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Greencamp im Kulturbahnhof

Fünf Workshops zu Nachhaltigkeit in unterschiedlichen Geschäftsfeldern, Fachvorträge aus der Praxis und eine Podiumsdiskussion mit Start-ups beschäftigten sich damit, wie Wirtschaft und Gesellschaft „Fair-Antwortung“ übernehmen können und sogar müssen. Ganz deutlich zeigte sich, dass Konsum immer auch eine politische Handlung sei, dessen sich vor allem der Endverbraucher, also wir alle, bewusst werden müssten. Das 2. Greencamp der Hochschule Fresenius brachte interessierte Bürger, Studierende und Wirtschaftspraktiker zu einem Dialog zusammen. Bürgermeister Christian Herfurth stehe hinter Fairtrade Town Idstein und habe selbst einen Beitrag geleistet: Im Rathaus wird Fairtrade-Kaffee getrunken. Daher unterstütze er auch das Konzept des Greencamps, das einen offenen Dialog fördere und bereits zum zweiten Mal gemeinsam mit unterschiedlichen Interessenvertretern Ansätze zur Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Wirtschaft entwickelte. Ganzheitliche Konzepte
Ein gutes Beispiel dafür ist hessnatur. Der Textilhersteller hat weltweit ökologische und soziale Standards in der Textilproduktion etabliert. Elisabeth Schmidt ist Project Manager CSR bei hessnatur und setzte mit ihrem Vortrag den Schwerpunkt des diesjährigen Greencamps. hessnatur betreibt Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das beginne bereits bei der Auswahl des Rohmaterials und reiche über den Transport, die Produktion und den Versand bis hin zu einem nachhaltigen Ladenbaukonzept. Dabei müsse man aber immer Abstriche machen. „Nachhaltigkeit gibt es nicht zu 100 Prozent, es existieren aber ganzheitliche Konzepte“, so Schmidt. Wie schwierig es ist, ein ausgewogenes Verhältniss der drei Aspekte Ökologie, Ökonomie und Soziales zu schaffen, war auch Inhalt des Workshops „Nachhaltigkeit in der Tourismusbranche“. Es sei zwar alles andere als ökologisch, Handtücher in Hotels mehrmals täglich zu waschen, oft sei das in manchen Ländern aber die einzige Möglichkeit für Frauen, Geld zu verdienen. Grüne Ideen
An nachhaltigen Geschäftsideen mangelt es aber nicht. Zur Podiumsdiskussion stellten sich sieben Start-ups mit ihren Geschäftsmodellen vor und standen den Teilnehmern Rede und Antwort. Kiezkaufhaus verbindet E-Commerce mit dem Wunsch nach Regionalität. Der Online-Shop bietet die Waren lokaler Händler und liefert sie noch am selben Tag per Cargo-Bikes aus. Auf regionale Produkte setzt auch Maximilian Faust, Studierender des Masters Sustainable Marketing & Leadership der Hochschule Fresenius, der mit seinem Food V(eg)an frische vegane Lebensmittel aus der Region anbietet, von denen sich die Greencamp-Besucher selbst überzeugen konnten. Lilybag möchte alle Plastiktüten ersetzen, zunächst in Wiesbaden und perspektivisch weltweit. Dieses ambitionierte Ziel will das Start-up mit den Lilybags, aus alten Werbefahnen gefertigte Taschen, erreichen. „Wer will einen knackigen Po, dabei Geld verdienen und nachhaltig sein?“, fragte Patrick Kolb, der mit bikuh Menschen dazu bewegen möchte, Kurzstrecken mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurückzulegen. Für jeden gefahrenen Kilometer gibt es Geld, finanziert von der Werbeindustrie. Das senke die CO2-Emission und entlaste den Innenstadtverkehr. „Fair“-Antwortung kann tatsächlich jeder übernehmen, kreative Ansätze dazu gibt es genug.

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