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Geschichten reicher machen – Workshop „Narrative Therapie“

Hamburg. Im Rahmen des Schwerpunktfachs „Klinische Psychologie“ organisierte Sven Püffel, Hochschuldozent an der Hochschule Fresenius Hamburg und Psychologischer Psychotherapeut, einen Workshop zum Thema „Narrative Therapie“. Workshop-Leiter Jan Müller vom Institut für ressourcenorientierte Gesprächsführung Hamburg erklärte den 15 Bachelor-Studierenden der Studiengänge „Angewandte Psychologie (B.Sc.)“ und „Wirtschaftspsychologie (B.Sc.)“ zunächst die Metapher des Narrativs: „Nichts hat in sich Bedeutung. Wir vergeben Bedeutung und ordnen Ereignisse zu Geschichten.“ So verhält es sich auch im Lebensalltag. Menschen ordnen ihr Leben durch Geschichten, lassen Ereignissen somit eine Bedeutung zukommen und entwickeln so ihre eigene Persönlichkeit, beschrieb der Diplom-Psychologe die Idee. Die in den 80er Jahren entstandene Methode basiert auf der Arbeit der Psychotherapeuten Michael White und David Epston. Das Ziel der Narrativen Therapie liegt darin, bereits vorhandene Geschichten der Menschen „reicher“ zu machen, damit ein neuer Standpunkt sich selbst gegenüber gewonnen werden kann. Die Aufgabe des Therapeuten besteht darin, dem Klienten diejenigen Fragen zu stellen, die dessen „Problemgeschichte“ erweitern und mit Details anreichern.
Um dieses Konzept zu verstehen, durften die Studierenden sich in einer solchen „reichhaltigen Beschreibung“ selbst ausprobieren. Dazu wurden angenehme Begegnungen aus der Lebensgeschichte herausgegriffen und durchleuchtet: Die Studierenden beschrieben sich paarweise eine schöne Begegnung und erfragten anschließend deren Qualitäten. „Wie hängt das mit etwas für dich Wichtigem zusammen?“ oder „Wieso hast du das als besonders angenehm empfunden?“, waren dabei Fragen, die im Plenum vielfach zu hören waren. Abschließend begründeten die Befragten ihre Bewertung einer solchen „tollen Begegnung“. Durch dieses gezielte Hinterfragen und Bewerten der Geschichten mit Hilfe der Narrativen Therapie werden Geschichten und Erlebnisse stimmiger. Diese Therapieform bietet die Möglichkeit, neue Erkenntnisse über sich selbst zu erlangen und soll darin resultieren, dass die Haltung des Patienten zu Geschehnissen in seiner Lebensgeschichte verändert wird. Auf diese Weise können Konflikte oder Probleme der Betroffenen therapeutisch aufgearbeitet werden. Die Narrative Therapie sieht Dipl.-Psychologe Jan Müller als eine der sanftesten, respektvollsten und menschlichsten Methoden an, um psychische Herausforderungen mit der eigenen Persönlichkeit zu meistern. Aus diesem Grund werde ihre Bekanntheit in Deutschland, so seine Einschätzung, in Zukunft zunehmen. Die Hochschule Fresenius bedankt sich bei Jan Müller für seinen gelungenen und anschaulichen Workshop. (kr)

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