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Hamburger Standort begrüßt neue Hochschulprofessoren

In Hamburg wurden am 10. September 2019 Dr. Tobias Nickel-Schampier zum Professor für Soziale Arbeit und Dr. Christiane Lücking zur Professorin für Angewandte Sprachwissenschaften im Fachbereich Gesundheit & Soziales an der Hochschule Fresenius berufen.

Im Anschluss ihrer öffentlichen Antrittsvorlesungen erhielten sie ihre Berufungsurkunden von Prof. Dr. Henrike Fischer, Prodekanin im Fachbereich Gesundheit & Soziales in Hamburg, und Prof. Dr. Birgit Schulte-Frei, Dekanin im Fachbereich Gesundheit & Soziales.

Was kann unter einem sozialberuflichen Habitus verstanden werden?

Dr. Tobias Nickel-Schampier befasste sich in seiner Antrittsvorlesung mit dem Thema „Halt(-ung) finden – Warum eine Professionsethik Sozialer Arbeit unverzichtbar ist“.

Sozialarbeiter seien im Zuge ihres beruflichen Tuns per se in Deutungs- und Wertungsprozesse eingebunden. Sie seien entsprechend aufgefordert, Entwicklungen einzuschätzen oder zu prognostizieren, Probleme wahrzunehmen und abzumildern, Verhalten zu bewerten oder gar zu verändern oder auch Wertvorstellungen der Adressaten (z. B. in Fragen der Erziehung) infrage stellen zu können.

Die entsprechenden Prozesse fordern die Haltung der Sozialarbeiter heraus: Sie müssten sich zu den in Frage stehenden Verhaltensweisen oder Einstellungen positionieren, stellen bzw. stimmen. Sozialarbeiter hätten ihre kritische Reflexionskompetenz folglich nicht nur darauf zu richten, dass sie Lebenslagen anderer sorgfältig bewerten könnten, sondern dass sie selbst Teil des gesellschaftlichen Werte- und Normsystems seien und von diesem geprägt würden.

Es gehe im Rahmen eines Studiums Sozialer Arbeit vor diesem Hintergrund also nicht lediglich darum, sich fachspezifisches Wissen und Können anzueignen, sondern um die Rahmung und Vermittlung ethischer Reflexionskompetenzen und um die kritisch-reflexive Auseinandersetzung mit den eigenen Einstellungen und Werthaltungen. Damit sich die entsprechenden Kompetenzen modifizierend auf die eigenen Überzeugungen und Einstellungen auswirken können und eine (selbst-)kritische Grundhaltung befördern, sei eine rahmende und orientierende Professionsethik unverzichtbar.

Die vorangehenden Überlegungen seien für die konzeptionelle Ausrichtung der hochschulischen Ausbildung besonders relevant, gingen mit ihnen doch weitreichende normative Fragestellungen einher, z. B. dahingehend, was unter einem sozialberuflichen Habitus verstanden werden könne und welcher Habitus im Rahmen eines Studiums Sozialer Arbeit geprägt werden solle.

 

Im Rahmen der Antrittsvorlesung wurde die Dringlichkeit und Relevanz dieser Fragestellungen für die Soziale Arbeit und die Bedeutung einer Professionsethik für die aussichtsreiche Bewältigung der mit ihnen einhergehenden Herausforderungen von Prof. Nickel-Schampier reflektiert.

Ein einzelnes Verfahren ist nicht das Beste für das gesamte Spektrum an Patienten und Erkrankungen“

Dr. Christiane Lücking beleuchtete in ihrer Antrittsvorlesung das Thema „Schluckst Du noch oder aspirierst Du schon? Die Bedeutung von Dysphagien bei Schlaganfallüberlebenden.“.

Eine Dysphagie (Störung der Aufnahme, der Zerkleinerung oder der Transport von fester und flüssiger Nahrung und auch von Speichel und Sekret) betrifft die Mehrheit aller institutionalisierten älteren Menschen, jede sechste Person der Allgemeinbevölkerung. Sie tritt im Zusammenhang mit einer Vielzahl von Erkrankungen auf, die z. B. das Nervensystem, die Muskulatur, das Atemsystem, Hals-Rachen-Strukturen oder Verdauungsstrukturen betreffen.

Über 50 Prozent aller Schlaganfallpatienten würden in Akutphase eine oropharyngeale Dysphagie entwickeln, Aspirationen kämen bei über 20 Prozent der Patienten vor, innerhalb von ca. zwei Wochen würden etwa 25 Prozent versterben, weitere 25 Prozent würden sich in der gleichen Zeit spontan erholen, erklärte Prof. Dr. Christiane Lücking.  Eine hohe Anzahl von oropharyngealen Dysphagien käme bei Patienten mit beispielsweise Demenzerkrankungen, Morbus Parkinson, bulbärer Amyotropher Lateralsklerose und Tumoren vor. Ferner spielten medikamenteninduzierte Dysphagien, z. B. durch Neuroleptika eine große Rolle, so Christiane Lücking.

Für die Früherkennung stehen verschiedene klinische und apparative Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Internationale Leitlinien würden den Einsatz eines Screenings zur Identifizierung von Risikopatienten, gefolgt von einer klinischen Untersuchung zur ausführlichen Bestimmung der schluckbedingten Beschwerden, und bei entsprechender Indikation gefolgt von einer instrumentellen Untersuchung, empfehlen. „Grundsätzlich soll das geeignete Diagnostikverfahren immer nach der Fragestellung ausgewählt werden und nicht nach der Verfügbarkeit. Ein einzelnes Verfahren ist nicht das Beste für das gesamte Spektrum an Patienten und Erkrankungen“, lautete das Fazit der Expertin.

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