Hochschule und IHK als gegenseitige Impulsgeber

Welche Möglichkeiten des Zusammenwirkens ergeben sich für die IHK Wiesbaden und die Hochschule Fresenius in der hessischen Landeshauptstadt? Das war ein Gesprächsthema anlässlich der im Bürgersaal des neuen Campus stattfindenden IHK-Vollversammlung.

Dr. Christian Gastl, Präsident der Industrie- und Handelskammer, lobte in seiner Ansprache, dass die Hochschule eines ihrer Versprechen – Ort der Begegnung zu sein – schon jetzt eingelöst hat. Er zeigte sich überzeugt, dass “die rund 1.000 Studierenden das Viertel um das ehemalige Gericht und die ganze Stadt beleben werden.” Für die Unternehmen bedeute die Rückkehr der Hochschule an ihren Ursprungsort eine große Chance, mit den Fachkräften von Morgen in Kontakt zu treten. “Und wir haben hier sicher beste Startbedingungen, gemeinsam Raum für Neugründungen zu schaffen”, so Gastl.

Den Ball nahm Hochschulpräsident Prof. Dr. Tobias Engelsleben gerne auf. “Es muss uns ein Anliegen sein, junge Menschen mit guten, kreativen Ideen zu unterstützen, die ersten Schritte in die Eigenständigkeit zu gehen.”

Er berichtete den gut 150 Zuhörern im Bürgersaal, dass Hochschule und IHK im Hinblick auf die Förderung der Wiesbadener Startup-Szene schon einige Beispiele für eine erfolgreiche Zusammenarbeit geliefert haben. IHK und das Competence Center Entrepreneurship (CCE) der Hochschule kooperieren im Gründerökosystem der Region und auch hinsichtlich der Beratung von Studierenden wirken beide Seiten zusammen. Am “Runden Tisch der Gründerhochschulen” findet ein regelmäßiger Austausch statt.

Engelsleben betonte, dass die Hochschule Fresenius sich immer als aktiv eingebettet in die sie umgebende Gesellschaft sehen muss, um diese auch als Bildungsgesellschaft prägen zu können. “Wir setzen Impulse für den Arbeitsmarkt, haben gleichzeitig aber auch ein hohes Interesse, Impulse aufzunehmen, die Anforderungen der Betriebe zu verstehen und uns dahingehend Gedanken über Bildungsangebote zu machen, damit wir die geeigneten Fachkräfte zur Verfügung stellen können.”

Über die Gründungsszene hinaus bietet die Hochschule den Unternehmen in Wiesbaden und Umgebung Zugang zu jungen Menschen. Beispiele dafür sind Career Days – der nächste findet in Wiesbaden am 1. April 2020 statt -, oder die Plattform StudyPlus, wo Studierende ein individuell auf sie zugeschnittenes Angebotsportfolio erhalten. In den Studiengängen erproben Studierende anhand realer Projekte die berufliche Praxis – “wir laden Unternehmen sehr gerne ein, entsprechende Projekte oder sogar Bachelor- und Masterarbeiten bei uns einzureichen. Wir erhalten von den Betrieben, die diesen Schritt in der Vergangenheit schon gegangen sind, sehr positives Feedback”, so der Hochschulpräsident. Überrascht zeigte er sich, wie wenig bekannt das Deutschlandstipendium ist. “Für Unternehmen ist das eine relativ günstige und staatlich unterstützte Gelegenheit, Studierende zu unterstützen und über dieses Tool Fachkräfte für die künftigen Herausforderungen zu gewinnen – eine echte Win-Win-Situation für beide Seiten.”

Abschließend hob der Hochschulpräsident hervor, dass die Hochschule über das rein fachliche Wissen hinaus, “Kompetenzen entwickeln und positive Persönlichkeitsmerkmale stärken möchte. Dazu gehören heute beispielsweise die Fähigkeit, interkulturell zu arbeiten und sich rhetorisch sicher in unterschiedlichen Szenarien zu bewegen, ohne dabei an Authentizität zu verlieren. Wer sich da hervorhebt, hat immer gute Berufsaussichten und wir als Hochschule stehen in der Pflicht, entsprechende Kompetenzen und Werte zu vermitteln.”

Bilder Copyright FJS Fotografie – Josh Schlasius

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