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Hochschule Fresenius gründet Informatik-Cluster

Drei neue Studiengänge und ein Kompetenzzentrum setzen neue, digitale Schwerpunkte. 

Rund 70 Gäste wohnten dem Festakt bei, in dem die Hochschule Fresenius in Idstein ihren neuen Informatik-Cluster vorstellte. Mit von der Partie war auch der Landtagsabgeordnete Marius Weiß, der der Hochschule ausdrücklich zur „neuen Institution“ gratulierte. Viele aktuelle landespolitische Themen seien von der Digitalisierung durchdrungen. Deshalb sei es wichtig, dass die Hochschulen sich des Themas annähmen und praxisorientiert die dringend benötigten Fachkräfte qualifiziere.

Prof. Dr. Ekkart Baumgartner, Vizepräsident für Studium und Lehre, schlug eine Brücke aus der Vergangenheit in die Gegenwart und betonte, dass die Hochschule Fresenius seit ihrer Gründung 1848 viele Wandlungsprozesse und Erneuerungen durchlaufen habe. Der Informatik-Cluster passe sehr gut in diese Reihe und setze einen neuen Meilenstein. „Der Markt hat einen sehr hohen Bedarf an praxisnah ausgebildeten Fachkräften, die schnell umsetzbare Lösungen für reale und aktuelle Fragestellungen entwickeln und eine unternehmerische Denke mitbringen“, sagte er.

Wir haben mit zahlreichen Unternehmen gesprochen, deren Fachabteilungen dringend Mitarbeiter suchen, die mit hohem Verständnis für den jeweiligen Geschäftsbereich Projekte planen, umsetzen und führen können. Diese Mitarbeiter bilden wir künftig aus. Dabei legen wir Wert auf Praxisnähe.“ Aus diesem Grund wird es nicht wie an anderen Hochschulen einen eigenen, neuen Informatik-Fachbereich geben, sondern IT-Wissen wird immer in Kombination mit dem Fachwissen aus der jeweiligen Branche kombiniert und an die Studierenden vermittelt. „Denn Interdisziplinarität ist der Schlüssel für übergreifende Lösungsansätze“, so Baumgartner.

Zwei Kernelemente

Der „Informatik-Cluster für die Metropolregion FrankfurtRheinMain“ besteht aus zunächst zwei Kernelementen: Ab dem Wintersemester 2019/2020 bietet die Hochschule in Idstein und Wiesbaden die Bachelorstudiengänge Bioinformatik, Angewandte Informatik und Wirtschaftsinformatik an. Außerdem eröffnet sie ein zentrales Informatik-Kompetenzzentrum. Dort arbeiten Experten aus allen Fachbereichen zusammen, um Lehrkonzepte durch digitale Elemente zu erweitern und die Arbeit an digitalen Forschungsprojekten auf ein neues Level zu heben. Geplant ist zudem der enge Austausch mit Start-ups und Gründerzentren in der Region. Leiter des Informatik-Clusters sind die Dekane der Fachbereiche Chemie & Biologie, Prof. Dr. Thorsten Daubenfeld, sowie Wirtschaft & Medien, Prof. Dr. Rainer Türck.

Landtagsabgeordneter Marius Weiß lobt die "neue Institution"

Prof. Dr. Thorsten Daubenfeld, Dekan des Fachbereichs Chemie & Biologie, erläuterte die Beweggründe dafür, jetzt auf das Thema Digitalisierung zu setzen. Er präsentierte außerdem die Vorteile für die künftigen Studierenden. „Im bereits bestehenden Unternehmens-Netzwerk können sie wertvolle Kontakte knüpfen. Sie lernen Einsatzbereiche kennen. Und sie beweisen ihre Fähigkeiten in echten Projekten.“ Während an vielen Universitäten gerade zu Beginn hohe Studierendenzahlen ein Problem seien, nimmt die Hochschule Fresenius maximal 40 Studierende pro Studiengang im Cluster auf. „Dadurch können wir sehr gut auf den Einzelnen eingehen und ihn intensiv betreuen.“ Ein gutes Beispiel für die Unterstützung ist das Angebot von Mathematikkursen. Mangelnde Kenntnisse in diesem Fach sind laut Daubenfeld oft der Grund für einen Abbruch.

Hochschule Fresenius bereits gut aufgestellt

Prof. Dr, Rainer Türck, Dekan des Fachbereichs Wirtschaft & Medien, hob hervor, dass die Hochschule schon jetzt viele Aspekte der Digitalisierung in Lehre und Forschung etabliert hat. Es gibt spezielle Studiengänge, die entsprechende Schwerpunkte aufweisen. Auch in den anderen sei das Thema fest integriert. „Wir fangen also keineswegs bei Null an.“ Wichtig sei es, dass die Studierenden Zusammenhänge verstehen. „Wir möchten sie dazu befähigen, Change-Prozesse in den Betrieben voranzutreiben beziehungsweise neue Entwicklungen auf den Weg zu bringen. Sie sollen eine aktive Rolle einnehmen und nicht bloß Auftragsarbeiten erledigen.“ Ab dem Sommersemester 2019 ist der Fachbereich Wirtschaft & Medien in Wiesbaden zu Hause. „Dort gibt es eine sehr lebendige Gründerszene, mit der wir jetzt schon zusammenarbeiten“, so Türck. „Das wollen wir in Zukunft noch deutlich ausbauen.“