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„Gabeln verboten“ und „Grundgesetz to go“!

Exkursion zum Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Heidelberger International-Business-Studierende besuchten das Gericht mit ihrer Dozentin Birgit Home im Rahmen des Kurses „International Law“ zum Themenbereich „Human Rights“ (Grund- und Menschenrechte).

Pünktlich um 8.40 Uhr an einem Dienstag Ende April wollte sich die Gruppe auf das Geländes des BVerfG begeben. Doch erst als alle angemeldeten Teilnehmer vollzählig waren, wurden sie von einem Polizeibeamten auf das Areal und zu einer Ausweis- und Sicherheitskontrolle geleitet – ähnlich der Checks an Flughäfen mit Taschenkontrolle, Sicherheitstor und möglicher Leibesvisitation. Wie sich schnell zeigte, haben diese äußerst gründlichen Kontrollen ihre Berechtigung, denn eine Studierende hatte eine Metallgabel in ihrer Handtasche vergessen. Das sorgte für einen kurzen Schreck, trug dann aber schnell zur allgemeinen Belustigung bei und das „gefährliche Werkzeug“ musste lediglich für die Dauer der Führung abgeben werden.

Ausganspunkt der Führung durch Richterin Jennifer Pfohl war die so genannte „Ahnengalerie“, das Foyer mit Fotos aller ehemaligen Bundesverfassungsrichter, von der aus die wichtigsten Räumlichkeiten angesteuert wurden. Im Presse- und Vorführraum durften die Studierenden und ihre Rechtsdozentin zunächst drei kurze Filme über die Geschichte, Organisation und die Entscheidungen des BVerfG ansehen. Richterin Pfohl ergänzte zwischendurch immer wieder Wissenswertes, beantwortete Fragen, stellte aber auch selbst Fragen an die Studierenden. Dabei wurde die Gruppe über die Verfassungsbeschwerde, die jedermann, der sich in seinen Grund- und Menschenrechten verletzt fühlt, einreichen kann, ebenso informiert wie über wichtige oder interessante Verfahren der jüngeren Vergangenheit (Wahlrecht für betreute Menschen, Sterbehilfe, Harzt-IV-Sanktionen, NPD-Parteiverbotsverfahren). Highlight der Führung war sicherlich der große Sitzungssaal mit dem beeindruckend langen Richterpult nebst Stühlen mit Platz für acht Richter eines Senats sowie einem gewaltigen, geschnitztem Holzadler auf der einen und der Deutschlandfahne auf der anderen Seite. Danach gab es Gelegenheit, sich in einem kleinen geschichtlichen Museumsraum umzusehen und mit dem Besuch des Plenarsaals (Konferenz- und Besprechungsraum für beide Senate, also alle 16 Richter) mit Ölgemälden der bisherigen Präsidenten des BVerfG endete die Tour schließlich.

Erfreut und überrascht war die Studierendengruppe, über die vielen internen und auch kuriosen Informationen. So erfuhren die Heidelberger z.B., dass der Holzadler im Sitzungssaal 600 kg schwer und aus kanadischer Pinie geschnitzt ist. Und dass es einen Kriminalroman gibt, in dem ein Verfassungsrichter von dem herabfallenden Adler erschlagen wird.

Als Abschiedsgeschenk erhielt jeder eine Miniaturausgabe des Grundgesetzes und eine Broschüre. Der Besuch, der insgesamt fast zwei Stunden dauerte, verlief nicht zuletzt dank Richterin Pfohl sehr unterhaltsam und kurzweilig. Sie verabschiedete sich mit den Worten: Beim deutschen BVerfG sind wir in guten Händen“…und so fühlte sich die Gruppe laut Birgit Home auch. Außerdem – so Home – sei im Laufe der Besichtigung sicherlich jedem klar geworden, welch wichtige Rolle das Bundesverfassungsgericht für unseren Rechtsstaat spiele und dass dies, international gesehen, keinesfalls eine Selbstverständlichkeit sei.

Miniaturausgabe des Grundgesetzes