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Digitale Hochschulwelt

Die Digitalisierung schafft neue Optionen und Chancen für Hochschullehrende, ihre Lehrveranstaltungen zielgruppengerecht zu gestalten. Lernen bleibt aber weiterhin ein sozialer und kommunikativer Prozess. Insofern müssen Dozenten nicht fürchten, irgendwann von interaktionsfähigen Robotern ersetzt zu werden. Das ist eine der wesentlichen Erkenntnisse des Tages der digitalen Lehre, zu dem die Hochschule Fresenius an ihren Campus in Idstein geladen hatte. Professoren, Studierende und Gäste führten einen intensiven Dialog über geänderte Herausforderungen und entsprechend modifizierte Lehr- und Lernkonzepte. Für Hochschulpräsident Prof. Dr. Tobias Engelsleben ist es gerade für eine private Hochschule dringend notwendig, sich im Sinne der Digitalisierung weiterzuentwickeln und programmatisch zu verändern. Dafür könne der Tag der digitalen Lehre wichtige Impulse liefern: „Hier haben Professoren fachbereichs- und standortübergreifend die Chance zum Gedankenaustausch. Dozenten lernen von den Pionieren und gemeinsam können wir uns den künftigen didaktischen Herausforderungen professionell stellen.“ Eines wurde im Dialog deutlich: Wesentlich ist der Abbau von Berührungsängsten. Der gelingt auch durch die Feststellung, dass vieles so neu gar nicht ist. „Die Kommunikationsregeln bleiben ja bestehen“, sagt Prof. Dr. Peter J. Weber, Dekan am Fachbereich Onlineplus der Hochschule Fresenius und Keynotesprecher beim Tag der digitalen Lehre. „Neu hinzu kommt eine veränderte Form der Kommunikation. Wir müssen lernen, online, im virtuellen Raum miteinander zu sprechen. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehen: Entscheidend ist es, Beziehungen aufzubauen und tatsächlich live zu kommunizieren.“  Eine neue Form der Lehrveranstaltung ist der „Inverted Classroom“. Hier werden Unterlagen online zur Verfügung gestellt, die Studierenden lernen selbst und der Präsenzunterricht dient dann der Diskussion und einer kritischen Auseinandersetzung – das geht über die reine Vermittlung von Wissen hinaus . Im Prinzip habe jeder Dozent die Freiheit selbst zu bestimmen, wie groß der Online-Anteil ist. Erst die Digitalisierung kreiere aber die Chance, präferierte Kanäle je nach ihren Stärken zu nutzen. Änderungen beträfen zum einen die Rolle des Lehrenden, der insbesondere online stärker in die Rolle des Moderators rücke. Zum anderen sei die Kommunikation über digitale Kanäle dynamischer und spontaner geworden. Weber spricht von einer neuen „Oralkultur“, die auch in der Wissenschaft weniger formal sei als früher. „Emotionalität bedeutet aber nicht Irrationalität“, betont er. „Es geht nicht um ein Weniger an Information, sondern eine moderne Art der Wissensvermittlung. Ein Stichwort in diesem Zusammenhang lautet ‚Storytelling‘. Unsere Studierenden sind täglich in Geschichten eingebunden, das heißt, dass auch Lehrende sich an Geschichten orientieren sollten.“ „Das Integrieren der Kommunikationserwartungen und-optionen der jungen Menschen in die Lehre stellt eine der größten didaktischen Herausforderungen dar“, bestätigt Olaf Pütz, der als Leiter des Zentrums für Hochschuldidaktik und E-Learning an der Hochschule Fresenius als Organisator des Tages der digitalen Lehre fungiert. „Deshalb ist der direkte Dialog mit den Studierenden so wichtig.“ Symbolcharakter hatte die Simultanübersetzung von Begrüßung und Keynote in Gebärdensprache, die Studentinnen des Studiengangs übernahmen. Der Fortschritt bei der Implementierung digitaler Elemente in Lehre und Forschung ist auch ein Meilenstein im Rahmen der Inklusion. Im Rahmen des 3. Tages der digitalen Lehre wurde auch der Lehrpreis der Hochschule Fresenius.  Die Auszeichnung ging in diesem Jahr an: Carolin Carles und Lena Ketterkat– Lehrende/Wiss. MA im Fachbereich Gesundheit & Soziales, Standort Hamburg Titel: Digital gestütztes Forschendes Lernen im Studiengang Logopädie Birgit Döringer – Programmverantwortliche und Lehrende im Fachbereich Gesundheit & Soziales, Standorte Idstein und Köln Titel: Lernen kompakt Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Wolf, André Eichermüller – Prodekan und    Lehrender im Fachbereich Gesundheit & Soziales, Standorte  Idstein und München Titel: Studieren in „VOLL-ZEIT“ Projektleitung: Prof. Dr. Lutz Becker, Gunnar Sohn – Studiendekan und Lehrbeauftragter im Fachbereich Wirtschaft & Medien, Standort Köln Titel: Live-Streaming und Konferenzbeitrag in der Lehre Der Lehrpreis wurde 2010 erstmalig ausgeschrieben, damals noch als „ILIAS Award“. 2017 erfolgte die Umbenennung in „Lehrpreis der Hochschule Fresenius“. Mit dem neuen Label hat sich auch der Duktus verschoben: der Schwerpunkt liegt nun nicht mehr ausschließlich auf dem Begriff „digital“, sondern wird ergänzt durch „didaktisch“ und „dialogisch“. Der Lehrpreis ist mit 2000 Euro dotiert, die auf 4 Gewinner a 500 Euro verteilt werden. 

Tags: Veranstaltungen & Events,Standort Idstein