“ Berufskraftfahrern von DB Schenker auf dem Beifahrersitz. Später werden die Plätze getauscht, bis dann ab Mai die Fahrzeuge in den Regelbetrieb gehen und vollbeladen die Strecke von München nach Nürnberg und zurück befahren. Forscher des Institutes für komplexe Gesundheitsforschung an der Hochschule Fresenius begleiten das Projekt im Rahmen der Kooperation mit MAN und DB Schenker wissenschaftlich. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen die LKW-Fahrer und die Auswirkungen, die teilautomatisiertes Fahren auf sie und ihren Beruf hat. „Die Schwerpunkte der Studie liegen auf der neurophysiologischen und psychosozialen Ebene“, erläutert Prof. Dr. Christian T. Haas, Leiter des Instituts. Die Fahrer werden während der Fahrten von den Forschern begleitet. Zum Einsatz kommen ein EEG zur Messung der Gehirnströmungen und die Eye-Tracking-Technologie, vor allem um Aufmerksamkeit und Müdigkeit der Fahrer festzustellen. „Die Resultate der Untersuchung an der Mensch-Maschine-Schnittstelle sollen unmittelbar in die Technologieentwicklung fließen“, so Haas weiter. „Das Szenario bietet außerdem die Möglichkeit eines grundsätzlichen Erkenntnisgewinns bezüglich der Digitalisierung von Arbeitsbedingungen und kann so auch Vorreiter für andere Projekte sein.“  (ap)

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