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News

Emotionsregulation bei depressiven Jugendlichen

Angehende Psychologen lernen Methodik klinischer Forschungen kennen.

Für Studierende des Masterstudiengangs Psychologie (M.Sc.) am Standort München ergab sich am 06. Mai die Möglichkeit, einen Einblick in die Planung und den Ablauf psychologisch-klinischer Forschung zu erhalten. Lisa Feldmann, Forscherin an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Klinikums der Universität München, war in der Vorlesung „Rezeption aktueller Forschungsergebnisse“ zu Gast und berichtete dort vom Forschungsprojekt mit dem Titel „Die Rolle der Aufmerksamkeit bei der Emotionsregulation bei Jugendlichen mit einer Depression“, das derzeit an der Klinik durchgeführt wird.

Hierbei stellte die Referentin alle Einzelschritte zur Planung und Durchführung des Projekts im Detail vor. So wurden zunächst Hintergrund und Ziel der Studie beschrieben: Jugendliche mit einer Depression weisen Schwierigkeiten in der Emotionsregulation auf. Beispielsweise setzen sie seltener adaptive und häufiger maladaptive Strategien, wie zum Beispiel das Grübeln, zur Emotionsregulation ein. Es ist jedoch noch weitestgehend ungeklärt, welche Mechanismen der Emotionsregulation bei depressiven Jugendlichen genau beeinträchtigt sind und welche Rolle Aufmerksamkeitsprozesse spielen. Ziele der Studie waren es zu untersuchen, inwiefern depressive Jugendliche adaptive Emotionsstrategien einsetzen können, wenn sie dazu explizit angeleitet werden, und welchen Einfluss visuelle Aufmerksamkeitsprozesse dabei spielen.

Bevor eine Studie überhaupt starten kann, muss die methodische Umsetzung der Studie festgelegt werden, also zum Beispiel, welche diagnostischen Verfahren oder Stimuli verwendet werden, und das Experiment programmiert werden. Dieses muss selbstverständlich der Altersgruppe angemessen sein. Frau Feldmann erklärte, dass im Rahmen der Studie sowohl positive, neutrale als auch negative Bilder mit und ohne visuelle Fokussierung auf emotionale und nicht-emotionale Bildinhalte als Stimuli verwendet werden. Die Jugendlichen sollen einen Teil der Bilder nur betrachten, bei einem Teil der negativen Bilder sollen die Jugendlichen eine adaptive Emotionsregulationsstrategie einsetzen. Zudem muss vor Beginn einer Studie ein Ethikantrag gestellt sowie die Datenschutzfreigabe in der Klinik erwirkt werden. Hierbei muss beispielsweise dargelegt werden, mit welchem diagnostischen Instrumenten die Forschung durchgeführt wird, welche Risiken oder Nebenwirkungen es gegebenenfalls gibt und wie die erhobenen Daten verwendet werden.

Rekrutiert wurden die Studienteilnehmer im ambulanten und (teil-)stationären Setting des Klinikums, Kontrollprobanden wurden unter anderem aus dem Teilnehmerpool anderer Studien angeworben. Auch die ersten Ergebnisse der Studie wurden im Rahmen des Vortrags präsentiert: So konnten beide Testgruppen adaptive Emotionsregulationsstrategien einsetzen, wenn sie dazu aufgefordert wurden. Wie erwartet zeigen depressive Jugendliche hierbei jedoch einen geringeren Erfolg, wenn die Aufmerksamkeit auf emotionale Bildinhalte gelenkt wurde. Daraus lässt sich folgern, dass visuelle Aufmerksamkeit bei der Emotionsregulation eine Rolle spielt und durch deren gezielten Einsatz negative Emotionen reguliert werden können. Laut Frau Feldmann soll in einer Nachfolgestudie untersucht werden, ob ein entsprechendes Training zu einer verbesserten Emotionsregulation bei depressiven Jugendlichen führen kann.

Zuletzt stellte die Forscherin die Learnings aus dem Forschungsprojekt vor. So sollen beispielsweise zusätzlich zu subjektiven Ratings der Jugendlichen biologische Indizes des Emotionsregulationserfolgs erhoben werden. Auch die als Stimuli verwendeten Bilder sollen einen eindeutigeren Bezug auf das Alltagsleben der Jugendlichen aufweisen.