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News

In nachhaltiger Erinnerung – Besuch bei der UN in Bonn

Kölner Studierende des Studiengangs International Business Management (B.A.) besuchten den UN-Campus in Bonn. Ein Erlebnis, das ihnen spannende und nachhaltige Eindrücke lieferte. – Ein Bericht von Naemi Siemens und Julius Kümpers aus dem 1. Semester.

Gegen Ende ist sogar der Brexit Thema. Im 29. Stock des “Langen Eugen”, wie das zentrale Hochhaus auf dem UN-Campus in Bonn auch offiziell genannt wird, staunen wir als studentische Besuchergruppe der Hochschule Fresenius gerade über die Aussicht, als Karl Prinz auf den Teppichboden aufmerksam macht. Wie alles im “Langen Eugen” fällt auch er unter den Denkmalschutz. Als das Gebäude vor dem Einzug der Vereinten Nationen saniert wurde, musste auch der Teppich originalgetreu nachgebildet werden. Der ursprüngliche Lieferant existierte nicht mehr. Die europaweite Ausschreibung des Auftrags gewann ein schottischer Teppichhersteller. In zehn Jahren, gibt Karl Prinz zu denken, wenn etliche weitere Besuchergruppen wie wir durch den 29. Stock gelaufen sind, muss er vermutlich ein weiteres Mal erneuert werden. Ob ein durch den Brexit vom europäischen Freihandel möglicherweise ausgeschlossenes Unternehmen dann wieder damit beauftragt wird?

Karl Prinz muss schmunzeln. Als ehemaliger Botschafter in Mali und der Elfenbeinküste hat er viel erlebt. Wenn Prinz den Eindruck vermittelt, der Brexit sei im Vergleich zu anderen Problemen der Erde geradezu eine Posse, gibt es dieser wohl weitverbreiteten Ansicht ein ganz anderes Gewicht.

Diese Erfahrung ist auch während seines Vortrags zu den Vereinten Nationen spürbar, dem Herzstück seiner rund zweistündigen Führung über den UN-Campus. Wir dürfen in der ersten Reihe Platz nehmen, wo sonst Journalisten sitzen, wenn Pressekonferenzen abgehalten und über die Dolmetscherkabinen im Hintergrund in die sechs offiziellen Sprachen der UN übersetzt werden – Französisch, Russisch, Spanisch, Chinesisch, Arabisch und natürlich Englisch. Da wir International Business Management studieren, läuft heute alles auf Englisch. Bei Nachfragen bittet Karl Prinz uns, zu den Stabmikrophonen zu greifen.

Zunächst aber saugen wir auf. 18 Organisationen und 1.000 Mitarbeiter der Vereinten Nationen sitzen mittlerweile in Bonn. Unter dem Motto „Nachhaltigkeit gestalten“ werden hier Anstrengungen zu einer nachhaltigen Entwicklung der Erde gebündelt. Selbstverständlich ist das nicht die einzige Aufgabe der Vereinten Nationen. Hinzukommen der Schutz der Menschenrechte – begründet in der UN-Menschenrechtscharta, die am 10. Dezember 2018 ihr 70-jähriges Jubiläum feiert – und die Friedensbewahrung. Konkretisiert werden diese Bemühungen seit 2015 in der „Agenda 2030“, die 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung der ökonomischen, sozialen und ökologischen Verhältnisse auf der Erde umfasst.

Passenderweise geht Karl Prinz besonders auf letztere ein, schließlich sitzt in Bonn die UNFCCC, die United Nations Framework Convention on Climate Change. „Eine globale durchschnittliche Temperaturerhöhung in diesem Jahrhundert deutlich unter zwei Grad Celsius zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, um die Temperaturerhöhung auf 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen“ – so zitieren die UN-Broschüren das Hauptziel des Pariser Klima-Abkommens, das unter dem Dach der UNFCCC verabschiedet wurde. Momentan haben wir bereits 1,1 Grad erreicht – und mit den USA ist einer der wichtigsten Mitgliedsstaaten ausgetreten. Auch wenn die UN 193 Mitgliedsstaaten an einen Tisch bringt, mahnt Karl Prinz an, seien die Ergebnisse mitunter frustrierend dünn.

Es sind diese Momente, die uns besonders „nachhaltig“ in Erinnerung bleiben werden. Die Vereinten Nationen sind zweifelsohne eine Erfolgsgeschichte, doch Karl Prinz scheut nicht davor zurück, auch auf die dunklen Kapitel hinzuweisen. 71 erfolgreiche Friedensmissionen können zum Beispiel nicht darüber hinwegtäuschen, dass es unter den Augen der Blauhelm-Truppen in Ruanda und Srebrenica zu Völker- bzw. Massenmord kam. Immer wieder lässt uns Karl Prinz in seiner Präsentation Raum, selbst kritische Gedanken zu entwickeln. Die Mehrheit der Friedenstruppen etwa stammt aus Entwicklungsländern, die dafür pro Kopf, den Sie der UN zur Verfügung stellen, entlohnt werden. Das Geld bezahlen die wohlhabenden Nationen – allen voran die USA, aber auch Deutschland. Nur knapp 800 der rund 90.000 UN-Soldaten weltweit entstammen zurzeit der Bundeswehr. Äthiopien und Bangladesch entsenden zehnmal so viele. Ob das ethisch richtig ist, fragt Prinz. Er lässt die Frage unbeantwortet.

Am Ende haben wir selbst noch ein paar kritische Fragen. „Haben Sie ein konkretes Beispiel für Maßnahmen, mit denen etwa Deutschland die ökologischen Ziele der Agenda 2030 vorantreibt?“, fragt Stephanos Borodimos, der die gesamte Präsentation aufmerksam verfolgt hat. An dieser Stelle wird Karl Prinz noch einmal richtig emotional. Auf jeden einzelnen von uns käme es an, gerade beim Thema Nachhaltigkeit. Er selbst besitze schon lange kein Auto mehr, sagt er, und komme jeden Tag mit dem Fahrrad zu Arbeit.

Auch eine halbe Stunde später im 29. Stock mit Blick über Bonn ist es die Nachhaltigkeit, die Karl Prinz zum Aufhänger für eine weitere seiner lehrreichen und spannenden Anekdoten nimmt. Als Bonn noch Bundeshauptstadt war und Konrad Adenauer Bundeskanzler, habe sich der Rhöndorfer jeden Morgen mit der Fähre über den Rhein fahren lassen. Gegen den Bau einer Brücke weigerte er sich zeitlebens – aus Angst um die natürliche Beschaulichkeit des nahen Siebengebirges. Karl Prinz zeigt zum Drachenfels auf der anderen Rheinseite. Von hier oben wird uns deutlich, wie sehr der Mensch eigentlich Gast ist auf dieser Erde – und wie gut, dass die Vereinten Nationen sich für sie einsetzt.

Die Hochschule Fresenius möchte sich bei Karl Prinz und der UN für eine lehrreiche Zeit bei der Exkursion bedanken.